Mittwoch, 29. Januar 2014

Der Geldbeutel

Kinder wollen das haben, was die Eltern auch haben. Sei es Küchenutensilien, Haushaltsgeräte, Telefon, Smartphone usw.
Sie sehen, die Eltern benutzen es, also muss es interessant sein. Es muss entdeckt, erforscht und verstanden werden. Sie wollen lernen, sie wollen erwachsen werden und dazu gehört alles aus der Welt der Erwachsenen dazu!
Es ist also verständlich, dass sie danach verlangen. Wir müssen überlegen, was lassen wir offen liegen, zu was können sie offenen Zugang haben bzw. nur unter Aufsicht und genauer Anleitung.
Möchten wir nicht, dass sie die Fernbedingung oder das Smartphone benutzen, sollten sie auch nicht offen und reizvoll herumliegen. Die Kinder dann zu schimpfen, wenn sie es sich dennoch nehmen ist für diese nicht verständlich. Die Eltern benutzen es doch auch, wieso dürfen sie es also nicht? Es schafft Mißverhältnisse und den angeblichen "Trotzkopf" der Kinder... dabei ist es der Trotz von uns Eltern, der dies bewirkt. Wir wollen, genau genommen, unsere "Spielsachen" nicht teilen, nicht hergeben. Möchten nicht das etwas kaputt geht, wollen dass alles so weiter läuft wie bisher auch. Würden wir einem Erwachsenen auch einfach alles aus den Fingern reißen und ständig mit ihm schimpfen?

Ich muss mir also vorher überlegen, was soll erreichbar für das Kind sein, wo muss es doch Grenzen kennen, wenn es gefährlich werden könnte und was versuche ich lieber grundsätzlich zu vermeiden, damit ich nicht immer schimpfen muss?

Irgendwie bin ich von meinem eigentlichen Thema heute abgekommen *hust* Eigentlich wollte ich doch nur sagen: Kinder lieben alles was wir Erwachsene täglich nutzen und es ist oft interessanter als jedes Spielzeug! Warum also nicht einen Geldbeutel mit alten und ungenutzen EC- und Visitenkarten füllen?
Das Herzkind ist jedenfalls schwer begeistert und man hörte nichts mehr von ihm. Völlig mit seinem Tun beschäftigt, konnte ich ihn von allen Seiten fotographieren. Es störte ihn nicht, lenkte ihn nicht ab. Die Karten wurden herausgeholt, er versuchte sie wieder hineinzustecken und wenn eine auf dem Boden lag, wurde sie mit viel Mühe wieder aufgenommen. Garnicht so einfach!







Montag, 27. Januar 2014

Bewegende Worte

Meine Lektüren bestehen schon seit geraumer Zeit aus Texten von Maria Montessori und deren Lehren. Im Moment lese ich Das Tao von Montessori . Dort macht sich Catherine Mc Tamaney über einige Worte von Maria Montessori Gedanken und versucht diese zu interpretieren. Ein sehr gelungenes Buch, wie ich finde. Eine der Passagen hätte ich fast gänzlich mit meinem Textmarker einstreichen können. Es kommt mir alles so richtig vor, was dort steht. Die Worte haben mich bewegt und daher möchte ich sie mit euch teilen:

Kein Führer, kein Lehrer kann die persönlichen Bedürfnisse eines jeden Schülers erraten und die Reifezeit, die er braucht. Wenn sie das Kind aber frei sein lassen, wird sich uns all das unter der Führung der Natur zeigen.
- Maria Montessori -

Die Gedanken von Mc Tamaney dazu:

