Dienstag, 28. März 2017

Windelfrei geht von den Kindern aus!

Eigentlich hatte ich vor einigen Tagen noch überlegt, dass ich doch mal wieder etwas über unsere Stoffwindeln schreiben könnte, aber wie das Leben eben ist oder im Speziellen unsere Kinder: Planen ist eher selten möglich! Sie geben uns den Weg vor, sie zeigen uns, was ihnen jetzt wichtig ist und was sie brauchen.

Meine kleine Tochter zeigt nun seit einigen Tagen immer an, dass sie aufs Töpfchen möchte oder viel lieber sogar auf die Toilette. Wie Mama und Papa und natürlich auch der große Bruder! 
Schon in einem anderen Blogartikel habe ich darüber berichtet, dass ich meine Tochter in Standardsituationen abhielt und immer dann, wenn ich es vermutete bzw. meine Tochter es mir zeigte. Die Standardsituationen klappten in der Regel immer und dazwischen mal mehr, mal weniger gut. Als Backup hatten wir immer unsere Stoffwindeln, welche ich niemals mehr missen würde. Jedenfalls, so wird oft berichtet, scheint das direkte Nässegefühl den Kindern sehr zu helfen und sie merken, wenn dann doch etwas in der Windel gelandet ist, so war es auch oft bei der Tochter.

Natürlich könnten Kinder bzw. unsere Babys schon von Anfang an komplett windelfrei leben, denn es liegt in unserer Natur uns nicht beschmutzen zu wollen. Wir müssen nur auf die Signale unserer Kinder hören bzw. sie wahrnehmen und zusammen mit unserem Kindern dann eine Routine finden beim Abhalten. Wusste ich, sie muss Pipi, dann machte ich beim Abhalten ein "Schhh"-Geräusch und fragte sie auch dann, ob sie Pipi muss und kurz danach kam dann meist auch der Strahl. Wusste ich sie muss groß, fragte ich sie auch das und versuchte dann ein "Drück"-Geräusch nachzumachen. Jetzt bitte nicht lachen! Aber schon schnell merkte ich, dass sie verstand, was ich jeweils meinte und an ihrer Mimik und ihrer Körperspannung sah ich, dass sie versuchte umzusetzen was ich sie fragte. Klingt vielleicht komisch, aber so ist es. Vielleicht können mir das andere Windelfrei-Mamas bestätigen?

Jedenfalls ist es kein Konditionieren des Kindes und auch kein "Töpfchen-Training", wenn man schon früh versucht ihren Bedürfnissen nachzukommen und sie darin zu unterstützen, sich nicht zu beschmutzen und sich wohlzufühlen. Im Alltag und auch der Deutung von Zeichen kann das manchmal, auch öfters (!), untergehen. Deswegen sollte Windelfrei kein Zwang sein bzw. man muss sich als Mama nicht schlecht fühlen, wenn man sein Kind irgendwie nicht so ganz versteht. Schon einige Male habe ich, nachdem ich feststellte die Windel ist nass, hinterher gemerkt, da gab es doch Zeichen, meine Tochter hat es mir eigentlich signalisiert, aber ich war abgelenkt. Das Essen droht überzukochen, man will noch schnell etwas fertigstellen und unterwegs... ja, da hat es bei uns bisher noch garnicht funktionert. Und durch Schübe, andere Umgebungen und neue Situationen, kann auch mal ein "Windelfrei"-Streik eintreten. Lernen die Kinder gerade krabbeln oder laufen, nimmt sie das so ein, dass in anderen Bereichen auch mal "Rückschritte" da sind bzw. diese für die Kinder dann weniger wichtig sind oder sie werden abgelenkt (von großen Brüdern, die ins Babd stürmen z.B.) oder auch bei uns: Wir waren im letzten Jahr im Urlaub und dort wollte sich die Tochter (damals 9 Monate) garnicht abhalten lassen, alles ging in die Windel und auch eine ganze Weile noch, als wir schon wieder Zuhause waren. Ich habe also abgewartet, sie beobachtet und ihr, wenn sie wollte, das Töpfchen angeboten.

