Montag, 30. Juni 2014

Steckspiel mit Knöpfe

Wenn ihr irgendwo an eine große Knopfsammlung heran kommt, dann schnappt sie euch!

Mit Knöpfen lassen sich wahnsinnig viele Lernanregungen, Bastelideen und Spielmöglichkeiten gestalten. Von Steckübungen, zu Auffädelübungen. Sortierübungen nach Farbe oder Größe oder tolle Bilder mit aufgeklebten Knöpfen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Also mit Knöpfen liegt ihr niemals falsch. Als Eltern kann man hier wirklich zum Jäger und Sammler werden. Alles kann man plötzlich brauchen und landet schon lange nicht mehr im Müll. Verpackungsmaterialien, Klorollen, Korken usw. Am Samstag erhielt ich die Knopfsammlung von Zwerg´s Uroma und wir schauten sie uns zusammen an. Alleine das machte dem Zwerg unheimlich viel Spaß. Einfach wild in den unterschiedlichsten Knöpfen zu wühlen und sie zu betrachten.

Jedenfalls, wie ihr sicherlich schon festgestellt hat, liebt das Herzkind Steckübungen in allen Variationen. Und nun sollen die Steckteilchen natürlich immer kleiner werden, das macht ihm Spaß und fordert ihn auch weiterhin. 

Also hat mein Mann gestern den Deckel eines Marmeladenglases mit einem Schlitz versehen und schon konnte es losgehen.






Samstag, 28. Juni 2014

18 Monate Sonnenschein.... nicht immer...

Seit gestern kann ich nun sagen mein Sohn ist 1,5 Jahre alt. Schon wieder ist ein Monat rum und in 6 Monaten werde ich auch schon wieder arbeiten und der Zwerg zu einer Tagesmutter gehen. Noch 6 Monate also, die wir zu Zweit genießen können, diese Zeit wird nicht mehr wieder kommen.

Genießen.. höhö... wie ich schon in meinem letzten Schlafartikel angekündigt hatte, wird die ruhige Schlafphase sicherlich nicht lange anhalten.. schon wenige Tage später ging es wieder los und ich trabe seit dem x-Mal in der Nacht zu ihm und begleite ihn wieder in den Schlaf oder hole ihn einfach zu uns ins Bett, wenn er es braucht... so wie auch heute Nacht.

Das ich im Familienbett nicht schlafen kann, wisst ihr und das man mit x-Mal nachts aufstehen auch nicht erholt ist, ist auch klar... meine Tage haben derzeit also etwas vom "Wandeln der Zombies" und ich schaffe es gerade so den Haushalt, die Termine und das Herzkind zu meistern. Morgens dann noch Worte zu formulieren für einen Artikel im Blog, kaum machbar!

Aber vom wundervollen Schlafverhalten, das ganz natürlich ist (ich weiß!), mal abgesehen, gibt es natürlich auch viele weitere Entwicklungsschritte vom Herzkind.

Derzeit ist der Papa oft ziemlich out. Manchmal wird er noch nicht mal freudestrahlend begrüsst, wenn er Abends heim kommt, sondern es wird direkt gejammert und die Mama vorgeschoben. Papa darf ihn nicht anfassen, Papa darf den leeren Teller von ihm nicht nehmen, nicht in das Buch schauen, das er gerade betrachtet usw. 
Das ist für den Papa natürlich überhaupt nicht schön und wir verstehen es auch nicht. So oft ist er nun auch nicht für mehrere Tage geschäftlich unterwegs. Hattet ihr auch solche Phasen bei euren Kindern?

Es werden weiterhin alle Worte aufgesaugt, die er aus uns herausholen kann. Gerade beim Bücher betrachten, werden wir ausgequetscht und auf alles gezeigt und hinterfragt. Wenn wir selbst dann Fragen stellen, ob er uns dieses oder jenes auf der Seite zeigen kann, tut er das auch. Er kann schon sehr viele Tiere unterschieden, ebenso viele seiner Körperteile, Gegenstände usw. 
Somit kommt nun auch endlich die Lernanregung mit den Karten und den Schleichtieren zum Tragen, er scheint nun wirklich die Unterschiede zu erkennen und ordnet die Karten richtig zu den Schleichtieren. 

