Montag, 31. März 2014

Gartenprojekt: Da lebte mal was...

Für Samstag stand dann Aufräumen auf dem Plan. Bedeutet, alles was wir im Garten an Restmüll gefunden haben und somit nicht in die Bauschutt- oder Erdreich-Container wandern konnte, musste nun gesammelt und zur Deponie gebracht werden. Alte Regentonnen, die Teichschale, die altem Kellerfenster, die noch rumlagen usw.

Danach wurden die Wege von der Terasse zu den Garagen mit Brettern ausgelegt, um bei Regenwetter nicht durch den Schlamm stiefeln zu müssen. Das Herzkind musste diese gleich auf Herz und Nieren testen und fand es ganz klasse, dass diese teilweise wippten. Gleichgewichtstraining inklusive ;) Für den Zwerg ist unsere Baustelle sowieso der beste Spielplatz!

Dann stellten wir fest, warum es nicht nur wegen den Unmengen an Laub gut war, dass wir den Walnußbaum gekappt haben. Der Baum warf nicht nur jährlich ganz viele Blätter ab, sondern auch sehr viele Walnüße und die fanden Abnehmer! Dies hatten wir schon in dem ehemaligen Hundezwinger gesehen, den wir ebenfalls im letzten Jahr schon abgerissen hatten. Dort fanden sich immer wieder leere Walnußschalen, schön angenagt... eine tote Ratte hatten wir auch mal im Garten gesehen... nun stellte sich bei den Baggerarbeiten heraus, dass unsere Terasse unten drunter etwas hohl ist... und darin fanden sich weiter Nüsse... yippiehhh... Da es schon im letzten Jahr keine Nüsse mehr gab, bin ich ziemlich sicher, dass unsere Untermieter auch schon lange abgewandert sind. Aber alleine der Gedanke, wo die bei uns überall gelebt haben *schüttel*

Damit erweitert sich natürlich unsere Liste mit Dingen die getan werden müssen, bevor wir den Garten überhaupt neu anlegen können:

- Boden durchfräsen und restliche Wurzeln entfernen
- Nachbargarage sanieren
- Terasse mit Beton unterfüttern und somit verschließen
- Mauern reinigen und eventuell weiß tünschen
- Beregnungsanlage planen und verlegen
- Stromanschlüsse sinnvoll im Garten planen und verlegen

Gestern waren wir dann noch mit den Rädern unterwegs und haben dabei einen Abstecher zur Gartenaustellung im Nachbarort gemacht. Wir haben uns mit Prospekten eingedeckt und die diversen Pflastermöglichkeiten begutachtet. Langsam nehmen die genauen Wünsche Formen an, was es denn nun für ein Treppenmaterial sein soll, wie die Wege gepflastert werden und und und 
Mein Mann hat mir dann gestern Abend noch eine maßstabsgetreue Zeichnung des Gartens per Computer erstellt und ausgedruckt, so dass ich die kommende Woche (auf welcher er geschäftlich komplett unterwegs ist) wild darin herum malen und fantasieren kann. Daran lasse ich euch dann natürlich auch teilhaben ;)







Sonntag, 30. März 2014

Gartenprojekt: Der brisante Fund

Am Freitag ging es ebenfalls in aller Frühe weiter. Es folgten ein weiterer Container voll mit Erdreich und ein Container halb Erdreich, halb Bauschutt. Wir fanden Beton, den wir so nicht vermutet haben. Seitlich am Hügel, wohl damals zur Stabilisierung von diesem verwendet und dann noch eine Betonplatte, wo damals der Kompost stand. Ohne Geräte hätten wir das so nie alles weg bekommen. Uns wunderte nun auch wirklich garnichts mehr, dass es in der Nachbar-Garage ständig feucht wurde. Die Betonplatte ganz tief unten, die zig Schichten Steine und dann der Kompost noch oben drauf... jetzt müssen wir die Garagenwand sanieren *grummel*

Das Herzkind war schon wie am Tag davor, Feuer und Flamme. Das Frühstück musste draußen im Stehen eingenommen werden, an den Tisch wollte er garnicht. Unser Esszimmer zeigt genau auf den Garten und somit sah er genau, was da draußen los war und es gab kein Halten!
Nach dem "Flying Frühstück" wurde die Matschhose übergezogen und auf gings in den Dreck. Von unseren lieben Nachbarn wurde dem Keks dann noch eine süße Plastik-Schubkarre geschenkt, welcher deren Enkel schon lange entwachsen sind. Da hat er sich aber gefreut und direkt mit Erde beladen.
Auch vom BobbyCar lässt es sich gut zuschauen und genau beobachten! Sobald der Papa in Sicht kam wurde gestrahlt, gewunken und die Arme gestreckt. Ich war mal wieder komplett abgeschrieben.... Männer, Maschinen und Gartenarbeit *hohohoho*.... was habe ich da noch zu bieten?

