Samstag, 28. November 2015

Der Weg zur Krippe


In diesem Winter wird der Zwerg 3 Jahre alt und ich merke, dass er sich zum ersten Mal wirklich vorab mit Weihnachten beschäftigt und sich dafür interessiert. Natürlich kommt das auch viel durch den Kindergarten, in dem die Vorbereitungen auf Weihnachten auch schon begonnen haben. Es werden passende Lieder gesunden, es wird ein Gottesdienst vorbereitet und die älteren Kinder unterhalten sich darüber ebenfalls. 

In diesem Jahr möchte ich daher auch damit beginnen, dem Zwerg die Weihnachtsgeschichte näher zu bringen. Wieso feiern wir Weihnachten? Ganz besonders gefallen haben mir dabei die Weihnachtslandschaften aus dem Waldorf-Bereich. Hier werden wunderschöne Krippen gestaltet und zumeist auch mit einem Weg dort hin. Der Weg wird oft begleitet von 24 Lichtern, von denen jeden Tag ein weiteres entzündet wird. Die Krippenfiguren werden täglich ein Stück weiter gerückt und meist wird auch ein Teil der Weihnachtsgeschichte dazu vorgelesen. All das verdeutlicht für die Kinder die Weihnachtsgeschichte und auch die Zeit die noch vergehen muss, bis zum Weihnachtsfest. Ich finde das eine wirklich wunderschöne Idee und mochte dies ebenso für den Zwerg gestalten.

Wir haben uns dazu für die wunderschönen Krippefiguren von Buntspechte entschieden, denen wir nun jedes Jahr weitere Figuren hinzufügen möchten. Bisher sind alle diesjährigen Figuren im Adventskalender versteckt und werden nach und nach ihren Weg in die Krippenlandschaft finden. 

Die Krippenlandschaft habe ich aus viel natürlichem Material und vorhandener Deko zusammen gestellt. Als Untergrund habe ich grüne Teppichreste verwendet, Moos aus dem Garten, Dekosteinchen und Vogelsand für den Weg zur Krippe. Die Krippe hat mein Mann selbst gebaut. Sie wurde noch mit Heu ausgekleidet und stellt natürlich das Ende der Reise dar. 

In diesem Jahr werden wir die Figuren täglich einfach ein Stück weiterrücken. 4 kleine Teelichter sollen Abends den Weg erhellen und ein LED-Lichtlein hinter der Krippe, soll auch diese schön beleuchten.

Ich bin schon sehr gespannt, wie dieses tägliche weihnachtsliche Ritual bei dem Zwerg ankommen wird und ob es ihm gefällt. Ich werde berichten und euch natürlich auch noch weitere Bilder zeigen, wenn Maria und Josef, dann wirklich den Weg zur Krippe auf sich nehmen.







Freitag, 27. November 2015

Schwangerschaft mit Hashimoto Thyreoiditis - Teil 3

Wieder mal wurde es stiller, wieder mal schaffte ich es nicht weitere Blogartikel zu schreiben. Ich fühle mich müde und absolut antriebslos. Ich schaffe es im Moment kaum, die alltäglichen Aufgaben zu erledigen und bin frustriert.

Mich behindert der stetig wachsende und einfach überdimensional große Bauch. Mich nerven die Kompressionsstrümpfe, die ich jeden Tag tragen muss, sie engen mich ein und jeden Morgen ist das Anziehen ein Kampf. Nun beginnen auch wieder die Restless Legs, die ich aus der ersten Schwangerschaft schon kannte. Sie rauben mir, neben dem ständigen Harndrang, den Schlaf. Ich werde teilweise stündlich wach und kann mich kaum erholen. Ich nehme nun wieder Magnesium-Fußbäder.

Schwangerschaftsspezifische Wehwehchen, die für sich gesehen alle nichts besonderes und aushaltbar wären. Aber die Antriebslosigkeit setzt mir zu.

Leider kam nach der letzten Blutuntersuchung heraus, dass wir den Schilddrüsenwert auch weiterhin nicht im Griff haben. Schon wieder muss ich die Dosis steigern. Ich glaube mittlerweile nicht mehr, dass wir dies bis zum Ende der Schwangerschaft überhaupt noch irgendwie geregelt bekommen, sondern grundsätzlich nur immer wieder dagegen steuern.

