Montag, 29. Februar 2016

Großer Bruder werden und sein


Schon 8 Wochen ist der Sohn nun großer Bruder und er liebt seine Schwester heiß und innig. Er ist sehr stolz darauf großer Bruder zu sein und seine ersten Gedanken am morgen und die letzten Gedanken am Abend gelten seiner kleinen Schwester. War er unterwegs oder hat bei den Großeltern geschlafen, stürmt er zunächst ins Wohnzimmer und schaut nach ihr und vergewissert sich, dass auch alles in Ordnung ist.

Natürlich sagt all dies nichts darüber aus, wie die Langzeit-Beziehung der Beiden funktionieren wird, ein guter Grundstein scheint aber gelegt zu sein und ich könnte vor Mutterliebe platzen, wenn ich beide zusammen sehe und wie sehr der große Bruder seine kleine Schwester beschützen und liebkosen möchte.

Der Sohn bringt sehr viel Verständnis auf und das liegt zum einen sicherlich an seinem Alter und auch an der Vorbereitung währen der Schwangerschaft. Er war von Anfang an involviert und nahm alles intensiv mit und wahr. Wir haben ihm früh von der Schwangerschaft erzählt, er war direkt beim ersten Frauenarzt-Besuch dabei, ebenso bei den Hebammen-Terminen. Dort hat er auch zwei kleine Pixie-Büchlein geschenkt bekommen, welche er immer und immer wieder vorgelesen bekommen wollte. Eines der Büchlein handelte ganz speziell von einer Hausgeburt und zeigte ungefähre Abläufe dabei. Der Zwerg war sehr fasziniert, ganz speziell auch, als er erfuhr das seine Schwester auch Zuhause auf die Welt kommen sollte. In dem Buch war ebenfalls das größere Geschwisterkind bei der Geburt dabei und auf die Frage ob er auch bei der Geburt seiner Schwester dabei sein wollte, sagte er von Anfang an JA und an dieser Meinung änderte sich im Verlauf der ganzen Schwangerschaft nichts! Er wollte bei der Geburt dabei sein, er wollte die Nabelschnur durchschneiden, seine Schwester auffangen und sie zuerst knuddeln.... Ok, das war dann alles so doch nicht möglich, was wir ihm auch immer und immer wieder erklärten. Ich beschrieb ihm die Wehen, das sie mir weh tun könnten, dass dies aber nicht schlimm ist, denn nur so schafft es mein Körper seiner Schwester auf die Welt zu helfen.
Die kommende Geburt wurde mit Hilfe der Büchlein und seinen Fragen immer wieder thematisiert und wir sprachen viel darüber. Auch einige wunderschöne Hausgeburts-Videos, die man im Netz findet, haben wir uns zusammen angeschaut und Fragen von ihm besprochen.


Die Geburt seiner Schwester, bei welcher er dabei sein durfte, war für ihn ein wundervolles Erlebnis. Er erlebte das Wunder der Geburt, er durfte seine Schwester von Beginn an kennenlernen. Er war bei ihrem ersten Atmenzug dabei und durfte sich, wie seine Eltern auch, sofort in dieses neue Menschlein verlieben.

Er ist ein wundervoll besorgter Bruder, der direkt reagiert, wenn seine Schwester weint oder sich unwohl fühlt. Das darf in seinen Augen nicht sein. Er gibt ihr den Schnuller und wenn das nicht hilft muss ich sofort eilen und sie stillen und beruhigen.  
Beim Essen möchte er, dass seine Schwester neben ihm sitzt. Was mit dem Newborn-Einsatz auf dem TrippTrapp auch sehr gut und in Augenhöhe möglich ist. Ich bin sehr froh, mich dafür entschieden zu haben. Den Sohn freut es sehr, seine Schwester neben sich zu wissen und wenn sie ihn sieht, himmelt sie ihn förmlich an. Sie beobachtet ihn, lächelt ihn an. Wenn der große Bruder sich zu ihr lehnt und seinen Kopf an ihren schmiegt, tut sie es ihm gleich. 