Ganz zum Schluß, als nur noch etwas die Erde hin und her geschafft werden sollte um diverse Gefälle auszugleichen kam etwas aus der Erde zum Vorschein.... unser Baggerfahrer dachte zunächst an ein vergessenes Gartenwerkzeug vom Vorbesitzer... eine Metallspitze blitzte aus dem Boden... nach genauerer Inspizierung kamen mehr als 80 Schuss Munition für Pistole und Gewehr zum Vorschein und ebenso eine Pistole... *schluck*... wir haben dann alles der örtlichen Poilzei übergeben und hoffen, dass wir nun nichts mehr finden werden... 

Am Ende des Tages war nun der komplette Garten entkernt, alles was wir zunächst erledigen wollten, war statt in angesetzten drei Tagen, nun schon in zwei Tagen geschafft worden. Nächster Schritt: Wir benötigen eine Fräse um den ganzen Boden aufzulockern und die restlichen Wurzeln auflesen zu können.

Somit ging dann auch schon ein arbeitsreicher zweiter Tag mit ungeplanter Entdeckung zu Ende!

Hier einer der Container, die vor unserem Haus auf die Befüllung warteten. Damit ihr mal die Dimensionen sehen könnt!

Ein Tännchen steht ganz alleine da... wir werden sie umsetzen, sobald wir wissen die genaue Gartengestaltung wissen.





Zwei Männer - unzertrenntlich - ♥

Solche Betonklötze fanden wir in der Erde... mit der Hand hätten wir diese niemals weg schaffen können


Hier die Garagenrückwand der Nachbarn - fürchterlich - das gibt noch Arbeit, diese zu sanieren



Samstag, 29. März 2014

Gartenprojekt: Der Bagger rollt

Am Donnerstag war es dann soweit. Früh am Morgen wurden die Maschinen gebracht und rollten dann in unseren Garten. Ein kleiner Bagger und eine kleine Raupe zum abtransportieren. Die Raupe war noch niegelnagelneu, kein einziger Kratzer, sauber und schick. Die Firma hatte sie gerade erst zum Testen erworben und bei uns wurde sie dann auch ordentlich erprobt. Wendig, bis 1000kg beladbar. So ging es wirklich ruckzuck und am Ende des Tages waren 1 Container mit Bauschutt, 2 Container mit Erdreich und 1 Container mit Wurzelwerk voll! Alle hatten so um die 10 Tonnen Fassungsvermögen *uff*

Das Herzkind war hin und weg und ich hatte Mühe ihn mal ins Haus zu bekommen, wenn ich auch mal etwas anders tun wollte, als darauf zu schauen, dass er auf der Terasse blieb. Er summte ebenso wie die vielen Hummeln ständig von einer in die andere Ecke der Terasse und beobachtete, staunte und wollte immerzu zu seinem Papa.

Wie gestern schon erwähnt, war die Wurzel des Walnußbaumes hartnäckig. Über eine Stunde brauchte der Bagger um diese freizulegen und herausziehen zu können. Danach musste mein Mann noch die größeren Wurzeln mit der Motorsäge entfernen. Den Stumpf haben wir ebenfalls abgesägt und er wird ein Dekoelement für den Sandbereich vom Herzkind werden. Der Bagger musste schwer kämpfen die Wurzel aus dem Garten zu bekommen und mein Mann und der Gärtner haben sich noch hinten auf den Bagger gelegt, damit dieser mit der schweren Wurzel nicht vorne überkippt. Da würde jede Sicherheitsfachkraft die Hände über den Kopf zusammen schlagen.... aber sag da mal was den Männern. Nur bei der Motorsäge habe ich darauf bestanden, dass mein Mann die Schnittschutzhose anzieht... er war nämlich schon dabei ohne sägen zu wollen. Männer! Kein Wunder das bei Arbeiten im und am Haus die meisten Unfälle passieren!