Sprachlich erweiterte sich der Wortschatz um wenige "Wörter": Neben den bekannten Mama, Papa (oft wird der Papa aber auch immer noch Mama genannt), Nanane und DA, sind jetzt Wuff-Wuff und Brumm-Brumm hinzugekommen. Ich muss sicherlich nicht erklären, was damit gemeint ist und wir selbst haben ihm die Wörter auch nicht vorgelebt. Der Hund wurde ganz alleine zum Wuff-Wuff und wird von uns auch weiterhin Hund genannt. Brumm-Brumm ist heißgeliebt, alles was sich bewegt ist Brumm-Brumm und selbst die Bananestücke auf dem Frühstücksteller machen Brumm-Brumm und fahren im Teller hin und her....

Über Seh- oder Hörschwächen muss ich mir keine Gedanken machen. Ich bin immer wieder fasziniert wie kleine Kinder ihre Umwelt wahrnehmen. Wir Erwachsene blenden so wahnsinnig viel aus und "hören" die täglichen Umweltgeräusche kaum noch. Ein Kind nimmt alles ungefiltert auf, es kann noch nichts ausblenden... Bei jedem Flugzeug, das der Zwerg hört, streckt er den Zeigefinger an seine Wange und ruft DA und horcht... sind wir draußen, kann er sogar auf den Flieger am Himmel zeigen, manchmal nur ein ganz kleiner Punkt... Wenn ein Hund gauzt, ruft er Wuff-Wuff und hört man in der Entfernung die Züge, wird das ebenfalls kommentiert. Ich hätte alle Geräusche nicht wahrgenommen, so sehr blende ich sie im Alltag aus.

Dreckig machen ist auch weiterhin nicht schön, das Herzkind bespielt einen Sandkasten lieber von außen... wenn er hinfällt ist es fast jedes Mal ein kleines Drama, die Hände sind dreckig... seit er weiß, wie man sie aneinander sauberreiben kann, wird es besser. 

Er ist eher der stille Beobachter in der Krabbelgruppe oder beim Turnen. Er ist ruhig, beobachtet und bei zuviel Trubel sucht er sich lieber ein ruhigeres Fleckchen. Er spielt dann lieber nur für sich oder bindet mich mit ein, die Interaktion mit anderen Kindern ist noch gering.

Unser gemeinsamer Alltag ist sehr routiniert und es gibt wenige Streitpunkte an denen wir aneinander reiben und wir anderer Meinung sind. Natürlich weiß ich um die Wünsche meines kleinen Herzkindes und kann Streitpunkte vermeiden. Ich lasse ihn also soviel selbstständig machen, wie er möchte und kann. Ich stimme mich und die Umgebung darauf ab, so wie es auch Maria Montessori beschreibt. Ich bin sehr froh, dieser Frau "begegnet" zu sein! Es macht unser Zusammenleben soviel einfacher, wenn man um die wirklichen Bedürfnisse seines Kindes weiß und nicht denkt es "macht etwas mit Absicht", "will Grenzen austesten", oder "trotzt mal wieder"...

Ich freue mich somit auf unsere verbleibenden gemeinsamen 6 Monate und auf die vielen Kleinigkeiten und Geräusche auf die mich mein kleines Herzkind noch aufmerksam machen wird, welche ich in meiner Erwachsenenwelt schon garnicht mehr wahrnehmen würde... es ist schön, die Welt wieder mit Kinderaugen sehen zu dürfen ♥

Unser kleiner fleissiger Helfer! ♥ Hier sind wir gerade dabei den Balkon zu verschönern, sicherlich werde ich bald einen Bericht dazu schreiben :)