Befindet sich die Schilddrüse in einer Unterfunktion, kann dies diese Antriebslosigkeit verursachen, dies kann sogar depressionsähnliche Züge annehmen. Und genau so fühle ich mich im Moment. Ich kenne das noch ganz zu Beginn meiner Erkrankung, als sie noch nicht bekannt war, ich aber wusste irgendetwas stimmt nicht und ich muss mich durchchecken lassen.
Antriebslosigkeit, depressive Züge, das hatte ich auch damals. Nach Hause kommen und am liebsten nur an die Wand zu starren und nichts zu tun, so war das. Ich fand es damals schon schlimm, aber ohne Kind, Haus und Schwangerschaft irgendwie machbarer. Jetzt ist es einfach nur ätzend! Man weiß, was alles zu erledigen ist, sieht den Staub und die Aufgaben und will sie auch abarbeiten, schafft es allerdings nicht! Jedenfalls nicht in dem Umfang, den man von sich selbst gewöhnt ist.

Ich muss im Moment ordentlich zurückschrauben und das schmeckt mir nicht. Es macht mich hibbelig und absolut unzufrieden mit mir selbst. Auch mein Mann merkt das schon und fragt mich öfters, was denn nun schon wieder ist, wenn ich vor mich hin grummele. Für Außenstehende ist es oft schwer zu verstehen, was genau Hashimoto alles mit dem Körper macht, dass es viel mehr ist, als einfach täglich eine Tablettendosis. Das sovieles im Körper betroffen sein kann, das nicht richtig funktioniert oder läuft und das es frustrierend ist.

Vor den Schwangerschaften war auch noch alles gut, es war wirklich nur die tägliche Tablettendosis und alles war wunderbar. Nun bringen die Schwangerschaften meinen Körper an Grenzen und die Hormone wirbeln alles durcheinander, ebenso meine Autoimmunerkrankung.

Ich weiß, das Jammern nichts daran ändern wird, aber es tut gut, es sich von der Seele zu schreiben und ob es mit Ende der Schwangerschaft wirklich direkt besser wird, ist ebenfalls noch nicht gesagt. Denn dann stellt sich der Körper wieder um... und muss einreguliert werden... frustrierend!

Diesen Artikel versuche ich nun schon seit mehr als einer Woche zu Ende zu bringen... geschafft hatte ich es bisher nicht... nun geht es mir aber wieder etwas besser und ich fühle mich wieder fitter. Scheinbar schlägt die höhere Dosierung nun wieder an. Wie lange, das wird sich zeigen...

Meine fast tägliche Einnahme-Blister. Hier Tabletten, dort Tabletten. Da mal eine Kapsel. Wenn es zum Fußbad nicht reicht, dann gibt es auch mal Magnesium zum Auflösen... wundervoll!

Donnerstag, 26. November 2015

Der Adventskalender 2015


Einige von euch haben den Schnappschuss schon auf meiner Facebook-Seite gesehen. Der diesjähriger Adventskalender für den Zwerg. Er besteht aus einer alten Leiter, die noch vom Vorbesitzer unseres Hauses zurück gelassen wurde, einer vorhandenen Lichterkette, vorhandenen Stoffbeutelchen (plus ein paar wenigen Tüten, die ich dazukaufte) und dem diesjährig gekauften Inhalt.

Mit was habe ich in diesem Jahr den Adventskalender gefüllt?

Zunächst einmal mit den Krippefiguren (von Buntspechte), die ich in diesem Jahr extra gekauft habe. Es wird eine Krippenlandschaft geben, in welcher diese Figuren nach und nach aufgestellt werden. Mit täglichen Auszügen aus der Weihnachtsgeschichte, möchte ich dem Zwerg das Weihnachtsfest näher bringen. Daneben gibt es ein Fahrzeug-Memory , welches ich in viele der Beutelchen aufgeteilt habe. Es ist keines der üblichen Memorys mit gleichen Motiven, sondern man sieht das Fahrzeug auf der einen Karte und die dazu passende Umgebung auf der anderen Karte. Also z.B. ein Bagger befindet sich auf einer Baustelle usw.
Ansonsten verstecken sich in den Beutelchen noch einige Badartikel (alle Artikel habe ich bei dm gefunden). Brausetabletten, die das Wasser färben. Blubberdrachen und Kugeln , in denen nach dem Auflösen ein kleines Tierschwämmchen zu finden ist.
Auch ein wenig Schokolade findet dieses Jahr zum ersten Mal Einzug in den Adventskalender, einfach deshalb, weil es für den Zwerg etwas besonderes ist. Es ist auch nicht in jedem Beutelchen und auch nicht in jedem zweiten Beutelchen etwas Süßes, sondern eben nur ganz dezent.

Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, dass mir der tägliche Schoko-Kalender immer irgendwann zuviel wurde. Ich begann die Schokolade auf einem Tellerchen neben dem Kalender zu lagern.... das ist ja nun auch nicht Sinn der Sache.

Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf die Augen des kleinen Zwerges und wie ihm sein Kalender gefallen wird. In diesem Jahr wird er ihn doch nochmal bewusster erleben, als in den Jahren zuvor. Man merkt jetzt schon, dass er mit Weihnachten viel mehr anfangen kann und auch schon darauf hinfiebert. Es wird eine schöne Weihnachtszeit werden, gesehen durch Kinderaugen. Ich freue mich sehr darauf!




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Mittwoch, 25. November 2015

Es wird kalt.... unser Jahreszeitentisch im Winterschlaf!


Und wieder wird der Jahreszeitentisch umdekoriert. Viel zu schnell geht es jetzt und die nächsten Feste stehen schon an. Bevor wir uns nun ganz auf die kommende Weihnachtszeit einstellen und wir uns mit dem Nikolaus beschäftigen werden, wird es auf dem Jahreszeitentisch etwas ruhiger. Denn so ist es auch in der Natur. Die Tiere sind mit der Futtersuche beschäftigt und viele haben sich auch schon ihre Unterkünfte für den Winterschlaf bzw. die Winterruhe gesucht und kuscheln sich ein.

Diese natürlichen Ereignisse versuchte ich etwas auf dem Jahreszeitentisch zu thematisieren und mit passenden Büchern und darin enthaltenen Informationen zu untermalen.

Der Bär sucht sich eine Höhle für den Winterschlaf, die Wildschweine und Rehe suchen fleissig die Früchte der Natur, um sich ordentliche Reserven für die kalte Jahreszeit anzufressen. Der Igel verkrümmelt sich in kuschelige Blätterverstecke und kugelt sich ein. Es gibt viel zu sehen und viele interessante Fakten zu entdecken. 

Die Bücher habe ich im letzten Jahr bei Anna von Eltern vom Mars entdeckt und kann sie ebenfalls nur empfehlen. Sie sind sehr detailreich und auch detailverliebt und selbst wir als Erwachsene werden noch sehr viel Neues erfahren. Oder wusstet ihr wo die Insekten überwintern? Ich jedenfalls nicht!

Das Buch Welches Tier lief denn hier? habe ich schon einmal im Januar vorgestellt, mit der passenden Idee, die Tierspuren selbst nachzustellen: Spuren im Schnee

Das Buch Bald wird es kalt! ist ebenfalls mit ganz vielen Fakten und wunderschönen Zeichnungen bestückt. Ich blättere sehr gerne zusammen mit dem Zwerg darin und nehme viel Wissenswertes zu unserer heimischen Fauna in mich auf. 

Der Jahreszeitentisch wandelt sich ständig und so sind wir nun entgültig in der kalten und besinnlichen Jahreszeit angekommen. Ich freue mich sehr darauf!

Weitere gestaltete Jahreszeiten-Themen von uns, findet ihr hier: 







*Der Blogpost enthält Affiliate-Links

Donnerstag, 12. November 2015

Wir sind doch keine Käfer! - Plädoyer für die freie Geburtsposition -

Gestern habe ich auf meiner Facebook-Seite einen Artikel der Webseite "Gerechte Geburt" geteilt. In diesem Artikel geht es um die vielen falschpositiven Ultraschallschätzung des Kindsgewichtes. Mit dem Ultraschallgerät wird das Kind vermessen und daraus ein geschätztes Gewicht ermittelt. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Wort "geschätzt". Es ist und bleibt geschätzt! Und dennoch versteifen sich viele Ärzte sehr auf dieses Gewicht und verfallen bei Geburtsgewichten ab 4000 Gramm in Risikogesprächen. Es wird von spontanen Geburten abgeraten und die werdenden Mütter zu einem "sicheren" Kaiserschnitt bewegt. Auch wegen dieser vielen falschpositiven Ultraschallwerten steigt die Anzahl der Kaiserschnitte. Laut dem geteilten Artikel, waren nicht mal 25% der "zu groß" geschätzten Babys, wirklich so groß. Es gibt Gewichtsdifferenzen von bis zu 1000 Gramm, welche ich bei ähnlichen Diskussionen in Facebook-Gruppen schon lesen durfte. Einem ermittelten Geburtsgewicht durch ein Ultraschallgerät sollte also sehr kritisch gegenüber getreten werden!