[...] Wir vertrauen darauf, dass die Entwicklung des Kindes diesem geheimen Verlauf folgen wird und das die wahre Natur des Kindes, wenn wir den Weg freimachen, bewahrt werden kann. Wir wollen seinen Weg unbedingt voraussagen, aber die Richtung, die das Leben des Kindes nimmt, ist nur in den Spuren, die es hinterlässt, zu sehen. Wir haben nur die Wahl, sorgfältig zu beobachten und zu verstehen, wie sich der Weg eines Kindes vom Weg des anderen unterscheidet. Unsere Sicht wird schrecklich verschleiert, wenn wir zu viel eigenen Staub auf dem Weg aufwirbeln.
Beobachten Sie. Und wenn Sie dann fertig sind, beobachten Sie weiter. Wenn Sie eine Entscheidung getroffen, einen Bestandteil hinzugefügt oder ein Hindernis beseitigt haben, um dem Kind besser zu dienen, dann beobachten Sie noch weiter. 
Der Weg des Kindes ist immer da. Es gibt nichts, gar nichts, was wir tun könnten, um das Kind am Lernen, am Wachsen, am Erwachsenwerden zu hindern. Aber wir können im Steine in den Weg legen. Das Kind wird dennoch darüber hinwegklettern und die Kratzer und blauen Flecken mitnehmen, die es dabei erlitten hat.
Denken Sie an den kleinen Schössling. Können Sie seine Natür verändern? Können Sie ihn zu einer anderen Baumart machen? Natürlich nicht. Aber sie können sicherstellen, dass er genügend Licht bekommt. Sie können dafür sorgen, dass er eine nährstoffreiche Erde und einen fruchtbaren Boden hat. Sie können ihn stützen, wenn er das benötigt, genauso wie Sie die Stützen wieder wegnehmen können, sobald diese die Fähigkeit des Baumes, alleine zu stehen, behindern. Wenn wir unsere Unterstützung über Bedarf aufzwingen, hinterlässt sie Narben am Stamm des heranwachsenden Baumes, und dennoch wächst der Baum berharrlich weiter. Seine Umgebung wird bestimmen, ob er stark und aufrecht wächst oder ob er gezwungen wird, sich zu biegen und zu verdrehen, um sicherzugehen, dass seine Bedürfnisse erfüllt werden.

Bewegende Worte. Weise Worte. Und daher lasse ich sie so stehen und wirken!


*Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links

Samstag, 25. Januar 2014

Schnelle Schildkröte

Unser Herzkind hat ein Ziehtierchen. Eine Schildkröte. Dieser hat er zur Geburt geschenkt bekommen. Schon vor Monaten fand er es ganz toll, sie immer wieder zu sich zuziehen. Natürlich mussten Mama und Papa, das tolle Teil dann wieder ein Stück wegstellen... prima Beschäftigung *hust*
Jetzt beschäftigt sich der kleine Zwerg auch alleine mit seiner Schildkröte. Sie wird auf den Boden gestellt und dann wird losgelaufen und die Turbo-Schildkröte zischt los. Fällt sie dabei um, wird sie wieder aufgestellt und weiter geht´s.
Es ist zu süß, das Herzkind dabei zu beobachten. Immer wieder der prüfende Blick nach hinten, ob ihm die Schildkröte auch folgt. Dabei kommt er auch so manches Mal ins straucheln und kleine Unfälle sind vorprogrammiert... *krach* - *autsch* - *wähhhhhh*... Kurz trösten, weiter geht´s!





Freitag, 24. Januar 2014

Der Löffel kommt zum Einsatz

Seit einigen Tagen bemerke ich nun, dass die Verwendung des Löffels beim Essen immer zielgerichteter wird. Natürlich hat er den Löffel auch schon früher verwendet, in den Brei gesteckt, darin rumgeteigt, aber nie wirklich etwas drauf bekommen und wenn, dann war es Zufall.
Nun versucht der Zwerg wirklich zielgerichtet etwas auf den Löffel zu bekommen und freut sich jedesmal lautstark wenn es geklappt hat. Es ist wirklich ein Schauspiel!
Und danach versucht er nun auch wirklich, den eben aufgeladenen Brei in den Mund zu bekommen. Wirklich schwere Arbeit! 
Es gelingt ihm nun auch immer besser. Die Sauerei drumherum muss man natürlich außer Acht lassen.... es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen!




Dienstag, 21. Januar 2014

Praxisbericht Lernturm

Seit 10 Tagen ist unser Lernturm nun im Einsatz und ich möchte ihn nicht mehr missen! Er ist eine wunderbare Bereicherung für uns und natürlich für unser Herzkind. Er kann nun direkt beim Geschehen dabei sein, beobachten und mitmachen. 
Ich habe nun auch schon viele dankbare Rückmeldungen bekommen, von Eltern, die den Turm nachgebaut haben und ebenfalls absolut begeistert sind. Kein meckerndes Kleinkind mehr, welches gerne sehen würde, was da oben geschieht bzw. abfallende Arme, da man die Zwerge auf einem Arm balanciert und mit der freien Hand versucht zu kochen.
Das hat mich natürlich sehr gefreut! Ich möchte aber daran erinnern, ich habe den Lernturm nicht erfunden, sondern ebenfalls nur nachgebaut und erfreue mich an dem Erfindungsgeist anderer Eltern.