Dienstag, 24. Juni 2014

Greifen heisst Begreifen

Derzeit lese ich das Buch "Kleinkinder fördern mit Maria Montessori" von Claudia Schäfer. Ich finde es bisher sehr interessant geschrieben und es liefert einige tiefere Einblicke in die Entwicklung unserer Kinder in den jüngsten Jahren. Schon mit der Geburt beginnt das Baby alles in sich aufzunehmen, was ihm seine Umwelt bietet. Sie sind wie kleine Schwämme und lernen stetig. Auch wenn es für manche nicht sichtbar ist. Deswegen wurde viele Jahre die "Förderung" von Kleinkindern nicht beachtet. Hier einige Einblicke und kurze Zusammenfassungen aus dem oben genannten Buch:

Wenn wir die große Lernfähigkeit und Lernbereitschaft der Kinder unter drei Jahren nicht fördern und sie nicht genügend anregen, werden die Kinder ihr Leben lang an den Folgen dieser Vernachlässigung leiden.
Erst wenn Kinder aktiv über ihre Bewegungen und alle ihre Sinneskanäle ausreichende und sich häufig wiederholende Reize aufnehmen konnten, bilden sich vielfältige neurolane Verbindungen im Gehirn und das Kind lernt wichtige Basiskompetenzen, auf die es ein Leben lang zurück greifen kann. So erst wird aus einer "Rogintelligenz" umfassende Kompetenz, die in differenziertes Denken, Fühlen, Handeln umgesetzt werden kann

Fehlen jedoch Anregungen für die kindlichen Sinne, bilden sich keine neuen Synapsen, bzw. bestehende werden wieder zurück gebildetet. Ein Kind muss nicht nur Erfahrungen machen, es muss sie auch oft wiederholen, um die Synapsen "haltbar" zu machen, damit sich die Gehirnregionen, die nicht genutzt werden, nicht zurückbilden. Das für uns Erwachsene zum Teil stupide anmutende Wiederholen einer Handbewegung, einer Frage oder einer Übung macht das kleine Kind also "klüger" und "stumpft" es nicht ab.

Am besten lernt ein Kind, wenn ein Angebot aus der Umwelt zu seiner jeweiligen inneren Bereitschaft, seiner Reifung und Entwicklungsphase passt.

Lassen wir kleine Kinder nicht alleine probieren, ziehen sie sich zurück oder reagieren sogar ärgerlich, weinen und wehren sich. Denn wenn wir Erwachsene in die kindliche Aktivität eingreifen, nehmen wir dem Kind wichtige Lernmöglichkeiten und hindern es daran, einen neuen Entwicklungsschritt zu tun. Wir stören dann nicht nur ein Spiel, sondern seine Entwicklungsarbeit.

Das Weinen deuten wir Erwachsene oft als eine Laune und nicht als eine "gesunde" Reaktion darauf, dass man das Kind an seiner Entwicklung hindert, wogegen es sich wehrt.

Über das Greifen erst lernt ein Kind "be-greifen". Deshalb hat es in den ersten Lebensjahren ein besonders großes Bedürfnis, alles anzufassen und mit den Dingen zu hantieren. Es lernt über das Ertasten die Dinge näher kennen und unterscheiden. Über diese differenzierte Wahrnehmung bildet sich die Intelligenz.

Je mehr ein Kind kann, desto mehr Vertrauen entwickelt es in seine eigenen Fähigkeiten und desto selbstbewusster und glücklicher wird es. Durch diese Selbstständigkeit wird sich, über viele Jahre hinweg, seine freie Persönlichkeit entwickeln.

Jetzt sollten wir allerdings nicht in Panik verfallen und die nächsten Fördereinrichtungen stürmen, denn genau das ist in den letzten Jahren geschehen. Wir Eltern wollen unsere Kleinkinder fördern, da die Wissenschaft festgestellt hat, wie wichtig eine optimale Förderung für das zukünftige Leben sein wird. Was die Kinder jetzt nicht lernen, lernen sie vielleicht niemals mehr! (was so natürlich auch nicht stimmt, es wird uns in späteren Jahren allerdings deutlich schwerer fallen)
Wenn wir den obigen Text allerdings nicht nur überfliegen, sondern verstehen, dann steht dort nicht einfach stupide "Förderung", sondern viel mehr und vor allem wichtige Kernaussagen für unser Verhalten als Eltern gegenüber unserer Kinder.