Am Ende des ersten Tages war der Großteil des Gartens schon entkernt. Wahnsinn wie schnell das mit den richtigen Maschinen geht. Die Männer waren ganz stolz auf sich und genoßen ihr Feierabendbierchen. Tag 1 war also geschafft, es folgt Tag 2...










Freitag, 28. März 2014

Gartenprojekt: Die Ausgangslage

Unser diesjähriges Hausprojekt ist der Garten. Und damit haben wir nun auch begonnen. Gestern rollten die Bagger. Zuvor möchte ich euch aber noch den Garten zeigen, wie er bisher aussah, um euch zu zeigen, wie nun unser neuer Garten nach und nach entstehen wird.... hoffe ich zumindestens...

Das Haus wurde 1972 gebaut und zu dieser Zeit auch der Garten angelegt, in den vielen Jahren wurde daran nichts mehr geändert und so wuchs ein Walnußbaum zu einem mächtigen Riesen heran, der zwar im Sommer wunderschönen Schatten spendete, eine Heimat für verliebte Tauben bildete, aber im Herbst auch unheimlich viel Laub abwarf... das war uns eindeutig zuviel! Denn das Laub musste ja nicht nur aufgesammelt, sondern auch weggebracht werden und da kamen mehr als 10 große Gartensäcke zusammen. Daher, so traurig es war, fällten wir den Baum schon im letzten Jahr! Der Stumpf sollte dann im Zuge der Gartenumgestaltung gezogen werden... dabei machte es uns der Baum nicht leicht...

Als wir 2009 in unser Haus einzogen hatten wir auch direkt zwei riesige Zypressen gekappt, welche viel Licht nahmen, ein kaputter Apfelbaum wurde gefällt, ebenso eine große Tanne. Ein morscher Kirschbaumstamm, der eigentlich nur noch aus Efeu bestand auch. Ich ärgere mich, dass ich keine Bilder vom wirklichen Ursprungsgarten habe. Er war so schön verwildert und urwüchsig. Ich liebe sowas sehr, aber es ist auch einfach sehr schwer zu pflegen. In den nächsten Jahren folgten der sehr alte und nicht mehr ertragreiche Birnen- und Pflaumenbaum und vor wenigen Tagen wurde einer der Pfirsichbäume der zu dicht an der Mauer stand auch gefällt. Den anderen Pfirsichbaum konnte ich mit viel gutem Zureden und der Bestätigung unseres Gärtners retten. Mein Mann wollte auch sein Leben auslöschen.... *melodramatisch*
Im Garten wuchsen ebenso Unmengen an Flieder, Holunder und sonstiges Sträucher, die wir garnicht benennen können. Alles wurde im Herbst letzten Jahres schon zurückgeschnitten, damit wir dann nun direkt beginnen konnten. Ebenso wurde in die linke Garage ein Durchgang von meinem Mann gebrochen und mit einem Rolltor versehen, da wir sonst keine Möglichkeit gehabt hätten, Bagger und sonstige benötigte Fahrzeuge in unseren Garten zu bekommen.

Da der Garten so unkrautüberwuchtert und stammlastig ist, sieht der Plan zunächst wie folgt aus: Alles an Stämme und Wurzeln im Garten ziehen! Alle Bodensteine, Befestigungen usw. entfernen. Danach minimum 30cm Erdreich abtragen und dann erst einmal abwarten. Sollte sich doch nochmal etwas an Unkraut melden, dagegen angehen. In dieser Zeit wollen wir uns dann auch nochmals intensiver mit der Planung des zukünftigen Gartens beschäftigen. 
Puh, ihr seht einiges hat sich schon getan, vieles haben wir noch vor uns bzw. wurde gestern schon angepackt. Dazu mehr, im nächsten Bericht unseres Gartenprojekts.

Dieser rechte Bereich, soll dann für das Herzkind hergerichtet werden. Etwa in der Mitte des Bildes kann man eine Vertiefung erahnen. Hier ist noch die Teichschale vom Vorbesitzer drin, welche wir ebenfalls noch entfernen müssen. Die Fische die daran leben mussten, ebenso die Schnecken hatten wir damals gleich befreit und meiner Mama gegeben, damit sie auch Platz haben. Hier soll dann zunächst ein großer Sand-Matsch-Bereich mit Matschküche entstehen. Ein Spielhaus könnte ich mir auch vorstellen und die Kletterbögen hätten im Sommer auch Platz.

