Mittwoch, 26. März 2014

Sitz. Platz. Aus?

Also manchmal ist wirklich der Wurm drin. Seit Tagen versuche ich mich nun an einem weiteren Blogpost und es gelingt mir einfach nicht. Möchte ich Morgens schreiben wird der Zwerg plötzlich viel früher wach und raubt mir meine "Ich-Zeit" am Morgen. Möchte ich Abends schreiben, nachdem ich ihn zu Bett gebracht habe, bekomme ich ihn nicht ins Bett und er ist noch ewig wach.
Hier waren eindeutig die Zähnchen schuld, denn nachdem nun ewig nichts passierte, sind nun innerhalb weniger Tage Zahn 9 und 10 durchgebrochen. Ungleich bleibt das Herzkind nämlich nicht, wieso auch? Ich kann mir also sicher sein, kommt ein neuer Zahn, kommt der Gegenüber sicherlich auch bald. Jedenfalls hat er nun seine ersten oberen Bäckenzähne und die müssen echt so richtig Aua gemacht haben. Und wenn das nicht genug gewesen wäre, wurde gestern geimpft und diesmal hat das Herzkind wirklich mit Fieber reagiert. Armer Tropf! Jetzt höre ich ihn schon im Babyphone und habe die Vermutung, dass ich auch heute wohl nicht mit dem Beitrag fertig werde bzw. ihn nicht an einem Stück schreiben kann....

Ok, Stunden später geht es nun weiter...


Schon seit Tagen liegt hier das neue Buch von Eva Solmaz "Sitz. Platz. Aus?" und wartet darauf von mir in einem Beitrag beschrieben zu werden. Es ist wirklich ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Buch, in dem so ziemlich alle "Erziehungsprobleme" unserer Zeit angesprochen und mehr oder weniger aufs Korn genommen werden. Wie Eva Solmaz schreibt, ist es kein Erziehungsratgeber und soll somit keine Tipps und Tricks parat halten, wie man in bestimmten Situationen umgehen soll. Wobei... für mich tut er es in gewisser Weise schon oder lese ich nur das raus, was ich heraus lesen möchte? Denn auch das ist etwas das die Autorin in ihrem Buch beschreibt. Eltern nehmen das aus Erziehungsratgebern mit, was sie in dieser Situation eigentlich lesen oder hören möchten! Es gibt zu jeder Situation mit Kindern viele Ansichten, sei sie durch die Generationen gewachsen, sei sie durch unterschiedliche Kulturen entstanden oder aus dem Bauch heraus. Jede Ansicht kann ihre Erziehungsmethode meist sogar schlüssig begründen. Vielleicht sogar statistisch belegen und mit Zahlen untermauern.
Nur was immer wieder fehlt ist der eigentliche Blick auf das Kind und seinen Bedürfnissen! Immer noch wird dem Kind angedichtet, es würde eine tyrannische Herrschaft über seine Eltern führen wollen, wenn man die "Zügel schleifen lässt", es mit im Elternbett schläft und und und... und wenn man es nicht richtig fördert (was ist eigentlich die richtige Förderung???), dann wäre Hopfen und Malz verloren! Ganz schön viel Streß und Arbeit, die man so als Eltern hat, oder?

Eva Solmaz schafft es am Ende eines jeden Kapitels immer wieder die Bedürfnisse des Kindes zu benennen und hilft dabei, viele Erziehungsthemen zukünftig vielleicht etwas entspannter zu sehen und sich zunächst zu fragen, wieso mein Kind dies eigentlich gerade tut. Wieso reagiert es nun so? Die Autorin schreibst selbst: "So wird immer mehr normales Verhalten als krankhaft und heilungsbedürftig angesehen."

Dieses Buch ist somit eine kleine Hilfe für verunsicherte Eltern. Es gibt "Denkanstöße, Perspektivenwechsel und ein wenig Unterhaltung" (wie die Autorin selbst schreibt), um den Eltern wieder eines klar werden zu lassen, was bei der Fülle an Ratschlägen durch Bücher, Internet, Verwandschaft aus dem Auge gerät: Das Kind!