Förderung besteht nicht nur im herkömmlichen Pauken, wie wir es aus unserer Schulzeit kennen. Für die Kinder in diesem Alter geht es um das Erlernen wichtiger Kernkompetenzen und das zeigen sie uns eigentlich sehr deutlich, wenn wir hinhören und hinschauen. Sie wollen im Grunde all das tun, was auch wir Erwachsene täglich tun. Bedeutet eigentlich und auch ganz einfach, wir müssen sie einbinden. Nicht einfach nur irgendwelches "pädagogisch wertvolles" Spielzeug kaufen und meinen damit wäre es nun getan und damit sollen sich die Kinder beschäftigen. 
Unsere Kinder wollen lernen was wir tun, unsere Handgriffe, unsere Sprache, die alltäglichen kleinen Verrichtungen. Binden wir sie also ein, lassen wir sie nicht nur neben uns her leben. Lassen wir ihnen aber auch ihre Freiheiten, dass zu tun, was sie tun möchten. Kinder suchen sich auch ihre Beschäftigungen. Wenn es den ganzen Tag Wasser von einer in die andere Schüssel schütten möchte, dann ist das keine vergeudete Zeit, nur weil es für uns so scheint, als hätte das Kind es schon beim ersten Mal verstanden. Nein, es lernt auch weiterhin. Es festigt seine Bewegungsabläufe, lernt das die Schwerkraft auch immer da sein wird, das Wasser nicht einfach seine Fließrichtung ändert usw.
Schon mit diesen kleinen Veränderungen in unserem Alltag fördern wir unsere Kinder und helfen ihnen diese Welt zu verstehen. 

Wir müssen auf Augenhöhe mit unseren Kindern gehen, verstehen was sie nun lernen wollen und ihnen die Möglichkeiten dazu geben und anbieten. Keine teuren Fördermittel sind dazu notwendig, es reichen oft schon die einfachsten Dinge...

Die Bewegungen des Herzkindes werden nun immer filigraner. Das spiegelt sich auch in den Steckübungen wider.





Montag, 23. Juni 2014

Frust im Tierschutz

Heute muss ich Frust ablassen und zwar nicht über mein Herzkind, sondern über die Tierschutzarbeit. Auch wenn ihr nun denkt, was hat das in einem Mama-Blog zu suchen... ich denke das Thema ist hier ganz richtig! Denn gerade die Kleintiere, die Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster dieser Welt werden meist auch für die Kinder angeschafft. Und hier kommen nun wir im Tierschutz zum Einsatz!

Vor mehr als 8 Jahren habe ich den Verein mitbegründet. Wir gründeten einen Tierschutzverein speziell für Meerschweinchen, um Anlaufstelle in der Region zu werden. Viele Tierheime sind auf Hunde und Katzen ausgelegt, für die Kleintiere ist meist kein fachkundiges Personal da und ebenso nur begrenzte Mittel. Wir wollten somit eine Möglichkeit bieten Halter gezielt zum Thema Meerschweinchen zu beraten und ebenfalls Pflegeplätze für abgegebene Tiere bereit halten und um uns um neue Zuhause für diese zu bemühen.

Ich war also auch von Anfang eine Pflegestelle und betreute diese neben meinen eigenen Tieren Zuhause mit. Die Abgabegründe sind meist vielfältig: Allergien (ob vorgespielt oder tatsächlich), Kinder haben kein Interesse mehr, finanzielle Engpässe, Jobwechsel und keine Zeit mehr, Wohnungswechsel und kein Platz mehr, Trennung/Scheidungen und und und... alle Gründe mal mehr oder weniger plausibel. Bei der Abgabe handelt es fast immer um gesunde Tiere... laut den Haltern und nun kommen wir zu meinem Frust!

Am Anfang unserer Vereinsarbeit mag diese Aussage meistens noch gestimmt haben. Wir haben viele Tiere aufgenommen, meistens gesund. Die Böcke wurden kastriert, die Tiere gepflegt und dann vermittelt. In den letzten 2 Jahren kommen die Halter in unsere Pflegestelle, öffnen die Transportbox und wir sehen kein gesundes Tier.. obwohl uns dies gesagt wurde. Wir verbringen Stunden beim Tierarzt, beim päppeln, beim pflegen, beim Leiden und Kämpfen mit unseren kleinen Patienten.