Ich bin so unendlich glücklich, dass der Sohn gerne Bruder ist und das auch mit viel Stolz. Ich sehe dieses Geschwisterband wachsen und wünsche mir so sehr für beide, dass es mal ein starkes Band werden wird. Ein Band das über alle Jahre halten wird, Stürme übersteht und bei welchem beide immer wissen, da gibt es jemand, der für mich da sein wird und ich für ihn! ♥

Samstag, 27. Februar 2016

Newbon-Höschenwindel: Petit Lulu und Anavy im Vergleich


Heute möchte ich nun damit beginnen meine Newborn-Systeme vorzustellen. Beim Sohn bin ich leider erst sehr spät zum Stoffwickeln gekommen, so dass die Newborn-Größen bei ihm nicht mehr zum Einsatz kamen. 
Als erstes werde ich euch unsere Nachwindeln vorstellen, welche wir für die kleine Tochter nutzen. Wir haben uns hier für die sehr oft empfohlenen Höschenwindeln von Anavy und Petit Lulu entschieden und wurden nicht enttäuscht. Soviel sei vorab schon verraten!

Höschenwindeln bestehen komplett aus Saugmaterial, meistens aus Bambus oder Hanf. Diese Materialen sind sehr saugstark und dadurch erhält man eine Windel, die sehr viel Flüssigkeit aufnehmen kann und daher gerade für lange Trageintervalle geeignet sind. Höschenwindeln sind also gerade für Nachts sehr gut geeignet, da sie meist mit weiteren Einlagen verkauft werden. Ohne die zusätzlichen Einlagen sind Höschenwindeln auch gut für tagsüber geeignet und machen einen nicht zu großes Windelpaket mit ordentlicher Saugleistung. Wichtig! Alle Höschenwindeln benötigen immer eine Überhose (aus Wolle oder PUL) als Nässesperre!

Diese beiden Windeln sind sich von Aufbau und den verwendeten Materialien sehr ähnlich und werden beide in Tschechien produziert. Da kommt wirklich die Frage auf, wer hat hier eigentlich von wem abgeschaut? Daher ist es schlußendlich fast eine Glaubensfrage oder vielleicht auch eine Frage der Designs (hüstel), welche Windel einem wirklich mehr zusagen und gefallen. Die Unterschiede in der Saugleistung sind jedenfalls vernachlässigbar, meiner Meinung. Ich konnte hier am Kind und damit in der täglichen Verwendung keine Unterschiede feststellen.


Sieht man beide Windeln im Vergleich, sind kleine Unterschiede zu erkennen. Die Petit Lulu Höschenwindel ist etwas größer und länger. Die Anavy dafür etwas breiter im Schritt. Beide haben einen Verkleinerungsknopf um eine Aussparung für die Nabelschnur bzw. den heilenden Nabel zu bilden. Die Anavy Windel hat zwei Reihen Druckknöpfe die theoretisch eine noch bessere Anpassung an den Babykörper bilden. Dies konnte ich allerdings nicht wirklich austesten. Beide Windeln sind laut Hersteller von 2-6kg geeignet. Meine Tochter kam mit 3,4 kg zur Welt und nahm auch sehr schnell zu, daher benutzte ich eigentlich seit Anfang an eher vorletzten Einstellungen. Es ist daher gut vorstellbar, dass diese Höschenwindeln ab 2kg genutzt werden können.