Neben der Falschschätzung durch Ultraschall kommt nun noch die Aussage vieler Ärzte: "Das Kind ist zu groß!" Aber was heisst "zu groß" und wie kommen die Ärzte zu als unumstößliche Tatsache hinzustellen? Es wird doch ein Großteil der Frauen nicht Kinder in sich tragen, die für eine normale spontane Geburt zu groß wären? Wie hätte sich die Menschheit weiter entwickeln können, wieso leben wir noch? Auch die Aussage, das Becken der Frau wäre zu klein... da stelle ich mir wieder die Frage der Evolutionsgeschichte... vor allem wird diese Aussage oft gestellt, ohne überhaupt jemals das Becken der Frauen vermessen zu haben und auch ohne zu berücksichtigen das der Kindskopf der nach einem Kaiserschnitt vermessen wird, IMMER größer sein wird, als nach einer spontanen Geburt. Denn bei einer spontanen Geburt schieben sich die noch losen Schädelplatten übereinander und der Schädeldurchschnitt verringert sich. Die Natur hat sich also schon etwas gedacht...

Und da sind wir wieder, bei dem was wir Frauen eigentlich wirklich können. Nämlich normal und spontan gebären, wenn wir daran nicht gehindert werden. (Achtung: Bitte nicht vergessen, ich schreibe hier wirklich nur von normal verlaufenden Schwangerschaften und gesunden Frauen. Natürlich sind Kaiserschnitte wichtig und richtig, aber nicht in den Dimensionen, die wir in der Geburtsmedizin mittlerweile erreicht haben. Die WHO schreibt von maximal 10 - 15 %. In Deutschland steuern wir geradewegs auf mehr als 35% zu und in Ländern wie Brasilien liegt die Anzahl an durchgeführten Kaiserschnitten bei weit über 50%!!! )

Gehindert werden wir zum Beispiel durch die von Ärzten (ja, von Männern!) eingeführte Käferhaltung während der Geburt! Eine völlig unnatürliche Position, die den Geburtskanal verengt und bei dem die Kinder und die Mütter gegen die Schwerkraft arbeiten müssen. Alleine durch diese Geburtsposition ist die Dammriss- und vorallem die Dammschnittrate deutlich angestiegen, um den Kindern den Weg nach draußen "zu erleichtern" bzw. damit sie es überhaupt schaffen nach draußen zu kommen. In Kliniken werden bei 27,7% der Geburten ein Dammschnitt durchgeführt. Bei außerklinischen Geburten sind es gerade mal 5,1%.
Wenn man nun vergleicht, dass in Kliniken 76,2% der Babys in Rückenlage geboren werden, zu gerade mal 9% bei außerklinischen Geburten, ist der hohe Dammschnitt-Wert nicht verwunderlich! 

Bei außerklinischen Geburten gebären fast 35% der Frauen in sitzender oder hockender Position. Weitere knapp 24% gebären im Vierfüßlerstand. Nur 9% der Kinder werden hier in Rückenlage geboren. (alle Zahlen stammen aus der QUAG-Statistik 2012)
Wenn wir Frauen uns an den Beginn unserer Wehen zurückerinnern, werden wir auch feststellen, dass sich sicherlich nur die wenigsten von uns rücklings auf das Bett gelegt haben, um die Wehen zu verarbeiten. Dürfen wir frei entscheiden, laufen wir viel umher, gerade in der Eröffnungsphase. Wir lehnen uns an Möbelstücke. Für viele von uns ist die Toilette auch ein wunderbarer Ort zum Wehenveratmen und es zeigt sich, wir sind auch hier in einer eher hockenden Position. Nicht umsonst sind unsere Toiletten so gebaut, wie sie gebaut sind. Wir nutzen die Schwerkraft...
Meine Hebamme berichtete auch, dass sie die meisten Frauen bei geplanten oder ungeplanten Hausgeburten im Bad vorfinden und das auch oft in der tiefen Hocke. Es ist eine natürliche Geburtsposition und findet sich immer wieder, gerade auch bei den vielen Naturvölkern, die sich ganz von ihrem Instinkt leiten lassen können und nicht durch einen vorgegebenen Klinikalltag in eine völlig unnatürliche Geburtsposition gedrängt werden.