Ein Grund warum ich mit der Geburt des Herzkindes die Pflegestellentätigkeit auf Eis gelegt habe. Pflegetiere aufzunehmen ist unberechenbar. Angeblich gesunde Tiere, werden sterbenskrank gebracht und der Zeitaufwand ist nicht absehbar. Aber auch Schübe und Phasen eines Kleinkindes sind nicht absehbar und mein Herzkind sollte nicht ständig hinten anstehen. Also wechselte ich zu unserem Vereinsbereich Urlaubsbetreuungen. Die Gehege waren schließlich da und ich wollte dem Verein weiterhin tatkräftig unter die Arme greifen, zumal die Anfragen für Urlaubsbetreuungen in den letzten 2 Jahren ebenfalls massiv angestiegen sind. 
Bisher liefen die Urlaubsbetreuungen problemlos. Die Tieren waren gesund, wenn es uns so gesagt wurde und hin und wieder waren auch mal Tiere dabei, die vorangekündigt etwas mehr Betreuung benötigten. Alles kein Problem. Urlaubsbetreuungen sind zeitlich begrenzt und somit auch mal eine intensivere Betreuung durchaus machbar.

Jetzt war es zum ersten Mal nicht so! Ich bekam ein Tier in die Betreuung gebracht, ich kenne es nun schon seit vielen Jahren, welches aussah wie ein Häufchen Elend. Und ich wusste davon nichts! Ich bin sauer und wütend. Denn nun musste ich mich um das Tier kümmern. Ich musste Zeit opfern. Zeit die normalerweise dem Herzkind zusteht. Ich musste nun alle paar Stunden päppeln, weil das angeblich fressende Tier, bei mir nun das Fressen eingestellt hat (klar, der Streß der neuen Umgebung) und nun muss ich den kleinen Kerl wohl heute gehen lassen. Er schafft es nicht mehr... ich muss den letzten Weg gehen...

Jetzt habe ich die Pflegestellentätigkeit beendet, genau wegen solcher Fälle... und nun ist es auch bei den Urlaubsbetreuungen so?
Ich habe eine Woche nun gekämpft mit dem kleinen Kerlchen, doch es zwar zu spät!

Tierschutz ist so verdammt frustrierend! Immer wieder sehen wir solche Fälle, immer wieder kämpfen wir und klären auf. Ich höre immer wieder von Außenstehenden, dass das Personal im Tierheim oder Notstationen so patzig oder unpersönlich wäre. Das Vermittlungsbedingungen so streng sind... ja als Außenstehender mag das schwer zu verstehen sein, dass Tierschutzmenschen nicht immer höflich sind und doch eigentlich froh sein müssten um jedes vermittelte Tier... ich würde manchmal so gerne Bücher über alle unsere Erfahrungen schreiben, über jeden einzelnen Fall... vielleicht würde es Augen öffnen. Vielleicht würde es Leben retten! Aber wir wissen auch, das diejenigen die es eigentlich lesen müssten, damit sich etwas ändert... es doch wieder nicht tun! Es ist frustrierend!

Und somit bin ich nun echt am überlegen, will ich weiterhin Urlaubsbetreuungen anbieten? Noch ist mein Sinn zu helfen groß! Die Tiere können nichts für ihre Halter! Auf Dauer muss ich aber an mein Herzkind denken und die begrenzte Zeit die ich habe. Wie hätte ich diesen zeitlichen und nervlichen Aufwand leisten können, wenn ich wieder zusätzlich arbeiten gehe? Ich hoffe einfach, es war eine Ausnahme...