Zu einer selbstbewussten starken Persönlichkeit, die sich geliebt und angenommen fühlt, 
gehört auch, dass diese Person nicht von der Bewertung und den Wünschen anderer abhängig ist. Und das kann manchmal ziemlich unpraktisch sein, 
weil Kinder dann nicht unbedingt das tun, was wir gerne hätten. 
Sie sind nämlich eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Wünschen und Vorstellungen 
und keine abgerichteten Hunde. 
- Eva Solmaz-

Samstag, 22. März 2014

Bewegung und Motorik

Immer wieder sprechen wir in der Montessori-Facebookgruppe darüber, was sinnvolle Anschaffung für unsere kleinen Zwerge ist bzw. was man sich zu bestimmten Anläßen für diese schenken lassen kann. 
Dabei kam die Sprache auf das Pikler-Dreieck. Ein stabiles langlebiges Kletterdreieck, welches schon den Kleinsten bei der Ausbildung ihrer Motorik und dem Körpergefühl unterstützt. Ich habe dann angefangen mich zu informieren und bin dabei auch über Kletterbögen gestolpert, welche mir ebenfalls sehr gefallen haben.
Nun behielt ich also die Kleinanzeigen im Auge und vor einer Woche wurde ein Angebot eingestellt, bei welchem ich sofort zuschlagen musste und dabei hoffte, dass es bitte noch da ist.

Es handelt sich um zwei Kletterbögen unterschiedlicher Größe, ein dazu passendes Motorikbrett und passende Adapter. Der Anbieter legte noch die Rechnung bei und schrieb den Shop dazu, von welchem er die Bögen und das Zubehör damals kaufte. So konnte ich zuvor bei den Miniminis stöbern und sehen, dass ist genau das Richtige für meinen kleinen Kletterzwerg!
Dabei zeigte sich zusätzlich: Ich hab mal wieder ein richtiges Schnäppchen gemacht! Keine Ahnung vor wievielen Jahren der Anbieter damals alles erstanden hatte. Auf seiner Rechnung stand als Gesamtbetrag etwas um die 500 Euro und nun kostet dort alles zusammen über 1000 Euro *schluck*... erstanden habe ich es für 280 Euro! 
Gestern konnte mein Mann alles abholen und wir stellten den kleineren Bogen sofort auf. Der Bogen wurde vom Herzkind direkt begutachtet und beklettert (die untersten Stufen). Heute legten wir das Motorikbrett dazu. Es gibt dafür ganz viele Verwendungsmöglichkeiten: Als Wackelbrett, als Wippe, als Steg zwischen beiden Bögen usw.
Durch die Schräge ließen wir zusammen Autos darauf fahren und später kletterte das Herzkind über das Brett zum Bogen. Und wir nutzen ihn auch schon als Höhle mit Decke darüber. Alle Teile sind wirklich sehr stabil und massiv verbaut. Wir werden daher sicherlich noch ganz viel Spaß damit haben.







Donnerstag, 20. März 2014

Alles beginnt mit der Sehnsucht

Heute muss ich einen ganz verliebten Post schreiben! Ich bin ja soooo verliebt! Und zwar in meinen wunderschönen Babybauch! Also nicht in einen aktuellen echten Babybauch.... sondern in meinem Gibsbauch! 
Endlich ist er da! Seit letzten Freitag. Und nun bewundere ich ihn mehrmals täglich, wenn ich an ihm vorbei laufe und bin einfach nur begeistert. Und verliebt! Wir haben das Wunder festgehalten. In diesem kugelrunden Bauch (war der wirklich soooo groß? *glubsch* Und wo ist dieses wunderschöne Dekoltee hin? *schnief*) war unser kleines Herzkind bevor es geboren wurde. Und ich kann täglich sehen, was mein Körper doch außergewöhnliches geleistet hat!