Leider begünstigt die Käferhaltung auch viele Risiken.  Bedeutet, vieles was später als schreckliche Geburt beschrieben wird oder gar in einem Kaiserschnitt endet ist auch bedingt durch die Käferhaltung. Werden wir Frauen zu früh in diese Haltung gedrängt, in den Krankenhäusern meist durch die angelegten CTGs kann das Kind vielleicht garnicht richtig in den Geburtskanal hineinrutschen, die Geburt dauert länger. Wehen in Rückenlage zu verarbeiten ist schmerzhafter. Die dann oft genutzte PDA macht, dass wir uns auch weiterhin nicht viel bewegen können. Durch natürliche Geburtspositionen und passend gewählte Positionswechsel erreichen erfahrene Hebammen, dass die Babys sich schnell in den Geburtskanal arbeiten können und auch richtig hineinandrehen, um auch auf natürliche Weise geboren werdne zukönnen. Ein schneller Wechsel der Position kann helfen z.B. verklemmte Schultern zu lösen.

Auch die Nobelpreisträgerin Ina May Gaskin (amerikanische Hebamme) fordert uns Frauen auf: "Bewegen Sie sich frei und nutzen Sie die Schwerkraft". Zudem nennt sie folgende Vorteile von aufrechten und damit natürlichen Geburtspositionen:

- Die Schwerkraft kann besser wirken
- Die bestmögliche Blutzirkulation zwischen Mutter und Baby ist gewährleistet (da die Blutgefäße der Mutter nicht vom Gewicht des Babys abgeklemmt werdn)
- Bessere Senkung des Babys ins Becken
- Stärkere Wehen
- Größerer Beckendurchmesser in der Hocke oder im Knien

Selbstverständlich sind wechselnde und auch aufrechte Geburtspositionen kein Wundermittel, um jedes Kind auf natürlichem Wege zu gebären. Allerdings sprechen viele Statistiken dafür, dass sie dennoch vieles verhindern könnten. Ina May Gaskin hat ihre Statistiken ebenfalls veröffentlicht und bei 2028 von ihr und ihrem Team begleiteten Geburten, bekamen 95,1% der Frauen ihre Kinder spontan außerklinisch zur Welt. Nur 4,9% mussten in die Klinik verlegt werden. 95% gebärten spontan und vaginal. 
Wir Frauen können das! Wir müssen uns hierfür von unserem Instinkt leiten lassen und erfahrene Menschen (Hebammen, Geburtshelfer, auch Ärzte) an unserer Seite haben, die um den natürlichen Geburtsvorgang wissen und nicht unnötig eingreifen.

Da das CTG zum Standardprozedere eines Krankenhauses gehört, sollten wir hier z.B. auf ein mobiles Gerät bestehen, um uns bewegen zu können. Das CTG ist ebenso kein Wundermittel, wenn es niemanden gibt, der es sich regelmäßig anschauen kann. Was bringen meterlange CTG-Abschriften, wenn die Hebammen noch mit einigen weiteren Geburten gleichzeitig beschäftigt sind? Die Frage ist eben auch, in wie weit wird es wirklich benötigt und ist eine 1:1-Betreuung nicht sinnvoller? (Ja, das ist sie!)

Ich weiß, dass wir uns alle auf das Geburtsteam verlassen möchten, welches wir während der Geburt an dem gewählten Geburtsort vorfinden werden. Ich weiß, dass es für uns Frauen in dieser Ausnahmesituation sehr schwer ist, dann noch auf unsere Rechte zu pochen und unserem Instinkt zu folgen, wenn wir gesagt bekommen, wir würden unser Kind gefährden... Ich möchte mit diesem Beitrag und den vorhandenen statistischen Belegen dennoch versuchen einen Weg zu finden, dass es auch anders gehen kann. Das Käferhaltung keine gute Position ist, dass Probleme hätten verhindert werden können und das wir Frauen uns wehren können und auch müssen.

Nein, ich weiß natürlich nicht, ob durch einen Positionswechsel, bei euch die Geburt hätte eine Wendung nehmen können. Im Nachhinein kann man viel spekulieren, aber nichts entgültig wissen! Ich weiß aber auch, dass es bei vielen mir berichteten Geburten garnicht erst versucht wurde, die Frauen aus der Käferhaltung zu holen und die Statistiken zeigen dies ebenfalls! 