Der Stumpf des Grauens... was so unscheinbar wirkt, hat ein riesiges Wurzelwerk, was sich durch einen Großteil des Gartens zieht...

Hier kann man schon viele der alten Stämme erkennen, die auch so dicht an die Mauer gesetzt wurde, dass diese auch schon recht instabil wurde. Wir hatten wirklich Angst, dass wir die Mauer beim herausholen zerstören werden. Die Nachbarn ebenso... Da unser Vorbesitzer seinen Laubabfall immer wieder im Garten verteilt hat, ist das Niveau von unserem Garten bis zu 30cm höher, als das der Nachbarn... wir haben sogar Baumstümpfe entdeckt, die zuvor verborgen waren...

Unsere Terasse bisher, auch hier soll sich dann einiges ändern. Die bisherigen Fliesen kommen weg. Ach, und im Vordergrund steht die Minikiefer... nein, es ist keine kleine Tanne, ich wurde von unserem Gärtner aufgeklärt. Auch dieser wollte mein Mann den "gar ausmachen" und unser Gärtner bestärkte mich, dass wir sie erhalten können. Somit können wir wenigstens zwei Pflanzen aus dem Altbestand des Gartens retten und es wird nicht alles "neu" sein.

Unser Balkon über der Terasse. Durch unseren Pfirsichbaum hindurch blickend. Ich bin wirklich froh, dass er bleiben darf!

Hier sieht man den Pfirsichbaum, nicht groß, aber er bekommt ganz viele tolle Früchte *mjam* Die Garage der Nachbarn dürfen wir übrigens auch sanieren. Unser toller Hausvorbesitzer hat direkt an die Wand seine Komposter gestellt, welche Feuchtigkeit ins Mauerwerk ließen und dieses schwer angriffen.

Hier die Garage mit dem neuen Durchgang. Man erkennt die einzige Durchgangstür von der Straße in den Garten, da hätten wir nie einen Bagger durchbekommen und nur mit Schippe und Schubkarre, wären wir dem Garten nicht bei gekommen.

Meine geliebten Gänseblümchen, ob ich euch jemals wieder sehen werde? Ich streu euch heimlich dann wieder auf den englischen Rasen, den mein Mann möchte *hust* Hat keiner gelesen, oder?

Mittwoch, 26. März 2014

Sitz. Platz. Aus?

Also manchmal ist wirklich der Wurm drin. Seit Tagen versuche ich mich nun an einem weiteren Blogpost und es gelingt mir einfach nicht. Möchte ich Morgens schreiben wird der Zwerg plötzlich viel früher wach und raubt mir meine "Ich-Zeit" am Morgen. Möchte ich Abends schreiben, nachdem ich ihn zu Bett gebracht habe, bekomme ich ihn nicht ins Bett und er ist noch ewig wach.
Hier waren eindeutig die Zähnchen schuld, denn nachdem nun ewig nichts passierte, sind nun innerhalb weniger Tage Zahn 9 und 10 durchgebrochen. Ungleich bleibt das Herzkind nämlich nicht, wieso auch? Ich kann mir also sicher sein, kommt ein neuer Zahn, kommt der Gegenüber sicherlich auch bald. Jedenfalls hat er nun seine ersten oberen Bäckenzähne und die müssen echt so richtig Aua gemacht haben. Und wenn das nicht genug gewesen wäre, wurde gestern geimpft und diesmal hat das Herzkind wirklich mit Fieber reagiert. Armer Tropf! Jetzt höre ich ihn schon im Babyphone und habe die Vermutung, dass ich auch heute wohl nicht mit dem Beitrag fertig werde bzw. ihn nicht an einem Stück schreiben kann....

Ok, Stunden später geht es nun weiter...