Als wir damals den Bauch abgeformt hatten, habe ich zwar gewusst, dass ich den Abdruck nicht im Keller verstauben lassen möchte, aber was daraus werden sollte? ... zunächst wollte ich ihn selbst bearbeiten und bemalen *hust* Ich und meine Ausdauer bei filigranen Dingen... naja. Jedenfalls bin ich schon während der Schwangerschaft über Julia´s Babybauchatelier im Internet gestoßen und bestaunte die wunderschönen Kunstwerke, welche sie aus den Bäuchen zauberte. So etwas wollte ich auch! Unbedingt!

Also fuhr mein Bauch nach Erfurt. Nicht gerade um die Ecke, aber ein Fahrdienst fand sich glücklicherweise und es hat sich absolut gelohnt!

Aber seht doch selbst! Hier wird sichtbar, auf was wir viele Monate sehnsuchtsvoll warteten. Es bleibt für immer erhalten und mal ganz ehrlich, ein tolles Wohnaccessoire ist es auch!





Dienstag, 18. März 2014

Faktor Zeit

Einen Teil eines der bekanntesten Zitate von Maria Montessori habe ich hier rechts in meinem Blog stehen. Meist liest man davon sogar nur noch die Textstelle "Hilf mir, es selbst zu tun". Dabei sollte dieses Zitat wirklich im Gesamten erfasst werden:

Hilf mir, es selbst zu tun.
Zeige mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich.
Ich kann und will es allein tun.
Hab Geduld meine Wege zu begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche
ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche
machen will.
Mute mir Fehler und Anstrengung zu
denn daraus kann ich lernen.
- Maria Montessori - 

In diesem Zitat wird sie schon genannt! Die Zeit! Für unsere beschleunigte Welt, mit unseren übervollen Terminkalendern ist Zeit ein wichtiges Gut und muss oft genau durchgeplant sein. Und damit kommen wir nun schon zu unserem unvermeidbaren Konflikt mit dem Kind. Kindern ist der Faktor Zeit völlig egal! Sie wissen nicht was das ist, sie leben nicht nach der Uhr. Sie leben im Hier und Jetzt. Und mal ganz ehrlich, macht uns das nicht alle auch einfach etwas neidisch? Ich würde gerne mal den Hintergedanken an die Zeit abschalten können und den Moment einfach nur mal aufsaugen und so stehen lassen.
Für unsere Erwachsene ist es daher oft schwierig einfach nur mal daneben zu stehen und unsere Kinder bei ihrem Tun zu beobachten. Wie sie Handlungen ausführen, Handgriffe üben und erproben. Es juckt uns in den Fingern, ihnen helfen zu wollen. Zum Einen, um es ihnen nochmals zu zeigen, vielleicht haben sie es ja noch garnicht verstanden. Und zum Anderen, wenn uns mal wieder die Zeit im Nacken sitzt.

Vollführt das Kind aber langsame Bewegungen, dann kann der Erwachsene gar nicht anders als einzugreifen und sich an die Stelle des Kindes zu setzen. 
Statt dem Kinde also bei seinem wichtigsten seelischen Bedürfnissen zu Hilfe zu kommen, ersetzt der Erwachsene die kindliche Übungen durch seine eigene Fertigkeit, wann immer das Kind versucht, Handlungen zu erlernen. Er versperrt damit dem Kind jeden Weg zur Bestätigung und wird selbst zum gewichtigsten Hindernis für dessen innere Entwicklung. 
- Maria Montessori -

Natürlich ist es in diesem Moment einfacher für uns, wir gelangen schneller an das erwünschte Ziel und haben Zeit gewonnen. Dem Kind dienen wir damit nicht, wir behindern es in seinem Lernprozess. Wir schieben diesen Lernprozess somit nur auf oder unterdrücken ihn vielleicht sogar gänzlich. Wir können dem Kind nicht auf Dauer alles abnehmen:

Alle wirklich wichtigen Schritte muss jeder Mensch alleine tun [...] 
So ist es auch beim Kind: Es selbst muss tun, denken und fühlen. Es selbst hat die wichtige Aufgabe, aus einem Neugebornen mit seinem vielen Möglichkeiten den einmaligen Erwachsenen aufzubauen, der in der Gesellschaft handlungsfähig ist. Diese Entwicklungsaufgabe kann das Kind nur erfüllen, wenn es eigenständig handeln kann. 
- Sigurd Hebenstreit - 

Es braucht Zeit um Handlungsabläufe zu erlernen. Es braucht Zeit bis ein Kind seine Handmotorik und die einzelnen Schritte miteinander verbinden kann und es somit ein Ganzes ergibt. Für uns Erwachsene ist es Routine, wir wissen garnicht mehr, wie komplex unsere ganzen Handlungsabläufe sind, wieviel Schritte in ihenen eigentlich stecken. Daher hier mal ein kleines Bespiel aus unserem Alltag: Kaffee kochen!

Ich habe extra mal die Zeit gestoppt, um erfassen zu können, wie lange ich dafür brauche und wielange ich mit dem Herzkind dafür brauche. Koche ich Kaffee, halte ich meine leckere schaumig dampfende Tasse nach 2:49 Minuten in den Händen und kann sie genießen. Mit Kind gliedert sich das etwas anders...

"Herzkind, kommst du, ich möchte eine Tasse Kaffee"... der Zwerg schiebt seinen Lernturm Richtung Kaffeemaschine... denn er ist ja noch zu klein, um direkt an die Maschine zu kommen. Ich räume derweil schon die Tasse aus dem Schrank, richte Kaffeepads und Zucker. Sobald er den Lernturm erklommen hat, macht sich der Zwerg daran den Zucker einzeln in die Tasse zu geben. Dabei zähle ich laut mit und sage, wieviel wir noch brauchen. "Ok, noch einen Würfel... danke, wir sind fertig.... nein, keinen weiteren Zucker mehr.... leg ihn zurück....." Als nächstes den Pad in die Maschine einlegen... "nicht zusammen knüllen... einfach reinlegen... genau... und nun Deckel runter und zumachen..." Als nächstes muss die Tasse unter die Maschine. Die Tasse ist etwas größer und muss erst schräg gehalten werden, damit sie darunter passt. Das ist etwas knifflig und braucht daher auch immer etwas mehr Zeit und dann darf das Herzkind ENDLICH den Knopf drücken. Den würde er am liebsten schon zig mal vorher drücken, nur dann läuft das heiße Wasser überall hin, nur nicht durch den Pad in die Kaffeetasse. "Noch nicht Start drücken... erst die Tasse drunter.... auch jetzt noch nicht Start drücken, erst den Pad.... stop, noch nicht starten.... Deckel zu.... *innerlich tief ein und ausatmen*... warte.... moment.... *puh*... ok, jetzt" Während dieser ganzen Zeit, bereite ich die Milch im Milchaufschäumer vor, diesen Schritt haben wir noch nicht eingebaut, erst muss mal das Kaffeekochen alleine klappen. Bis ich also meinen fertigen Kaffee in der Hand halten darf, vergehen zusammen mit dem Herzkind 6:41 Minuten! Ein ganz schöner zeitlicher Unterschied, aber eines habe ich nicht, wenn ich alleine meinen Kaffee koche: Ein wundervolles selbstzufriedenes Lächeln, wenn mir mein kleines Herzkind am Ende noch den Löffel in den Kaffee steckt, weil er weiß, er hat das alleine machen dürfen ♥






Freitag, 14. März 2014

Das kompetente Kind

Das kompetente Kind ist das erste Buch, welches ich von Jesper Juuls nun gelesen habe. Soviel sei schon gesagt, es wird sicherlich nicht das Letzte sein!