Wir sind die werdenden Mütter, wir sind keine Käfer! Wir haben das Recht auf eine selbstbestimmte und natürliche Geburt, mit erfahrenen Geburtsbegleitern. Das wollte und musste ich mit diesem Beitrag einfach mal wieder loswerden. Und ich wiederhole und informiere immer wieder gerne (vielleicht oder wahrscheinlich nerve ich auch!), wenn es uns Frauen hilft, wieder zu einem selbstbestimmten Weg zurückzufinden.

Aus dem Buch "Die selbstbestimmte Geburt" von Ina May Gaskin


*Die Statistiken von Ina May Gaskin stammen aus ihrem Buch Die selbstbestimmte Geburt (Affiliate)

Mittwoch, 4. November 2015

Unser Jahreszeitentisch in der St.Martins-Zeit


Schon einmal habe ich von dem Jahreszeitentisch und seinem Nutzen berichtet. Ich liebe den Jahreszeitentisch und die Idee dahinter. Nun rückt das Martinsfest immer näher und auch im Kindergarten bereiten sie sich seit knapp zwei Wochen darauf vor. Die Kinder basteln zusammen mit ihren Erzieherinnen die Laternen für den Umzug und sie singen viele Martinslieder, welche natürlich auch während des Gottestdienstes und des Umzuges gesungen werden.

Ich bin nicht gläubig, der Zwergenpapa ist auch schon lange aus der Kirche ausgetreten, jedoch finde ich, dass das Christentum Teil unserer Geschichte ist und gerade in Bezug auf gelebte Feiertage (Ostern, Weihnachten, Nikolaus, St.Martin usw.), sollten wir unseren Kindern erklären, was wir denn hier überhaupt feiern. 
Und christlich hin oder her, grundsätzlich haben diese Feiertage Aspekte die auch in der heutigen Zeit wichtig sind bzw. sein sollten: Liebe, Nächstenliebe, Vergebung, Dank, Mitleid, Gemeinschaft usw.

Wir können also unseren Kindern, wenn wir ihnen den Hintergrund der Feste erklären, auch etwas damit vermitteln. Gerade unsere Kinder sind dafür noch sehr empfänglich und interessiert. 

St.Martin ist ursprünglich Soldat der einen Bettler vorfindet, mit kaum Kleidung am Leib und frierend an diesen kalten Tagen. Martin teilt mit dem Bettler seinen Mantel, so dass der Bettler nicht mehr frieren muss. Martin erkannte die Not dieses Mannes und tat, was er in diesem Moment im Stande war zu tun. Er hatte nichts zu geben dabei, außer das was er selbst am Leib trug und teilte dies mit einem Menschen der nichts hatte. Er verlangte keine Gegenleistung dafür. Nächstenliebe, Geben, Teilen... viele wundervolle Eigenschaften, an welche an diesem Tag erinnert werden und die im Alltag doch häufig zu kurz kommen. 

Der Zwerg ist jedenfalls schwer beeindruckt von St.Martin und spielt die damaligen Ereignisse immer wieder nach. Entweder mit dem wundervollen Ostheimer-Figuren-Set oder mit einem Handtuch und einem imaginären Schwert, abwechselnd ist er St.Martin oder der Bettler und Mama oder Papa müssen als Schauspiel-Partner mitwirken.

Auch haben wir ein kleines Buch dazu gekauft, welches die Geschichte um Sankt Martin in kurzen Textzeilen umreißt und für ein Kleinkind passend sind. Ich denke, für ein wirklich interessiertes Kindergarten-Kind mit vielen Fragen ist es schon zu knapp. Im nächsten Jahr werde ich mich nach einem Buch mit mehr Infos umschauen müssen. Auch zwei Lieder sind in diesem Buch enthalten, welche der Zwerg gerne singt.

Zu den Ostheimer-Figuren ist noch zu sagen, ich finde es sehr gelungen, dass der Mantel wirklich teilbar und auch das Schwert abnehmbar ist. So kann die Mantelteilung wirklich ganz wunderbar nachgespielt werden. Die Figuren haben eine wunderbare Größe und laden einfach automatisch zum Spielen und Nachahmen ein. Auch wenn der Preis natürlich im ersten Moment sehr happig wirkt, er ist es wert! Es wird in Deutschland hergestellt, es ist ein stabiles Material und somit langlebig. St.Martin und der Bettler werden also noch viele Jahre auf unseren Jahreszeitentisch verbringen.