Die Kinder können im Lernturm ganz alleine hoch und wieder runter und genau das ist der Gedanke von Montessori!

Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, 
sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen. 
- Maria Montessori -

Wir müssen für unsere Kinder Möglichkeiten schaffen, um sie in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Wir müssen ihnen soweit helfen, damit sie sich  selbst helfen können.

Hilf mir, es selbst zu tun.
Zeige mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich.
Ich kann und will es allein tun.
Hab Geduld meine Wege zu begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche
ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche
machen will.
Mute mir Fehler und Anstrengung zu
denn daraus kann ich lernen.
- Maria Montessori -

Der kleine Zwerg hat schon am ersten Tag verstanden, wie er alleine den Lernturm nach oben kommt und mit kleinen Hilfestellungen und Aufzeigen, ein paar Tage später dann auch, wie er alleine wieder runter kommt. Er kann sich dann eine ganze Weile alleine in der Küche beschäftigen, rührt in Schüsseln, die ich ihm hinstelle. Steigt wieder runter, steigt wieder drauf. Und da der Lernturm durch das Geländer gesichert ist, muss man keine Angst haben der Keks könnte runterfallen. Man kann also weiteren Arbeiten nachgehen. Natürlich in unmittelbarer Umgebung.... ich warte nämlich noch darauf bis er eventuell entdeckt, dass man vom Lernturm aus, auf die Arbeitsplatte klettern könnte. Denn das habe ich schon von anderen Lernturm-Kindern gelesen. Warten wir es ab!

Abschließend noch eine kleine Fotostory vom rauf- und runterklettern und dem süßesten Windelpopo aller Zeiten *hust* Ihr wisst natürlich was ich meine! Welcher Windelpopo ist nicht süß ♥



Sonntag, 19. Januar 2014

Selbst entdeckt - Ballsport

Kinder ahmen nicht nur nach, wie ich gestern in meinem Post schon geschrieben habe. Sie wollen auch selbst entdecken. Sie möchten selbst herausfinden, ob Essen auch immer wieder zu Boden fällt, wenn man es vom Tisch schmeißt. Sie wollen Töpfe aufeinander schlagen und verschiedene Klänge erproben und hören. Wasser verteilen und die Fließrichtung bewundern.
Und wieso rollen einige Gegenstände und Andere nicht? Wieso kann man einen Ball so wunderbar werfen und er bewegt sich weiter und ein Würfel tut es nicht? Und man kann ein Ball nicht nur werfen, auch mit den Füßen kann er angestoßen werden!
Ich frage mich in solchen Situationen immer wieder, woher kommt jetzt diese neue Errungenschaft? Woher hat der kleine Zwerg jetzt die Idee nach dem Ball zu treten, völlig verzückt hinterher zu laufen und wieder nach dem Ball zu treten? Wir haben es ihm nicht gezeigt und wie schauen auch bei keinen Fußballspielen zu. Mein Mann würde jetzt sagen, dass hat das Herzkind im Blut. Der Opa und der Uropa waren begeisterte Fußballer!
Natürlich das ist sicherlich eine Tendenz. Zum Anderen ist es der Entdeckergeist der Kinder. Jeder Erfinder auf unserem Planeten hat etwas gemacht, dass vor ihm bisher noch nie jemand getan hat, er kam ganz alleine darauf. Und auch Kinder sind kleine Entdecker, kleine Forscher. 

Dem Herzkind bei seinen Entdeckungen zuzuschauen, dabei sein zu dürfen, das ist einfach wunderbar. Und nun haben wir sogar schon ein richtiges Spiel, in welchem wir zusammen interagieren. Ball gegenseitig zuschmeißen oder hin und her kicken und einfach ganz viel Spaß haben!

Und natürlicher lieber Opa D., vielleicht wird er auch irgendwann ein richtig großartiger Fußballer! :)




Samstag, 18. Januar 2014

Nachgeahmt!