Schlußendlich gibt es allerdings ein entscheidendes Merkmal, welches mir bei den Petit Lulu Windeln besser gefällt. Es geht um das Einknöpfen der Einlagen. Die Einlagen werden bei beiden Windeln hinten im Rücken der Windel eingeknöpft. Allerdings ist die Einlage der Anavy Windel in der Mitte nochmal vernäht und kann, wenn sie eingeknöpft ist, nicht eher nach vorne geschlagen werden. Ich knöpfe die Einlage daher nicht ein, lege sie "falsch herum" hinein, so dass ich den Hauptteil der Einlage vorne einschlagen kann. Dies hat den Vorteil, dass nicht zuviel Stoff im Rücken des Kindes liegt und somit ein Hohlkreuz vermieden wird. Außerdem pinkeln Jungs sowieso nur im vorderen Bereich und die Mädchen eher in der Mitte, was soll also soviel Saugmaterial im Rücken? Die Einlage der Petit Lulu Windel ist daher in meinen Augen praktischer. Ich kann sie hinten einknöpfen und dann den Hauptteil der Einlage vorne einschlagen. Generell müssen Einlagen natürlich nicht eingeknöpft werden, hat den Vorteil allerdings beim Waschen. So müssen die Einzelteile der Windel nicht erst wieder zusammen gesucht werden, sondern bleiben beieinander.

links Anavy, rechts Petit Lulu. Hier erkennt man wie die Einlagen vernäht und eingelegt werden. Würde man Anavy also einknöpfen, wie vorgesehen, könnte man den Hauptanteil nicht im vorderen Bereich falten, wie es bei Petit Lulu möglich ist.

unten Petit Lulu, oben Anavy. Man erkennt deutlich den Größenunterschied.

Ich verwende als Nässesperre, die Überhose von Petit Lulu, welche ich in einem weiteren Blogbeitrag vorstellen werde. Sie ist für die Petit Lulu und ebenso für die Anavy Höschenwindel verwendbar. Beide Höschenwindeln halten bei meiner 8 Wochen alten Tochter die ganze Nacht (10-11 Stunden) und sind morgens nass, aber nicht triefend. Es ist also noch etwas Kapazität vorhanden. Allerdings ist dies natürlich von Kind zu Kind verschieden und hängt zwangsläufig vom Trinkverhalten ab. Je häufiger die Kinder Nachts trinken wollen, um so mehr werden sie Pipi machen. Meine Tochter stillt 1-2mal in der Nacht. 

Zu sagen ist noch: Diese Höschenwindeln lohnen sich nur, wenn eure Babys Nachts keinen Stuhl mehr absetzen und somit ein Wechseln auch nicht nötig wird. Solange ihr noch mehrfach Nachts die Windeln wechseln müsst oder wollt, wird das Saugpotential dieser Windeln nicht ausgeschöpft und man kann auch weiterhin seine Tagsysteme nutzen. Das spart natürlich Geld. Wer Babys hat die bei jedem Wickeln Nachts zunächst nicht weiterschlafen können, die Nacht dann sogar beendet wäre, dem kann ich diese Windeln sehr empfehlen.

Beide Windeln sind kuschelweich und haben keine Nähte, die stören könnten. Sie schmiegen sich sehr schön um den Körper und bieten wirklich einen tollen Tragekomfort. Sobald meine Tochter aus der Newborn-Größe herausgewachsen ist, werde ich mir wieder Höschenwindeln von Petit Lulu holen, denn diese haben mich aufgrund der oben genannten Punkten etwas mehr überzeugt. Wie schon geschrieben, sind das allerdings nur Nuancen und in Stoffwindeln-Kreisen finden sich sicherlich Liebhaber von beiden Marken finden.

Kaufen könnt ihr die Newborn-Höschenwindeln von Petit Lulu z.B. bei Stoffywelt. Die Newborn-Höschenwindeln von Anavy findet ihr bei die-besten-Stoffwindeln.