Unser Jahreszeitentisch ist neben den Figuren passend zu der Jahreszeit dekoriert. Blätter, Kastanien, Steine und eine etwas karger werdende Landschaft. Oben auf, befindet sich ein Dekobäumchen, welches mit abnehmbaren Herbstblättern bestückt ist, die nun nach und nach zu Boden fallen. 

So hilft der Jahreszeitentisch zum Einen, die verschiedenen Jahreszeiten optisch auch ins Haus zu holen und zum Anderen christliche oder altertümliche Feste und Feiertage abzubilden und zu erklären.

*enthält Affiliate-Links




Dienstag, 3. November 2015

Bedürfnisse achten

"Den Blick auf die Bedürfnisse der Kinder zu richten und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um dafür zu sorgen, dass ihre Bedürfnisse erfüllt werden, bedeutet, Kinder ernst zu nehmen. Es bedeutet, sie als Menschen zu behandeln, deren Gefühle, Wünsche und Fragen wichtig sind. Die Wünsche eines Kindes können nicht immer erfüllt werden, aber sie können immer berückstichtigt werden, und man sollte nie einfach darüber hinweggehen. Es ist wichtig, ein Kind als jemanden mit einem einzigartigen Blickwinkel, mit sehr realen Ängsten und Sorgen (die oft ganz anders sind als unsere) und mit einer ganz eigenen Art zu denken (die nicht nur "süß" ist) anzusehen"

"Der Versuch, einem Kind seinen Willen aufzuwingen, ist fast mit Sicherheit unwirksam darin, irgendetwas anderes als verärgerten, vorübergehenden Gehorsam zu erreichen"

Morgens, 7 Uhr in Deutschland... ich versuche mein Kind zu wecken und ihn dann in den Kindergarten zu bringen. Der Zwerg ist ein eingefleischter Morgenmuffel, keine leichte Aufgabe für eine selbst morgenmuffelnde Mama und ihrem Bedürfnis: - schnell, schnell alles zu erledigen und selbst in den Tag starten zu können. Hier kollidieren Bedürfnisse und Erwartungen. Es kommt verständlicherweise zu morgendlichem Missmut auf beiden Seiten. So kann ein Tag nicht angenehm und schön starten.

Ich steckte in meinem morgendlichen Dilemma fest. Wie komm ich hier raus? Wie schaffe ich es mein Kind zu motivieren, morgens doch aufstehen zu wollen und somit den Tag für uns beide angenehm und ruhig starten zu lassen? Ich suchte Rat in einer Gruppe für Kommunikation und erhielt viele Ideen und Anregungen, die ich nun ausprobiere und versuche umzusetzen. Natürlich hätte ich auch auf viele Ideen selbst kommen können, nur manchmal ist man so in einer eingefahrenen Situation gefangen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Ein Blick von außen tut hierbei oft gut! Man sollte sich auch niemals scheuen, sich diese Hilfe zu holen und um Rat zu fragen. Es zeigt doch nur, dass wir uns mit der derzeitigen Situation auch wirklich auseinander setzen und gewillt sind etwas zu ändern. Da wir selbst merken, so kann es jedenfalls nicht weitergehen. Und gerade mit unseren Kindern müssen wir dies ständig tun! Neue Wege gehen, neue Ansätze finden, über alte Schatten und Ansichten springen.

"Bei jedem der tausend Probleme im Familienleben haben wir die Wahl, Kontrolle ausüben oder etwas zu lehren, eine Atmosphäre des Misstrauens oder eine des Vertrauens schaffen, ein Exempel der Macht zu statuiren oder Kindern zu helfen, Verantwortung zu lernen, schnelle Lösungen zu suchen oder den Blick auf langfristige Ziele zu richten"

Schnell können wir noch in alte Muster rutschen, oft auch geprägt durch die eigene Erziehung. Wir wollen etwas schnell erledigen und somit lieber Kontrolle ausüben, anstatt unser Kind miteinzubeziehen. Wir denken oft, dies würde dann alles fixer und schneller gehen. Meist ist dem aber nicht so. Und auch den Streß denn wir haben, unsere Macht durchsetzen zu wollen, hätten wir uns sparen können. Ein unangenehmes Gefühl bleibt ohnehin oft zurück, dass uns nicht gefällt, mit dem wir uns nicht wohlfühlen, weil wir wissen, hier ist etwas nicht gut gelaufen.

"Kinder gehen wirklich darauf ein, wenn sie mit Respekt behandelt und am Lösen von Problemen beteiligt werden und wenn man ihnen gute Absichten unterstellt."