Nach Montessori besitzen Kinder in den ersten Jahren einen absorbierenden Geist. Sie nehmen alles, wirklich alles, auf was sie vorgemacht und vorgelebt bekommen. Das ist eine sehr große Aufgabe für uns als Erwachsene. Denn damit absorbieren sie nicht nur Gutes, sondern eventuell auch schlechte Angewohnheiten von uns. Wörter die sie eigentlich nicht nutzen sollen, Handlungen die verletzen können usw.
Alles was sie absorbieren, bricht irgendwann aus ihnen heraus und kommt zum Vorschein! Das wurde mir gestern von meinem Herzkind bewusst gemacht. Plötzlich schnappte er sich das Küchentuch und begann den Boden zu wischen! Ich musste erst ganz fasziniert zusehen, bevor ich mir dann schnell noch die Kamera schnappte!
Das Herzkind sieht es natürlich mehrmals täglich, wenn ich nach den Mahlzeiten auf dem Boden herumkrabbel und seine Essensreste beseitige und mit einem Tuch aufwische. Ich habe es ihm bisher noch nie bewusst gezeigt. Er hat es einfach selbst beobachtet, aufgenommen, verinnerlicht und nun auch nachgeahmt.

Das Interesse des Kindes hängt allein von der
Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen. 
- Maria Montessori -




Freitag, 17. Januar 2014

Die stille Gewalt

Ein Aspekt von Facebook ist das Schneeball-Prinzip. Auch gerade deswegen ist dieses Medium so beliebt geworden und wird von vielen zur schnellen Verbreitung von Neuigkeiten, Werbung usw. verwendet.
Es ist interessant zu sehen, welche Artikel immer und immer wieder geteilt werden. Seit gestern ist es wieder ein solcher Artikel, über welchen man immer wieder in Facebook stolpert, da in viele abonnierte Blogs und Freunde teilen. Auch ich habe ihn geteilt und selbst mein kleines Bloggerlichtlein führte dazu, dass ihn 12 weitere Personen teilen.
Es ist ein Artikel bei dem sich wohl sehr viele angesprochen fühlen, man kann sogar fast schreiben "Wer frei von Schuld, der werfe den ersten Stein!" - Nur sieht man nicht wirklich Steine fliegen. Sicherlich kann sich jeder an eine Situation erinnern, in welcher es passiert ist.

Anschreien! Das eigene Kind anschreien, weil man selbst gerade enorm gestresst ist. Auch mein kleines Herzkind hat das schon erleben müssen. Ich fühl mich nicht gut dabei, ich fühle mich danach nicht gut und ich weiß auch, dass es total unnötig war und auch garnichts gebracht hat. Und doch! Es bewirkt etwas, aber nicht das was man in diesem Moment erhofft! Der Artikel zeigt es, es kann Angst bewirken! Wer möchte, dass sein Kind Angst vor einem hat? Und es geht noch weiter. Kinder lernen selbst zu schreien, damit zu verletzen...
Als ich den Artikel in Facebook geteilt habe, habe ich dazu geschrieben, dass es nachdenklich macht! Und das ist gut so! Es ist wieder einmal Zeit zur Selbstreflektion. Zeit sich bewusst zu machen, was man damit tut und bewirkt und ob man das möchte!

Noch am selben Abend habe ich in dem Buch "Das Tao von Montessori" passendes zu dem Thema gelesen:

"Wir sind umgeben von Gewalt. [...] Aber Gewalt ist oft still und Waffen sind verborgen. [...]
Welche sind die stillen Waffen? Physische Gewalt: die Vorstellung, dass Größer-, Alter- oder Stärkersein uns das Recht geben würde, dem Kind unseren Willen aufzuzwingen. Die Kraft unserer Stimme: dass Lauter-, Entschlossener- oder Wütender-Sein uns das Recht geben würde, die Aufmerksamkeit des Kindes zu fordern. Wenn wir Kindern gegenüber laut werden, sind unsere Waffen nicht weniger verletzend. Diese Lektionen sind viel gefährlicher.
Primitive Demonstrationen von Gewalt sind etwas Konkretes. Wir können sie schwarzweiß darstellen. Schlag nicht. Beiß nicht. Aber es ist viel schwieriger, die subtileren Waffen zu definieren, [...]. Wir verstecken unsere Reue vielleicht hinter der Rechtfertigung, dass das Kind unsere Reaktion ausgelöst habe. [...] Wenn wir uns verteidigen, zeigt sich ganz klar unsere Heuchelei. Wir wollen es wahrscheinlich nicht laut sagen, dass wir das Kind misshandelt haben. Aber in der Stille unseres Herzens wissen wir es, wenn wir es fühlen."