Montag, 22. Februar 2016

Einzigartig von Beginn an

Schon mit unserer Entstehung und somit schon im Bauch unserer Mütter entwickeln wir uns zu jemand einzigartigen. Es gibt niemanden auf der Welt, der so ist wie wir selbst. Niemanden der exakt die gleichen Erfahrungen machen wird, die wir machen werden. 
Das gilt auch für Geschwister! Auch wenn wir eine Mama und einen Papa haben, sind wir nicht gleich. Wir bekommen nicht die exakt gleichen Gene übermittelt, nicht exakt die gleichen Dinge vererbt. Sei es anatomische Unterschiede, sowie auch charakterliche. Und schon im Mutterleib machen wir unterschiedliche Erfahrungen. Das erste Kind erlebt oft noch eine eher ruhige Grundstimmung seines späteren Zuhauses. Die nächsten Geschwisterchen hören schon viel mehr, gedämpft im Fruchtwasser. 
Auch wir Mütter merken schon während der Schwangerschaft, die Unterschiede unserer Kinder. Während das eine vielleicht sehr ruhig ist, sich nur mal in den Abendstunden meldet. Ist das Geschwisterchen schon im Bauch sehr aktiv und hält stündliche Turnübungen ab. Wir können uns also schon in der Schwangerschaft darauf vorbereiten, dass wir mit jedem Kind auch eine eigene Persönlichkeit vor uns haben, die in ihren eigenen ganz individuellen Bedürfnissen wahrgenommen und beachtet werden möchte. 
Erfahrungen die wir mit dem ersten Kind machten und die wir vielleicht gerne bei den nächsten Kindern wieder anwenden möchten, sind dann vielleicht nichtig. Wir müssen umdenken und uns auf das neue Menschlein auch neu einstellen und genau schauen, was dieses für Wünsche und Erwartungen hat.

Ich bin nun seit 7 Wochen eine Zweifach-Mama und durfte auch genau diese Unterschiedlichkeiten erkennen. Schon mein Sohn war ein Kind das viel Körperkontakt benötigte und immer noch benötigt, seine Schwester benötigt noch mehr! Voller Erwartung bauten wir noch in der Schwangerschaft das Beistellbett wieder auf, um unserem Kind einen Schlafplatz zu geben.... unsere Tochter schlief noch nicht eine Nacht darin! Wir bauten es somit wieder ab und ich bestellten einen Rausfallschutz. Meine Tochter liegt dicht neben mir. Sie braucht die Körperwärme, sie braucht den Duft der Mama in der Nase, sie braucht den Atem der Mama der über ihr Gesicht streift, während sie einschläft. 
Sie fordert Körperkontakt Tag und Nacht ein! Sie will nicht abgelegt werden, nur kurz, nur dann, wenn sie wirklich bereit dazu ist. Auch wenn man denkt, dieses kleine Menschlein kann doch so nichts beobachten und nichts üben, schaffte sie es innerhalb kürzester Zeit sich auf die Seite zu drehen. Einfach so. Sie ist sehr fordernd in ihren Bedürfnissen, gleichzeitig aber auch so unscheinbar und ruhig, wenn diese erfüllt sind. Ich war schon auf einer lauten Abendveranstaltung mit Kollegen und hielt eine Mitgliederversammlung meines Tierschutzvereines ab. Solange sie getragen und gewiegt wird, ist sie zufrieden und will nichts mehr. Diese Unterschiede muss ich als Mutter, als Eltern, erkennen. Ich muss sie verstehen und sie annehmen, damit ich jedem Kind in seinen Bedürfnissen gerecht werden kann.

Ich bin ehrlicherweise froh, dass meine Tochter mein zweites Kind ist. Ihre starken Forderungen hätten mich wohl als Erstlingsmama überfordert und mich zweifeln lassen. Mein Sohn hat mich auf das Mamasein vorbereitet und ich habe viel gelernt. Vor allem Gelassenheit und Wissen über unsere Bedürfnisse.

Von Beginn an sind wir alle, wir selbst. Wir sind einzigartig. Wir wollen alle in unserer Individualität gesehen und in unseren Bedürfnissen geachtet werden. Schon in der Schwangerschaft wird es deutlich und mit der Geburt hinein ins Leben zeigen wir dies. Als Eltern gilt es sich darauf einzustellen und darauf einzugehen. Jedes unserer Kinder ist anders und wundervoll!  

Einzigartig und in manchen Dingen doch so gleich ♥

Dienstag, 9. Februar 2016

Feuchttücher selbstgemacht - nun auch hier!