Mittwoch, 18. Juni 2014

Vom Schlafen und Zahnen

Ich glaube es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update. Ich muss mich ja auch noch in einigen Jahren genau erinnern, wie denn das Schlafverhalten unseres Herzkindes war. Warum?
Weil ich weiß wie schnell wir Eltern alles nur noch "als halb so schlimm" empfinden und andere Eltern dann denken: Alle Kinder schlafen durch, nur meins nicht... Ist es nicht so? Also ich höre um mich herum fast immer nur von durchschlafenden Kindern.... ja, schon als Baby, von klein auf, haben die alle durchgeschlafen. Da meint man ja teilweise zwangsläufig man macht etwas falsch...
Zum Glück weiß ich, dass dies oft Verschleierungstaktiken sind, auch meist um sich selbst einzureden, alles ist gut, um nicht durchzudrehen... Genau! Denn Schlafentzug ist Folter! Horror! Gerade lässt man sich mit dem Kopf auf sein Kissen fallen, rückt alles zurecht, findet die bequemste Schlafposition, kuschelt sich so richtig dolle ein und dann..... (Intro der Weiße Hai....).... WÄÄÄÄÄHHHHHHHH!

Ich schwöre euch, mein Herzkind hat einen eingebauten Sensor und zwar einen Hochleistungssensor für Bewegung und Akustik. An manchen Tagen genügt es, wenn ich noch etwas im Bett gelesen habe und dann so leise wie möglich meine Nachttischlampe ausknipse... keine zwei Sekunden später... WÄÄÄÄÄHHHHH! Mein Mann glaubt mir nicht! Dabei hat er dieses Phänomen nun schon oft genug mitbekommen... bitte sagt mir, ist das bei euch auch so? 

Ich gehe Nachts grundsätzlich, wenn ich mal Pipi muss... ja, ich hab ein schwaches Bläschen und trink zu dem noch Nachts... auf das Gästeklo ein Stockwerk tiefer... warum? Würde ich oben pinkeln, würde alleine der Strahl in die Porzellanschüssel reichen und der Zwerg wäre wach... glaubt ihr mir nicht? Ist aber so! Ich schwöre!

Muss man sich mal vorstellen, was man sich als Eltern alles einfallen lässt. Welch samtpfotenartige Gangweise man entwickeln kann, wenn man den ersten Stock erreicht hat und Richtung Schlafzimmer schleicht....

Ach ja... und meine Meerschweinchen leben im Dachgeschoss... genau ein eigenes Reich!... Problem die Treppe nach oben... das ist so eine frei eingebaute (und direkt neben dem Zimmer vom Zwerg)... und die knartzt... ich kann euch genau sagen, wo man hintreten darf und wo nicht... Mission Impossible sozusagen (Intro bitte....) Wenn ich da nochmal hochmuss, was ich vermeide wenn das Herzkind schläft, aber manchmal braucht ein Schweinchen doch nochmal Medikamente, dann seht ihr Spiderwoman in Perfektion...

Aber ich will ja garnicht so sein, im Moment haben wir echt ein liebes kleines Herzkind. Und warum? Weil endlich der doofe zweite Eckzahn (oben links) durchgebrochen ist! Jubel! (Intro Engelschöre....) Ich sag euch, solange hat noch kein Zahn gebraucht bis er durch war! Das Herzkind benutzte nun schon seit Wochen seine Hände und Arme als Beißringe, soviel hat er noch nie gesabbert und die Nächte waren für ihn natürlich auch nicht schön.

Den Zahn habe ich am Sonntag ertasten dürfen, wahrscheinlich ist er sogar schon 1-2 Tage länger da und die Nächte sind wieder toll.... also für unsere Verhältnisse. Ihr versteht! Das Herzkind geht wieder ein Stück früher ins Bett (was aber auch meist 21 Uhr ist), er wacht maximal 1-3 mal in der Nacht auf und lässt sich superschnell beruhigen und schläft weiter. So kann es von mir aus bleiben. Ich hab kein Problem mehrfach die Nacht rüberzugehen, mich an ihn zu kuscheln und ihm zu sagen wie lieb ich ihn habe... hauptsache wir bleiben alle ruhig dabei... herrliche Ruhe und ganz viel erholsamen Schlaf für mich. Träum!

Aber ich weiß, es wird nur ein kurzer Frieden sein. Die nächsten Bösewichte sind bereit um uns die Nächte wieder um die Ohren zu hauen... die unteren Eckzähne... (The Imperial March von Star Wars...)