Nein, ich möchte mein Kind nicht verletzen! Auch nicht mit stiller Gewalt! Ich möchte es nicht mit Worten misshandeln! Mein Herz blutet, wenn ich daran denke was ich meinem Herzkind damit antue! In meinen schwachen Momenten, in Situationen in denen ich schwach bin und Fehler mache. Nicht das Herzkind macht den Fehler! Zum Glück sind diese Situationen bisher selten gewesen und ich weiß auch ganz genau, wann sie bei mir ausgelöst werden. Nachts, wenn ich hundemüde bin und der Zwerg nicht schlafen will, dann bin ich schwach! Dann muss ich aufpassen und man muss es sich eingestehen. Als es zuletzt so schlimm war (ich berichtete) habe ich meine Decke geschnappt und bin ins Wohnzimmer geflüchtet. Mein Mann musste sich um das Herzkind kümmern und ihn beruhigen. Man muss sich eingestehen, wenn es auch mal nicht mehr geht und wie es auch in dem tollen Artikel steht, besser aus der Situation herausgehen, sich ins Bad einschließen oder ins Wohnzimmer... und durchatmen! Sich bewusst werden, das Kind kann für meinen inneren Streß nichts!
Es sind nicht die Kinder, die dafür verantwortlich sind, wir dürfen sie nicht dafür beschuldigen. Kinder sind in jeder Phase ihres Lebens, eben so wie sie sind. Schon seit vielen Jahrhunderten und Jahrtausenden, brauchen sie Hilfe beim Schlafen, beim Selbstständig werden, beim eigenen Willen. Wir haben es nur verlernt, dass dies so ist. Wir Erwachsene wollen nicht mehr sehen, dass auch wir einmal Kinder waren. Für uns Erwachsene wäre es doch so einfach, wenn Kinder kleine Erwachsene wären. Wenn sie wären, wie wir und wir sie somit ohne Umdenken verstehen könnten.

"Es muss eine neue Art der Erziehung aufgebaut werden, von Geburt an. Die Erziehung muss umstrukturiert werden und auf die Grundlage des Naturgesetzes gestellt werden, und nicht auf die vorgefassten Vorstellungen und Vorurteile der Gesellschaft der Erwachsenen. - Maria Montessori"

Es war ein großes Anliegen von Maria Montessori, dass wir genau das verstehen!

Umdenken und Selbstreflektion! Solche Artikel sind gut, um uns zu erinnern an uns zu arbeiten und uns immer wieder zu hinterfragen. Wie möchten wir mit unseren Kindern umgehen, was sollen sie aus unserem Verhalten lernen? Ich bin immer wieder dankbar, dass es solche Artikel gibt! Sie halten wach und erinnern!

Mein Herzkind soll auch weiterhin unbeschwert spielen und lachen können. Es soll seine Kindheit genießen, sich gerne daran zurück erinnern und seinen Eltern vertrauen!


Montag, 13. Januar 2014

Unter dem Couchtisch war gestern


Bisher haben einige der Lernanregungen und Spielsachen des Herzkindes unter dem Couchtisch gestanden, damit er auch im Wohnzimmer in unserer Nähe etwas zum Beschäftigen hat. Alleine im Spielzimmer möchte er immer noch nicht sein.
Mittlerweile ist der Couchtisch aber kein geeigneter Platz mehr! Der Zwerg stößt sich immer wieder den Kopf an, wenn er etwas hervorholen möchte und es ist einfach zu tief. Es ist nicht mehr auf Augenhöhe und daher auch nicht im direkten Blickfeld.
Von unseren Kellerregalen hatten wir noch Böden übrig und auch ein paar Seitenteile, so dass wir heute schnell etwas gebastelt haben. Im Wohnzimmer habe ich eine Ecke komplett ausgeräumt und umgestellt, so dass für das Regal auch Platz ist. Ich bin mit dem ersten Ergebnis ganz zufrieden und das Herzkind hat seinen neuen Lernplatz auch direkt erkundet.


Endlich habe ich nun auch die ersten Tabletts! Ganz günstig bei OBI gefunden. Sind dort eigentlich als Teil einer Stapelbox-Serie angegeben.... aber das ist ein Tablett. Jawohl!