Bisher war dies für mich kein Thema gewesen. Obwohl ich schon den Sohn mit Stoffwindeln gewickelt habe, gerade wegen der Umwelt und der Müllproblematik, habe ich bei dem Thema Feuchttüchern weiterhin den einfachen Weg gewählt. Ich bin in den Drogeriemarkt und habe mir dort Feuchttücher gekauft.
Nun kam meine Tochter auf die Welt und hat viel empfindlichere Haut als der große Bruder. Sogleich hatten wir die Feuchttücher in Verdacht und ich musste mich nun doch mit dem Thema "Feuchttücher selbstmachen" beschäftigen. Dazu gibt es zum Glück schon ganz viele wundervolle Blogbeiträge und Tutorials in Youtube. Viel erklären muss ich hier daher nicht.

Ich möchte einfach gerne meine nun gemachten Erfahrungen dazu, ebenfalls ins WWW stellen, um somit zu zeigen, Feuchttücher selbstzumachen ist wirklich nicht schwer und gerade wer sowieso schon mit Stoffwindeln wickelt hat auch keine zusätzliche Arbeit mit dem Waschen der Tücher. Sie kommen einfach zur Windelwäsche hinzu. Der Muttermilchstuhl ist komplett wasserlöslich, daher ist ein vorheriges auswaschen der Tücher auch nicht nötig. 

Für die Herstellung der Feuchttücher verwende ich Baumwoll-Läppchen, diese hat mir mein Mann aus dem IKEA-Waschtüchern zurechtgeschnitten und genäht. Ich schichte sie in einer hohen Vorratsdose an und übergiese sie mit meiner zuvor angesetzten Lösung. Diese Lösung besteht aus 500ml abgekochtem Wasser, einem EL Kokosöl (dieses werde ich mir zum Testen bestellen, größere Mengen sind einfach günstiger) und wenige Tropfen reinem Lavendelöl .
Für das Kokosöl und das Lavendelöl habe ich mich wegen ihrer hautfreundlichen, entzündungs- und pilzhemmenden Wirkung entschieden.
Die angesetzte Menge reicht für ungefähr 2-3 Tage und ist somit in der Anwendung nicht anders als käufliche Feuchttücher. Sofort einsatzbereit! 

Ruckzuck, sind somit Feuchttücher ohne unnötige und teilweise bedenklichen Zusatzstoffen angesetzt. Man spart Müll und vor allem Plastikmüll! Auch für unterwegs können die Feuchttücher problemlos in einer kleinen Nasstasche mitgenommen werden.

Und wieder frage ich mich, wieso ich nicht schon beim Sohn Feuchttücher selbst gemacht habe. Bequemlichkeit wahrscheinlich. Denn auch vor der Nutzung der Stoffwindeln, dachte ich, dass sie umständlich sind und zuviel Arbeit machen. Versuch macht klug, heisst es doch so schön! Und so kann ich sagen, probiert es aus. Es ist einfach, spart Geld, schont die Umwelt und ist gut für die Haut eurer Kinder.

Diese Öle sind nur Beispiele, die ich derzeit im Einsatz habe. Hier gibt es viele verschiedene Hersteller. Achtet einfach darauf das es wirklich reine Bio-Produkte sind.


*im Beitrag sind Affiliate-Links enthalten

Sonntag, 7. Februar 2016

Ein Mobile-DIY in Schwarz-Weiß


Mobiles gibt es in Hülle und Fülle! Viele Hersteller verkaufen sie. In vielen Farben, in vielen Formen. Ich habe mir in der ersten Schwangerschaft mit dem Sohn auch eines gekauft, passend zur Farbe des Kinderzimmers, passend zur Gestaltung mit vielen Elefanten. Ein Elefanten-Mobile also. Nur bald viel mir auf, was hat mein Sohn eigentlich davon?
Liegt er unter dem Mobile, kann er die Elefanten nicht wirklich sehen. Wie bei den meisten Mobiles sind die Figuren nicht waagerecht und nach unten zeigend aufgehängt, sondern so, dass sie für den Betrachter von vorne, also für uns Erwachsene, sichtbar sind. Nicht wirklich sinnvoll. Und wo werden die Mobiles bevorzugt aufgehängt? Über dem Schlafplatz, oder? Aber was soll ein Mobile über dem Schlafplatz, dort schlafen die Kinder und sind nicht gerade in einer Wachphase um sich ein Mobile wirklich zu betrachten und sich damit zu beschäftigen.
In der Babyzeit mit dem Sohn habe ich mich nicht wirklich weiter mit dem Mobile beschäftigt, bin im Internet aber immer wieder auf Alternativen und sinnvolle Mobiles gestoßen, die ich im Hinterkopf behielt.