Schon seit Tagen liegt hier das neue Buch von Eva Solmaz "Sitz. Platz. Aus?" und wartet darauf von mir in einem Beitrag beschrieben zu werden. Es ist wirklich ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch, in dem so ziemlich alle "Erziehungsprobleme" unserer Zeit angesprochen und mehr oder weniger aufs Korn genommen werden. Wie Eva Solmaz schreibt, ist es kein Erziehungsratgeber und soll somit keine Tipps und Tricks parat halten, wie man in bestimmten Situationen umgehen soll. Wobei... für mich tut er es in gewisser Weise schon oder lese ich nur das raus, was ich heraus lesen möchte? Denn auch das ist etwas das die Autorin in ihrem Buch beschreibt. Eltern nehmen das aus Erziehungsratgebern mit, was sie in dieser Situation eigentlich lesen oder hören möchten! Es gibt zu jeder Situation mit Kindern viele Ansichten, sei sie durch die Generationen gewachsen, sei sie durch unterschiedliche Kulturen entstanden oder aus dem Bauch heraus. Jede Ansicht kann ihre Erziehungsmethode meist sogar schlüssig begründen. Vielleicht sogar statistisch belegen und mit Zahlen untermauern.
Nur was immer wieder fehlt ist der eigentliche Blick auf das Kind und seinen Bedürfnissen! Immer noch wird dem Kind angedichtet, es würde eine tyrannische Herrschaft über seine Eltern führen wollen, wenn man die "Zügel schleifen lässt", es mit im Elternbett schläft und und und... und wenn man es nicht richtig fördert (was ist eigentlich die richtige Förderung???), dann wäre Hopfen und Malz verloren! Ganz schön viel Streß und Arbeit, die man so als Eltern hat, oder?

Eva Solmaz schafft es am Ende eines jeden Kapitels immer wieder die Bedürfnisse des Kindes zu benennen und hilft dabei, viele Erziehungsthemen zukünftig vielleicht etwas entspannter zu sehen und sich zunächst zu fragen, wieso mein Kind dies eigentlich gerade tut. Wieso reagiert es nun so? Die Autorin schreibst selbst: "So wird immer mehr normales Verhalten als krankhaft und heilungsbedürftig angesehen."

Dieses Buch ist somit eine kleine Hilfe für verunsicherte Eltern. Es gibt "Denkanstöße, Perspektivenwechsel und ein wenig Unterhaltung" (wie die Autorin selbst schreibt), um den Eltern wieder eines klar werden zu lassen, was bei der Fülle an Ratschlägen durch Bücher, Internet, Verwandschaft aus dem Auge gerät: Das Kind!

Zu einer selbstbewussten starken Persönlichkeit, die sich geliebt und angenommen fühlt, 
gehört auch, dass diese Person nicht von der Bewertung und den Wünschen anderer abhängig ist. Und das kann manchmal ziemlich unpraktisch sein, 
weil Kinder dann nicht unbedingt das tun, was wir gerne hätten. 
Sie sind nämlich eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Wünschen und Vorstellungen 
und keine abgerichteten Hunde. 
- Eva Solmaz-

Samstag, 22. März 2014

Bewegung und Motorik

Immer wieder sprechen wir in der Montessori-Facebookgruppe darüber, was sinnvolle Anschaffung für unsere kleinen Zwerge ist bzw. was man sich zu bestimmten Anläßen für diese schenken lassen kann. 
Dabei kam die Sprache auf das Pikler-Dreieck. Ein stabiles langlebiges Kletterdreieck, welches schon den Kleinsten bei der Ausbildung ihrer Motorik und dem Körpergefühl unterstützt. Ich habe dann angefangen mich zu informieren und bin dabei auch über Kletterbögen gestolpert, welche mir ebenfalls sehr gefallen haben.
Nun behielt ich also die Kleinanzeigen im Auge und vor einer Woche wurde ein Angebot eingestellt, bei welchem ich sofort zuschlagen musste und dabei hoffte, dass es bitte noch da ist.

Es handelt sich um zwei Kletterbögen unterschiedlicher Größe, ein dazu passendes Motorikbrett und passende Adapter. Der Anbieter legte noch die Rechnung bei und schrieb den Shop dazu, von welchem er die Bögen und das Zubehör damals kaufte. So konnte ich zuvor bei den Miniminis stöbern und sehen, dass ist genau das Richtige für meinen kleinen Kletterzwerg!
Dabei zeigte sich zusätzlich: Ich hab mal wieder ein richtiges Schnäppchen gemacht! Keine Ahnung vor wievielen Jahren der Anbieter damals alles erstanden hatte. Auf seiner Rechnung stand als Gesamtbetrag etwas um die 500 Euro und nun kostet dort alles zusammen über 1000 Euro *schluck*... erstanden habe ich es für 280 Euro! 
Gestern konnte mein Mann alles abholen und wir stellten den kleineren Bogen sofort auf. Der Bogen wurde vom Herzkind direkt begutachtet und beklettert (die untersten Stufen). Heute legten wir das Motorikbrett dazu. Es gibt dafür ganz viele Verwendungsmöglichkeiten: Als Wackelbrett, als Wippe, als Steg zwischen beiden Bögen usw.
Durch die Schräge ließen wir zusammen Autos darauf fahren und später kletterte das Herzkind über das Brett zum Bogen. Und wir nutzen ihn auch schon als Höhle mit Decke darüber. Alle Teile sind wirklich sehr stabil und massiv verbaut. Wir werden daher sicherlich noch ganz viel Spaß damit haben.