Sonntag, 15. Juni 2014

Blogparade: Mamasünden oder Überlebensstrategie?

Die liebe Janina von Herzmutter hat eine sehr interessante Blogparade gestartet. Sie soll uns Mamas oder natürlich auch die Papas mal aus ihrem Vorbild-Modus und der perfekten Fassade herauslocken und zeigen, wie es eigentlich wirklich ist... also so im Alltag mit Kind. Janina schreibt dazu:

Mit dieser Blogparade möchte ich alle zum Grinsen bringen und euch eure Geheimnisse entlocken: wie schafft ihr euren Alltag? Mit welchen Strategien müsst ihr euch manchmal helfen, um nicht durchzudrehen? Wo und wie könnt ihr euch mal eine Auszeit nehmen?

Ich freue mich, wenn ich so viele Sünden und Strategien wie möglich lesen kann. Es kann doch nicht sein, daß alle Eltern mega vorbildlich sind und den ganzen Tag über pädagogisch und politisch korrekt sind?! Wie kommt ihr über den Tag und was sind eure finsteren Geheimnisse?

Diese Blogparade soll zur Erheiterung beitragen und zeigen: wir sind nicht alleine! Niemand ist perfekt und das ist auch gut so...
 

Janina hat damit wie so oft direkt in ein Nest gestoßen und viele begeisterte Bloggerinnen haben sich schon an der Blogparade beteiligt und über ihre Sünden und Überlebensstrategien gebeichtet! Es sprudelt bei manchen sicherlich nur so raus. Endlich! Endlich, kann man einfach mal schreiben, was man sich sonst nicht wagt zu sagen, weil man eventuell schräg angeschaut wird, immer mit dem Hintergedanken, dass man "versagt" haben könnte.
Tja und auch ich fühle mich  ertappt, natürlich läuft auch hier nicht alles rund und bei so manchen Thema würde ich am liebsten auch weiterhin den Mantel des Schweigens darüber breiten... als Mutter möchte man doch so gerne alles richtig machen und sagen können "Ich mache das toll!" Irgendwie definiert man sich ja schon etwas darüber, gerade in der Elternzeit, wenn es die Hauptaufgabe ist. Man meint zu erkennen: An der Anzahl der begangenen Sünden, sieht man ob die Erziehung gut oder schlecht ist.... natürlich ist das Kokolores! Ein Kind wird wegen der einen oder anderen Erziehungssünde kein schlechter Mensch oder ein kleiner Tyrann! Doch trotzdem steckt dieses Denken so tief in uns drin, wie ein dicker Stachel mit vielen kleinen Widerhacken! Sich davon zu lösen wird nicht einfach sein, denn wir alle bewerten und tragen somit dazu bei, dass wir Mütter fast alle nicht ehrlich untereinander sind und vieles beschönigen bzw. nicht erwähnen.... solange wir nicht explizit danach gefragt werden *hüstel* Kennt ihr, stimmts?
Ich erinnere mich ganz genau an eine Situation in unserem letzten gemeinsamen Urlaub als Paar ohne Kind. Ich war in der 22.Woche schwanger und wir erlebten jeden Abend in dem Buffet-Resaurant des Hotels das gleiche Bild. Tablets an den Tischen, mit den unterschiedlichsten Kindersendungen bestückt. Die Kinder davor geparkt, damit die Eltern in Ruhe essen konnten. Es war ein absolut verstörendes Bild für uns. Wir konnten das nicht verstehen und schwörten uns, dass wir das niemals machen würden. Wie können die Eltern ihre Kinder, teilweise noch so jung, mit kunterbuntem Geflimmer "betäuben" damit sie ihr Abendessen genießen können? Sie machen doch gemeinsamen Familienurlaub? Mit etwas Abstand und nun selbst Eltern gewinnt dieses Schauspiel eine neue Perspektive und man denkt etwas anders darüber... gerade wenn man selbst lernen musste, dass eben nicht immer alles so funktioniert wie man es sich so rosarot in der Schwangerschaft ausgemalt hat. 