Es handelt von Selbstwertgefühl, Selbstgefühl, Selbvertrauen und der Integrität unserer Kinder und schlußendlich auch was wir dadurch für Erwachsene werden. Es zeigt uns auf wieviel unsere Erziehung in die mögliche Entwicklung unserer Kinder einwirkt und Einfluß hat. Es zeigt, dass unser Bauchgefühl gerade bei der heutigen Erziehung, die noch so oft im Wandel ist, weil wir doch Dinge anders machen möchten, nicht immer sinnvoll ist. Unser Bauchgefühl besteht aus Erfahrungen die wir selbst gemacht haben. Also aus Erfahrungen, die wir über die Erziehung unserer Eltern in unserer Kindheit sammeln konnten. Es ist absolut nicht verwunderlich, wenn sich viele Dinge wiederholen. Wenn man plötzlich ähnlich erzieht, wie seine Eltern, obwohl man in seiner Kindheit und Jugend alles anders machen wollte, weil einem der Erziehungsstil der Eltern nicht gefallen hat. Weil man sich in seiner Integrität verletzt fühlte.

In einigen meiner früheren Blogartikel habe ich schon darüber geschrieben, wie man als Eltern auf das Kind einwirken kann und wieviel Verantwortung wir damit unseren Kindern gegenüber besitzen.
Für mich ist solch ein Buch also keine leichte Kost! Es hält mir viel vor Augen und macht mir die Tragweite einer "guten" oder "falschen" Erziehung bewusst.

Ich weiß, dass ich mich von meiner aufbrausenden Art lösen muss, ich weiß das man sich als Erwachsener nicht darauf ausruhen darf zu sagen, ich  kopiere hier nur das Verhalten, welches ich in meiner Kindheit selbst erlebt habe. Wie Juuls schreibt, viele unsere Verhaltensweisen sind auf unsere Erlebnisse in der Kindheit zurück zuführen, aber wir sind erwachsen, wir können und müssen uns ändern, wenn es nötig ist. Mein Mann erinnert mich regelmäßig daran, wenn ich wieder einen Punkt erreiche, an dem ich darüber hinaus gehen könnte. Es ist nicht schön, auf Fehler hingewiesen zu werden! Aber nur so kann man daran arbeiten!

Das Thema "Trotzalter" wird ebenfalls ausreichend behandelt. Und wie auch in dem Buch schon beschrieben, den wirklichen Trotz gibt es nicht! Den machen nur wir Eltern dazu. Ich kann daher Begrifflichkeiten wie "Trotzkopf" nichts mehr abgewinnen. Es sind Wörter die es den Erwachsenen leicht machen, die Situation als "nerviges" Verhalten des Kindes abzutun. 

Beispiel vor einigen Tagen: Das Herzkind ist durch einen anstrengenden Tag ziemlich müde und zur Abendessenszeit will er sich nicht mit an den Tisch setzen und ist untröstlich. Da wir aber Hunger haben, möchten wir trotzdem essen und tun dies auch. Das Herzkind sitzt auf dem Boden. Mein Mann schüttelt den Kopf und auf meine Nachfrage was er damit meint, sagt er "er schmollt, weil er seinen Willen nicht durchsetzen kann". Was will er denn durchsetzen? Der Keks ist müde, ganz einfach! Nachdem wir also schnell aufgegessen haben, nehme ich das Herzkind zu mir, knuddel ihn, stille ihn kurz und muntere ihn auf. Kurz darauf setzt er sich doch noch auf seinen Platz und ist von seinem Abendessen. 

Immer wieder denken wir, unsere Kinder wollen uns ihren Willen aufdrängen, wollen über uns stehen und uns ausnutzen. Auch wenn wir unsere Kinder eigentlich kompetent erziehen wollen, diese alten Schemen sind noch tief in vielen von uns verwurzelt. Sie werden uns von älteren Generationen aber auch regelmäßig wieder vorgekaut und mit gut gemeinten Ratschlägen garniert.... Einfach sitzen und schmollen lassen, wäre in meinem obigen Beispiel einfach grundfalsch gewesen. Das Herzkind hätte sich in seiner Not, müde zu sein, abgewiesen gefühlt. Völlig zu Unrecht!