Mittlerweile interessiert sich der Zwerg auch tatsächlich für die Motorikschleife und versucht die Teilchen hin und her zu schieben.

Es wird stramm marschiert! ♥
Und dann, wie gewünscht, die ersten Erfahrungen mit unserem Lernturm. Der Keks steht wahnsinnig gerne darin und beobachtet genau! Gestern hat er beim Waffelbacken zugesehen und mir dann beim Kaffee zubereiten geholfen. Knöpfchen drücken, Pad einlegen, Klappe runter, Kaffee an Papa mit zwei Händen zusammen mit mir weiterreichen usw.
Das Kaffee-zubereiten hat er heute morgen beim Frühstück dann auch direkt wieder mit mir machen wollen... hatte sofort drauf gezeigt. Wahnsinn, wie sich die Zwerge das nun auch schon merken können. Er klettert selbstständig hinein und kommt auch schon alleine wieder raus. Wir sind total begeistert von dem Turm und das er so toll von dem Herzkind angenommen wird.


Samstag, 11. Januar 2014

Schatz, kannst du das nachbauen? - Der Lernturm!

Also den Dialog müsst ihr euch eher folgendermaßen vorstellen:

Ich: "Schaaaahhhhaaaatzzzz?????"

Er: "Ja, was soll ich jetzt wieder bauen?"

Ich: "Öhm, hab ich doch garnicht gesagt!"

Er: "Doch, ich kenne dieses Schaaaahhhaaaatzzzz! Ich soll wieder was machen!"

Ich: "Ich hab da was gesehen.... und das ist sooooo toll! Das brauchen wir!"

Er: "Brauchen WIR das oder DU? Zeig mal her!"

So oder so ähnlich läuft es doch immer wieder ab... mein Herzmann kennt mich mittlerweile einfach zu gut *hihi*

Für unser Herzkind habe ich jedenfalls einen tollen Lernturm entdeckt und genau das wollte ich natürlich auch haben. Einer der vielen wichtigen Erziehungspunkte von Maria Montessori ist es, den Kindern bei ihrer Selbstständigkeit zu helfen. Und wenn wir uns den Alltag ansehen mit den vielen für Erwachsene gemachten Gegenstände und Möbel, wird es den Kleinen damit nicht gerade einfach gemacht!
Um sie aber früh in die Hausarbeiten einzubeziehen, brauchen sie Möglichkeiten dies auch tun zu können. In der Küche ist der Arbeitsbereich für unsere kleinen Zwerge einfach unerreichbar hoch. Einfach auf einen Hocker oder Stuhl zu stellen, kann schnell unsicher werden. Zudem müssen sie auch hier wieder hochgehoben werden und können es nicht selbst entscheiden.
Der Lernturm ist daher eine tolle Hilfe! Die Kleinen können alleine hinauf und hinunter und sind in Arbeitshöhe. Sie können also mithelfen, wenn sie möchten.

Unser Turm ist gestern fertig und heute direkt getestet worden. Als Unterkonstruktion dienst der IKEA Tritthocker "Bekväm" und darauf wird die Eigenkonstruktion gebaut. 
Das Herzkind findet ihn super und hat schon fleissig in seinem Teller Luft gerührt und schafft es auch schon selbstständig nach oben. Wir werden unseren Turm mal noch eine Weile testen und ich werde wieder berichten, wie er sich im Alltag bewährt!

Hier ist unser Praxis-Check nach 10 Tagen: *klick*
Und hier eine Bau-Anleitung: *klick*

Und wer nicht bauen kann oder will, der kann natürlich auch kaufen. Es gibt einige Hersteller auf dem Markt die den Lernturm in den verschiedensten Designs anbieten.

Schön finde ich diesen Lernturm von EtteTete, der sogar zu einer Tisch-Stuhl-Kombination umgebaut werden kann. Dies erinnert mich an ein Pikler-Bänkchen, welches den Kindern ebenfalls in seiner Selbstständigkeit hilft.

Achten sollte man beim Bauen oder Kaufen darauf, dass die Kinder auch wirklich alleine hinein und hinaus können. Einige Hersteller haben dies nicht verstanden und die Kinder sind darauf angewiesen, dass ihnen die Eltern hineinhelfen. Dies verfehlt den Sinn des eigentlichen Lernturms und kann zu weiterem Unmut führen, wenn die Kinder sich darin gefangen fühlen und nicht frei entscheiden können.