Donnerstag, 20. März 2014

Alles beginnt mit der Sehnsucht

Heute muss ich einen ganz verliebten Post schreiben! Ich bin ja soooo verliebt! Und zwar in meinen wunderschönen Babybauch! Also nicht in einen aktuellen echten Babybauch.... sondern in meinem Gibsbauch! 
Endlich ist er da! Seit letzten Freitag. Und nun bewundere ich ihn mehrmals täglich, wenn ich an ihm vorbei laufe und bin einfach nur begeistert. Und verliebt! Wir haben das Wunder festgehalten. In diesem kugelrunden Bauch (war der wirklich soooo groß? *glubsch* Und wo ist dieses wunderschöne Dekoltee hin? *schnief*) war unser kleines Herzkind bevor es geboren wurde. Und ich kann täglich sehen, was mein Körper doch außergewöhnliches geleistet hat!

Als wir damals den Bauch abgeformt hatten, habe ich zwar gewusst, dass ich den Abdruck nicht im Keller verstauben lassen möchte, aber was daraus werden sollte? ... zunächst wollte ich ihn selbst bearbeiten und bemalen *hust* Ich und meine Ausdauer bei filigranen Dingen... naja. Jedenfalls bin ich schon während der Schwangerschaft über Julia´s Babybauchatelier im Internet gestoßen und bestaunte die wunderschönen Kunstwerke, welche sie aus den Bäuchen zauberte. So etwas wollte ich auch! Unbedingt!

Also fuhr mein Bauch nach Erfurt. Nicht gerade um die Ecke, aber ein Fahrdienst fand sich glücklicherweise und es hat sich absolut gelohnt!

Aber seht doch selbst! Hier wird sichtbar, auf was wir viele Monate sehnsuchtsvoll warteten. Es bleibt für immer erhalten und mal ganz ehrlich, ein tolles Wohnaccessoire ist es auch!





Dienstag, 18. März 2014

Faktor Zeit

Einen Teil eines der bekanntesten Zitate von Maria Montessori habe ich hier rechts in meinem Blog stehen. Meist liest man davon sogar nur noch die Textstelle "Hilf mir, es selbst zu tun". Dabei sollte dieses Zitat wirklich im Gesamten erfasst werden:

Hilf mir, es selbst zu tun.
Zeige mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich.
Ich kann und will es allein tun.
Hab Geduld meine Wege zu begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche
ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche
machen will.
Mute mir Fehler und Anstrengung zu
denn daraus kann ich lernen.
- Maria Montessori - 

In diesem Zitat wird sie schon genannt! Die Zeit! Für unsere beschleunigte Welt, mit unseren übervollen Terminkalendern ist Zeit ein wichtiges Gut und muss oft genau durchgeplant sein. Und damit kommen wir nun schon zu unserem unvermeidbaren Konflikt mit dem Kind. Kindern ist der Faktor Zeit völlig egal! Sie wissen nicht was das ist, sie leben nicht nach der Uhr. Sie leben im Hier und Jetzt. Und mal ganz ehrlich, macht uns das nicht alle auch einfach etwas neidisch? Ich würde gerne mal den Hintergedanken an die Zeit abschalten können und den Moment einfach nur mal aufsaugen und so stehen lassen.
Für unsere Erwachsene ist es daher oft schwierig einfach nur mal daneben zu stehen und unsere Kinder bei ihrem Tun zu beobachten. Wie sie Handlungen ausführen, Handgriffe üben und erproben. Es juckt uns in den Fingern, ihnen helfen zu wollen. Zum Einen, um es ihnen nochmals zu zeigen, vielleicht haben sie es ja noch garnicht verstanden. Und zum Anderen, wenn uns mal wieder die Zeit im Nacken sitzt.