Was Juuls immer wieder betont: Kinder wollen kooperieren. Kinder möchten es ihren Eltern eigentlich immer recht machen und darauf sollten wir bauen! Trotzkinder und Tyrannen, das machen nur wir selbst aus ihnen!

Ich konnte für mich aus diesem Buch wieder viel mitnehmen. Es hat sich einfach und flüssig gelesen und ich empfehle es daher gerne weiter.





Donnerstag, 13. März 2014

Das Floor Bed lebe hoch!

Nun sind es schon wieder mehr als 4 Wochen seit wir auf das Floor Bed umgestellt haben und ich bin einfach nur begeistert und ärgere mich doch immer mal wieder warum ich nicht schon viel früher auf ein Floor Bed umgestiegen bin. Ja, warum habe ich mir denn überhaupt so ein doofes Gitterbett gekauft?!?
Grundsätzlich ist solch ein Bett absolut unnötig und mich hat es in den vielen Monaten zuvor nur viele, viele meiner Nerven gekostet. 
Mein Fazit nach 4 Tagen war schon vielversprechend. Wie weit sich das Schlafverhalten vom Herzkind wirklich verbessert hat, das hätte ich mir so nicht ausmalen können.

Schleichend hat es sich eingestellt und mittlerweile wird Nachts überhaupt nicht mehr gestillt. Wird der Zwerg wach und ruft nach uns, dann gehen wir (genau wir, also einer von uns. Denn nun schafft es auch mein Mann, dem Zwerg wieder in den Schlaf zu helfen, was vorher NIE klappte!) rüber, setzen uns zu ihm und reichen ihm seine Wasserflasche, sollte er sie nicht schon selbst gefunden haben. Dann trinkt er und schläft meist dabei schon fast wieder ein. Nach dem Trinken legt er sich entweder zügig zur Seite schläft mit ein wenig streicheln wieder ein oder manchmal müssen wir uns einfach auch noch zu ihm legen und er schläft kuschelnd ein. Natürlich gibt es auch Nächte, da findet er nicht mehr in den Schlaf, ist ganz unruhig und irgendwas quält ihn. Dann probieren wir aber auch nicht lange rum und nehmen ihn mit rüber in unser Bett.
Geändert haben sich nun auch radikal seine Schlaf- und Wachphasen während der Nacht. Hätte man vor einigen Wochen noch dir Uhr nach ihm stellen können, bleibt die obligatorische erste Wachphase exakt 30 Minuten nach dem Zu-Bett-Bringen aus oder sagen wir, sie bleibt fast komplett aus. Nun meldet er sich meist erst nach 2 oder 3 Stunden zum ersten Mal.
Oder auch garnicht! Genau, richtig gelesen! Heute Nacht hat er nun schon zum zweiten Mal komplett durchgeschlafen! Hammer! Niemand sollte allerdings unter durchschlafen verstehen, dass das Kind oder auch der Erwachsene dabei nicht einmal aufwacht! Jeder Mensch wacht nachts mehrmals auf. Wir Erwachsene schaffen es dabei aber problemlos wieder einzuschlafen. Den Kindern gelingt dies meist nicht und daher müssen wir meist so oft Nachts zu ihnen, sie stillen, beruhigen, kuscheln usw.
Ich höre das Herzkind mehrfach die Nacht, wenn er kurz ruft und dann doch, bevor ich aufstehen kann, wieder selbst einschläft. Es ist sooo ein großer Entwicklungsschritt für ihn. Ich höre ihn auch trinken. Er weiß wo seine Wasserflasche steht und nimmt sie sich, wenn er wach wird. Er stellt sie sogar nach dem Trinken meist wieder an ihren Platz, klettert zurück in sein Bett und schläft weiter.