"Mobiles sind vor allem während der ersten Monate für das Baby sinnvoll. In den frühen Wochen helfen sie ihm, das visuelle Vermögen zum Fokussieren und Verfolgen eines Gegenstandes mit dem Blick zu entwickeln"

Nun war es also soweit, meine Tochter kam auf die Welt und das Thema wurde wieder aktuell. Ich wollte diesmal selbst ein Mobile basteln und das passend zu ihrer derzeitigen Entwicklung.
Neugeborene und kleine Babys können maximal 25-30 cm scharf sehen. Genau die Strecke, die das Baby beim Stillen an Mamas Brust bis zu ihrem Gesicht hat. Das Gesicht der Mama ist also von Anfang an deutlich für das kleine Baby zu erkennen und kann somit genau fixiert und betrachtet werden.
Mit der Zeit werden die Wachphasen des Babys länger und es schaut sich in seiner Umgebung um und betrachtet diese. Weiterhin kann es allerdings noch nicht weit scharf und fokussiert sehen und auch viele Farben verschwimmen ineinander. Wirklich gut sehen, kann es daher zu Beginn schwarz-weiße Kontraste und hier können wir für ein passendes Mobile ansetzen. Ich habe mir einige geometrische Formen in schwarz-weiß selbst gebastelt und auch im Internet einige Kontraste heraus gesucht. Diese habe ich ausgedruckt auf festen Karton geklebt und mit Schnüren an einem Ast befestigt. Die Bilder befinden sich, wie oben erwähnt im Schnitt 25- 30 cm über dem Gesichtsfeld des Babys. Im Keller habe ich dann noch eine Spiegelgirlande entdeckt, welche ich ebenfalls angehängt habe. Sie reflektiert einfallendes Licht so schön.

"In den ersten Lebenswochen strebt das Kind danach, den Blick auf einen selbst gewählten Ausschnitt der Umwelt fixieren zu können. Allmählich bilden audauerende Aufmerksamkeit und Wiederholung neuronale Strukturen im Gehirn aus, die das erworbene Wissen repräsentieren. Durch diese Anstrengung an Konzentration und die Kontrolle der Aufmerksamkeit vollzieht sich das Lernen. Alle menschlichen Erfindungen und alles Vermögen zur Veränderung der Welt sind das Resultat der Fähigkeit des Menschen, die Aufmerksamkeit auf spezifische, ausgewählte Ausschnitte seiner Umgebung zu richten. Unsere Fähigkeit zur Konzentration ist also der Ursprung des menschlichen Fortschritts."

Hat meine Tochter nun längere Wachphasen, ist satt und zufrieden, lege ich sie immer mal wieder unter ihr Mobile. Sie verfolgt die einzelnen Bilder, schaut sie sich genau an. Die Konzentrationsdauer ist zunächst nicht sehr lang und sie wird mit der Zeit immer länger werden. Ich beobachte sie dabei sehr genau und freue mich sehr, dass ihr mein selbstgebasteltes Mobile gefällt.
Generell ist es aber wichtig, dass sich Babys ihre Umgebung uneingeschränkt betrachten, beobachten und wahrnehmen können. Wir sollten also darauf achten, ihr Sichtfeld nicht durch Gitter oder hohe Seitenwände von Babywiegen zu versperren. Sie wollen von Beginn an ihre Umwelt wahrnehmen und in sich aufnehmen. Wir können ihnen durch die vorbereitete Umgebung helfen und sie in ihren Bedürfnissen unterstützen.

Die Zitate stammen aus dem Buch  "Montessori von Anfang an".




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