Vollführt das Kind aber langsame Bewegungen, dann kann der Erwachsene gar nicht anders als einzugreifen und sich an die Stelle des Kindes zu setzen. 
Statt dem Kinde also bei seinem wichtigsten seelischen Bedürfnissen zu Hilfe zu kommen, ersetzt der Erwachsene die kindliche Übungen durch seine eigene Fertigkeit, wann immer das Kind versucht, Handlungen zu erlernen. Er versperrt damit dem Kind jeden Weg zur Bestätigung und wird selbst zum gewichtigsten Hindernis für dessen innere Entwicklung. 
- Maria Montessori -

Natürlich ist es in diesem Moment einfacher für uns, wir gelangen schneller an das erwünschte Ziel und haben Zeit gewonnen. Dem Kind dienen wir damit nicht, wir behindern es in seinem Lernprozess. Wir schieben diesen Lernprozess somit nur auf oder unterdrücken ihn vielleicht sogar gänzlich. Wir können dem Kind nicht auf Dauer alles abnehmen:

Alle wirklich wichtigen Schritte muss jeder Mensch alleine tun [...] 
So ist es auch beim Kind: Es selbst muss tun, denken und fühlen. Es selbst hat die wichtige Aufgabe, aus einem Neugebornen mit seinem vielen Möglichkeiten den einmaligen Erwachsenen aufzubauen, der in der Gesellschaft handlungsfähig ist. Diese Entwicklungsaufgabe kann das Kind nur erfüllen, wenn es eigenständig handeln kann. 
- Sigurd Hebenstreit - 

Es braucht Zeit um Handlungsabläufe zu erlernen. Es braucht Zeit bis ein Kind seine Handmotorik und die einzelnen Schritte miteinander verbinden kann und es somit ein Ganzes ergibt. Für uns Erwachsene ist es Routine, wir wissen garnicht mehr, wie komplex unsere ganzen Handlungsabläufe sind, wieviel Schritte in ihenen eigentlich stecken. Daher hier mal ein kleines Bespiel aus unserem Alltag: Kaffee kochen!

Ich habe extra mal die Zeit gestoppt, um erfassen zu können, wie lange ich dafür brauche und wielange ich mit dem Herzkind dafür brauche. Koche ich Kaffee, halte ich meine leckere schaumig dampfende Tasse nach 2:49 Minuten in den Händen und kann sie genießen. Mit Kind gliedert sich das etwas anders...

"Herzkind, kommst du, ich möchte eine Tasse Kaffee"... der Zwerg schiebt seinen Lernturm Richtung Kaffeemaschine... denn er ist ja noch zu klein, um direkt an die Maschine zu kommen. Ich räume derweil schon die Tasse aus dem Schrank, richte Kaffeepads und Zucker. Sobald er den Lernturm erklommen hat, macht sich der Zwerg daran den Zucker einzeln in die Tasse zu geben. Dabei zähle ich laut mit und sage, wieviel wir noch brauchen. "Ok, noch einen Würfel... danke, wir sind fertig.... nein, keinen weiteren Zucker mehr.... leg ihn zurück....." Als nächstes den Pad in die Maschine einlegen... "nicht zusammen knüllen... einfach reinlegen... genau... und nun Deckel runter und zumachen..." Als nächstes muss die Tasse unter die Maschine. Die Tasse ist etwas größer und muss erst schräg gehalten werden, damit sie darunter passt. Das ist etwas knifflig und braucht daher auch immer etwas mehr Zeit und dann darf das Herzkind ENDLICH den Knopf drücken. Den würde er am liebsten schon zig mal vorher drücken, nur dann läuft das heiße Wasser überall hin, nur nicht durch den Pad in die Kaffeetasse. "Noch nicht Start drücken... erst die Tasse drunter.... auch jetzt noch nicht Start drücken, erst den Pad.... stop, noch nicht starten.... Deckel zu.... *innerlich tief ein und ausatmen*... warte.... moment.... *puh*... ok, jetzt" Während dieser ganzen Zeit, bereite ich die Milch im Milchaufschäumer vor, diesen Schritt haben wir noch nicht eingebaut, erst muss mal das Kaffeekochen alleine klappen. Bis ich also meinen fertigen Kaffee in der Hand halten darf, vergehen zusammen mit dem Herzkind 6:41 Minuten! Ein ganz schöner zeitlicher Unterschied, aber eines habe ich nicht, wenn ich alleine meinen Kaffee koche: Ein wundervolles selbstzufriedenes Lächeln, wenn mir mein kleines Herzkind am Ende noch den Löffel in den Kaffee steckt, weil er weiß, er hat das alleine machen dürfen ♥






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