Heute Morgen schlief er sogar noch so fest, als ich ihn wecken wollte, dass ich einige Schnappschüße machen konnte. Dabei wurde er dann natürlich wach, lächelte mich an, krabbelte von der Matratze und trank erst mal ordentlich. 

Unser Fazit zum Floor Bed: Jederzeit würden wir uns wieder so entscheiden und beim zweiten Kind kann das Gitterbett gerne im Keller verstauben....




Donnerstag, 6. März 2014

Mini-DIY als Zeitüberbrücker

Vor einigen Tagen wollte mein Mann gerne mal wieder Abends Essen gehen. 
Lange stillsitzen ist für solche kleinen Zappelzwerge aber noch überhaupt nichts, es muss daher für Beschäftigung gesorgt werden.
Also schickte ich meinen Mann noch kurz vor Aufbruch in die Werkstatt, um ein paar Löcher zu bohren, damit ich etwas Neues für das Herzkind dabei habe, womit er sich dann eine Weile beschäftigen kann. 
Hier also ein schnelles DIY, als einer Plastikdose und Trinkhalmen:





Dienstag, 4. März 2014

Müsli löffeln

Mittags gibt es immer Müsli. Mit Yogurt oder Milch. Mit wechselndem Obst. Mit Cornflakes oder Haferflocken usw.
Kombinationsmöglichkeiten ohne Ende! Der Ablauf aber bleibt gleich. Das Herzkind will schon lange selbst löffeln und besteht darauf. Es gibt aber auch Tage, da scheint er keine Lust zu haben und hält uns den Löffel hin, da dürfen wir auch mal wieder ran. Aber meist sitzen wir nur dabei und helfen vielleicht gegen Ende etwas mit.

Das dies natürlich noch nicht formvollendet ist, viel daneben geht und das Kind danach grundgereinigt werden muss... ein Hoch auf die Ärmellätzchen.... ist klar! Aber nur so können sie das Essen mit Besteck lernen. 

Gleiches gilt natürlich beim Abendessen. Ich habe noch immer die Sätze meines Arbeitskollegen in Ohren: "Freue dich jetzt noch über das warme Abendessen, du wirst lange keines mehr bekommen, da du damit beschäftigt bist die Kinder zu füttern."

Ich habe bis heute noch kein kaltes Abendessen zu mir genommen. Am Anfang hat er als Baby entweder daneben geschlafen, später hing er mir eben stillend an der Brust und schaute zu und dann ging es ja schon los mit dem probieren wollen. Also saß er mit am Tisch und probierte. Wir können also wirklich sehr entspannt und warm zu Abend essen, da wir den Zwerg einfach selbst essen lassen. Danach krieche ich eben wieder auf den Boden und wische alles auf... in dem Moment überlege ich mir doch ob die Anschaffung von Hunden oder Katzen sinnvoll wäre...







Sonntag, 2. März 2014

Kinderspuren

Schon vor längerem habe ich die tolle Matroschka bei Anna entdeckt und wusste, ich möchte auch so eine für das Herzkind haben. Der Chef meines Mannes hat uns dann eine von der Russland-Geschäftsreise mitgebracht.
Seit dem steht sie nun im Regal vom Herzkind und wurde schon fleissig bestaunt. Bisher schafft er es noch nicht, diese alleine zu öffnen. Dafür bekomme ich sie dann immer hingehalten. Ich öffne sie und halte sie ihm hin, dann tigert er damit davon, probiert, schaut, schüttelt, horcht und kommt dann mit der nächstkleineren Figur wieder und möchte diese geöffnet bekommen. 

Dabei durfte ich heute seinen kreativen Geist bewundern und hielt es direkt mit der Kamera fest. Kinderspuren gibt es bei Anna ebenfalls zu bewundern und ich freue mich jetzt schon darauf, viele weitere vom Herzkind festhalten zu dürfen. Hoffentlich aber niemals Kunstwerke an Wand, Sofa und Co. *hust*





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