Nun ist meine Tochter als 14 Monate alt und signalisiert seit Wochen immer deutlicher. Sie läuft Richtung Bad, sie zeigt auf die Toilette. Sie wird z.B. beim Essen immer unruhiger und fängt an zu meckern. Es beeindruckt mich sehr, wie deutlich sie das zeigt und versetzt mich auch zurück zu den Windelfreianfängen mit meinem Sohn. Als er keine Windel mehr tragen wollte, war er 26 Monate alt. Im Nachhinein, weiß ich aber, er wollte sie schon deutlich früher nicht mehr. Aber ich war damals noch nicht soweit. Ich habe ihn nicht verstanden.

Da ich mich nun mehr mit dem Thema "Windelfrei" befasst habe, scheint der Zeitpunkt bei meiner Tochter nun viel früher, als beim Sohn, gekommen zu sein, in dem sie mir deutlich zeigt, es geht auch ohne Windel. Aber auch jetzt fühle ich mich wieder etwas überrumpelt. Auch jetzt stehe ich wieder vor vielen Fragen, gerade was die erste Zeit unterwegs ohne Windel betrifft. Bei dem Sohn hatte ich einfach immer ein leeres Marmeladenglas dabei. Aber wie mach ich das jetzt bei der Tochter? Soll ich jetzt wirklich schon Unterwäsche kaufen? Sind wir wirklich schon soweit? Vorgestern waren wir 1,5 Stunden auf dem Frühlingsfest unseres Ortes unterwegs, ohne Windeln und mit Töpfchen im Fahrradanhänger. Alles blieb trocken, aber sie wurde zum Ende hin, auch immer unruhiger, auf das Töpfchen wollte sie aber auch nicht, als ich es ihr anbot... abhalten will sie schonmal garnicht, da macht sie sich steif, hatte ich schon Tage zuvor einmal ausprobiert, als wir mit dem Auto unterwegs waren und sie Pipi musste. Und gestern, da waren wir bald 2 Stunden unterwegs, bei der Post und in der Krabbelgruppe. Gegen Ende merkte ich, sie wurde unruhig, sie muss Pipi. Aber sie wollte nicht auf die kleinen Toilette des Kindergartens, da half kein gutes Zureden. Zuhause sind wir dann sofort auf die Toilette und dort klappte es dann wieder. Mal sehen, welchen Weg wir unterwegs also finden werden.

Das "Trockenwerden" ist also nichts, was von uns Eltern ausgeht. Nichts, was wir irgendwann "einmal angehen" müssen, weil wir jetzt keine Lust mehr haben Windeln zu wechseln und die Kinder doch nun schon "groß genug" sind. Unsere Kinder sind von Anfang an windelfrei, es benötigt keine Reife dazu, die sich erst entwickeln muss, wie es noch oft geschrieben wird. Sie ist eigentlich schon da. Viel eher ist so, dass viele Kinder verlernen auf ihren Körper zu hören, wenn wir ihre Signale nicht wahrnehmen. Und das meine ich keinesfalls anklagend, denn auch ich weiß, wie schwer das manchmal ist und habe es beim Sohn selbst erlebt! Viel zu spät habe ich davon erfahren und es zunächst auch als"Humbug" abgetan. Ich möchte nicht sagen, dass Windelfrei ein Muss ist, aber auf alle Fälle ein Versuch von Anfang an mit unseren Kindern zu kommunizieren und zu versuchen die Signale zu deuten, damit sie ihre Körperwahrnehmung und Bedürfnisse verstehen und behalten können. Damit unterstützen wir unsere Kinder in ihrer Selbstständigkeit und ihrem Selbstbewusstsein.


1 Kommentar:

  1. Hallo Sabrina,

    Wir haben für unterwegs so eine Frauentoilette mit zusätzlichem Beutel.
    Gibt es im Outdoor-Bereich, z.B. Globetrotter.
    Ist zwar ein Junge, aber auch für ihn klappt es gut. Man kann ja nicht überall einen Grünstreifen finden oder eine saubere Toilette. Auf nicht so saubere Toiletten geht er nicht, also scheiden viele Rasttätten aus oder auch im Zug.
    Reinigung ist sehr leicht, Material trocknet schnell.
    Es war bei uns sofort akzeptiert und ist in seinem Rucksack immer dabei.

    Viele Grüße
    Stefanie

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