Das Kind in den Alltag einzubeziehen gibt ihm die Gewissheit, dazuzugehören, gebraucht und ernstgenommen zu werden. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass wir auch schon dem kleinsten Kind so viel Selbstständigkeit und Freiheit gewähren, wie wir es verantworten können. [...]
Denken wir daran, dass ein Kind nicht nur spielen will, es will auch schaffen. [...] Es soll ganz richtig helfen dürfen, überall dort, wo es seinem Alter entsprechend möglich [...] ist.

- Heidi Maier-Hauser -





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Mittwoch, 8. Januar 2014

Schlafmangel...

Ihr seht, schon wieder habe ich es seit Tagen nicht geschafft etwas zu schreiben. Dabei sollte doch der Streß endlich rum sein. Weihnachten vorbei, Geburtstag vorbei, Silvester auch geschafft.... und  nun? Jetzt kann es doch wieder normal weitergehen... mein Mann hat schließlich auch Elternzeit, da muss doch Zeit sein?
Joa.. theoretisch... wenn unser kleiner Zwerg nicht entschieden hätte... nun machen wir mal alles anders... wir schlafen nicht mehr... wir sind tagsüber schlecht drauf... und woher kommt das denn jetzt bitte? Ein Blick auf eine meiner Lieblingsseiten zeigt, wir scheinen uns mal wieder in einem Schub zu befinden!
Super! Das haben wir nun nach dem ganzen Streß der letzten Wochen gebraucht. Der fehlende Schlaf zehrt ganz schön. Vorgestern kam das Herzkind erst Nachts um 4 Uhr zur Ruhe, bis ich dann schlafen konnte war es dann schon 5... und morgens will man auch nicht ewig schlafen, damit man auch noch was tun kann.... puh...
Mein Mann und ich liegen im Bett und wollen schlafen und was macht das Herzkind??? Es dreht seine Runden. Von links nach rechts läuft er und wieder zurück und tourt und tourt und tourt.... warum immer Abends, warum immer so spät? Wieso will er immer in den Abendstunden üben und lernen? Wir wissen es nicht! Jedenfalls werden die Augenringe immer größer!



Diese total unscharfen Bilder habe ich aus einem Video gezogen, welche ich mit meiner Handykamera gemacht habe. Ich denke, ihr könnt sehen was ich mit dem Touren meine... wie kann ein Kind abends noch soviel Energie haben? Es war doch schon den ganzen Tag unterwegs? Und da er soviel am lernen ist, kommt das Köpfchen Abends natürlich auch nicht zur Ruhe. Auch wenn wir merken, er ist eigentlich hundemüde, bekommen wir ihn nicht zum Schlafen!
Hmpf! Am liebsten würde ich verzweifeln bzw. man kommt ins Zweifeln! Macht man etwas falsch? Aber es gibt kein Patentrezept, dass wissen eigentlich alle Eltern! Heute habe ich dazu einen ganz tollen Blogbeitrag gelesen. So etwas bestärkt dann wieder, nicht aufzugeben, keine Schlaflernprogramme auszuprobieren und weiterhin seinem Kind zu vertrauen und zu helfen. Auch meine Mamis im Forum zeigen mir, ich bin nicht die Einzige! Ganz viele Zwerge haben derzeit Probleme mit dem Schlafen. Für ganz viele Eltern ist es derzeit sehr anstrengend ihre Kinder zu verstehen! Natürlich freue ich mich nicht darüber das es anderen Eltern genauso geht, sondern ich fühle mich nicht alleine! Ich weiß, es geht nicht nur mir so und es ist eine ganz normale Zeit, die wir nun mit unseren Kindern zusammen begehen müssen. Wieder eine weitere Lektion an welcher wir wachsen können.
So geschrieben liest sich das natürlich ganz toll.... aber die Umsetzung, der Alltag, die Nerven, der Schlafmangel..... ahhhhhhh.... nicht einfach... wirklich nicht! 
Der Schub kann noch bis in die 55.Woche andauern und ist damit hoffentlich bald überstanden. Bis dahin habe ich Nachts ein waches Kind und morgens bekomme ich ihn nicht wach.... bis dahin...


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