Wie schaffe ich es also vorhandene Probleme zu lösen, so dass für alle Beteiligten ein angenehmes Gefühl, erwachsen durch gegenseitigen Respekt und Achtung, entsteht?

Alfie Kohn (alle hier genannten Zitate stammen von ihm) nennt hier 13 Grundsätze, die wir in unsere Überlegung der Problemlösung einfließen lassen sollten:

1.   Denken Sie nach
2.   Überdenken Sie Ihre Forderungen
3.   Behalten Sie Ihre langfristigen Ziele im Blick
4.   Setzen Sie die Beziehung an erster Stelle
5.   Ändern Sie Ihre Sichtweise, nicht nur Ihr Verhalten
6.   Zeigen Sie Respekt
7.   Seien Sie authentisch
8.   Reden Sie weniger, fragen Sie mehr
9.   Berücksichtigen Sie das Alter der Kinder
10. Schreiben Sie Kindern das bestmögliche mit den Tatsachen zu vereinbarende Motiv zu
11. Sagen Sie nicht unnötig nein
12. Seien Sie nicht starr
13. Seien Sie nicht in Eile

"Vielleicht liegt das Problem, wenn Ihr Kind nicht das tut, was Sie von ihm verlangen, garnicht beim Kind, sondern bei dem, was Sie verlangen."

Und auch wenn es für mich sehr schwer ist, da für mich jede Minute Schlaf kostbar ist, stehe ich nun noch früher auf. Ich stehe noch früher auf, um somit auch mein Kind früher zu wecken, damit ich ihm mehr Zeit geben kann, in den Tag anzukommen und sich darauf vorzubereiten. Ich bereite doch Frühstück vor, obwohl es im Kindergarten ein wundervolles Frühstücks-Buffett gibt, weil mein Kind morgens Zuhause frühstücken möchte. In dieser Zeit wird er sichtlich wacher und aufnahmebereiter. Ich sitze daneben und schaue ihm dann beim frühstücken zu, räume vielleicht schon die Spülmaschine aus und verrichte kleine Arbeiten. Flexibel zu sein, ständig umzudenken, ist unsere Aufgabe als Eltern. Wir können nicht nur unsere Wünsche achten und diese durchziehen. Auch unsere Kinder haben Wünsche und Bedürfnisse, die wir in unseren Alltag einbauen müssen. Jedes Familienmitglied strebt nach Respekt und Achtung, auch wenn es noch so klein ist. Wir dürfen hierbei nicht an den Satz "Grenzen austesten" denken und uns darauf versteifen. Denn wenn wir in uns hineinhören, wissen wir im Grunde, dass es so nicht ist. Für uns ist es einfach nur schwierig abzugeben, zu verstehen, dass unsere Kinder mit steigendem Alter mehr Mitspracherecht einfordern und dies auch immer mehr versuchen durchzusetzen.

Bevor ich also Morgens Streß habe und mich unwohl fühle, weil ich einige Minuten länger schlafen könnte, beachte ich auch die Bedürfnisse meines Kindes. Der Start in den Tag ist somit für alle angenehmer und der gesamte weitere Tag wird es auch sein!

Natürlich wird es nicht immer so einfach sein, Lösungswege zu finden oder immer jedem Bedürfnis von allen Familienmitgliedern nachzukommen und in den Tag einbauen zu können. Die Achtung und der Respekt voreinander ist aber auch hierbei immer wichtig!

"Kinder machen uns Freude, machen uns wütend und verwirren uns. Sie treiben uns Tränen in die Augen, einfach weil sie so hinreißend oder verletzlich sind. Sie bringen uns auch zum Weinen, weil wir uns so über sie ärgern. Vielleicht erleben wir im Hinblick auf sie sogar zwei widersprüchliche Gefühle gleichzeitig. Und viel von dem, was wir empfinden, wird uns am Gesicht und an der Stimme anzumerken sein. Wir sind nicht immer begeistert, und unsere Kinder wissen das. Daher ist es so wichtig, dass wir uns bemühen, auf vielerlei Weise zum Ausdruck zu bringen, dass unser grundsätzliches Ja zu ihnen eine Tatsache, ein felsenfester Kern unter dem ist, was wir heute gerade empfinden und was sie heute gerade tun."

"Egal, was du tust, egal, wie frustriert ich werde, ich werde nie, nie, nie aufhören, dich zu lieben."

Alle Zitate stammen aus dem Buch "Liebe und Eigenständigkeit" von Alfie Kohn. (Affiliate)