Kommen wir als nun zu meinen Sünden oder Überlebensstrategien. Hier möchte ich aber beide Punkte ganz klar voneinander trennen. Denn eine Überlebensstrategie muss in meinen Augen nicht gleich eine Erziehungssünde sein. Und eine Sünde? Ab wann wird denn eine Erziehungssünde zu einer Erziehungssünde? Ganz klar! Wir machen sie selbst dazu! Sobald wir uns nicht trauen, sie anderen zu erzählen, weil wir denken, die anderen Mamas könnten schlecht über uns denken. Und eine Sünde wird es für mich auch dann, wenn ich denke ich könnte meinem Kind damit schaden, auch dann, wenn wie oben schon geschrieben, eine kleine Sünde keinen Tyrannen aus einem Kind macht oder in der Regel auch die Häufigkeit der Sünde zu einem Problem werden könnte. 
Überlebensstrategien sind für mich in der Regel Streßvermeider. Also Dinge die ich bewusst tue, damit es zu gewissen Situationen erst garnicht kommen kann. 

Also hier meine Überlebensstrategien und Sünden im Alltag mit meinem kleinen Herzkind:

- Überlebenstrategie 1: Bevor das Herzkind morgens seine Äuglein öffnet werden die Räume geprüft, liegt noch irgendetwas rum, dass seine Aufmerksamkeit erhaschen würde, aber das er eigentlich nicht anfassen sollte? Dann räume ich es weg! Was soll ich mit dem kleinen Keks, der es ohnehin noch nicht richtig verstehen kann, Diskussionen anfangen, die damit enden, dass er weinen muss? Eine absolute Streßvermeidungs-Strategie, welche ich schon von Anfang an so anwende und gut damit fahre.

- Überlebenstrategie 2: Was das Kind nicht umbringt oder schadet damit kann er meiner Meinung auch spielen. Wenn eben so manches in dem Moment nicht weg geräumt wurde, ob von mir oder meinem Mann und der Zwerg hat es in die Finger bekommen, dann lasse ich es ihm eben auch. Bedeutet, wird die Fernbedienung wieder mal auseinander genommen und akribisch untersucht, dann sage ich nix. Mein Mann findet das nicht so prickelnd. Mir egal, ich bin den ganzen Tag mit dem Keks daheim und vermeide da lieber unnötiges diskutieren, wieso auch?

- Überlebensstrategie 3: Das Kind morgens länger schlafen lassen, obwohl man weiß, dass es dadurch Abends wieder länger auf bleibt. Ja, ein Teufelskreis! Ich genieße morgens meine Herzkind-freie Zeit. Eine Tasse Kaffee und mein Laptop. Morgens entstehen die meisten meiner Blogartikel und ich lese mich durch die neusten Themen in Facebook und die neusten Artikel meiner Bloglieblinge. Ich bin ein extremer Morgenmuffel und werde innerhalb dieser Zeit dann auch erst mal langsam wach. Wenn das Herzkind dann doch früher als erwartet aus dem Babyphone kräht bekomme ich schon Puls. Zum Glück kommt das nicht häufig vor. Damit ich diese Zeit morgens genießen darf, muss ich aber auch einen Preis bezahlen. Je nach Tagesauslastung bleibt das Herzkind dann Abends länger wach und da kommt dann eine meiner Sünden zum Tragen...

- Überlebensstrategie 4: Das Herzkind hasst Autofahrten im Dunklen! Wenn er nichts mehr sehen kann von dem was außerhalb des Autos geschieht, dann geht die Sirene los und es kann passieren, dass er je nach der Länge der Autofahrt die ganze Zeit schreit. Da kann ich neben ihm sitzen oder auch nicht, auch Beruhigungsversuche oder Licht... bringt alles nichts und meine Nerven liegen blank! Bedeutet wir müssen von Feiern frühzeitig los, also ein gutes Stück bevor die Sonne untergeht. Aber auch das alleine scheint nicht zu reichen. Nachdem wir gestern frühzeitig von einem Geburtstag los sind, war es zwar noch hell, aber der Zwerg war so hundemüde, dass er schlafen wollte, allerdings nicht im Autositz, womit er sonst tagsüber keine Probleme hätte.... bedeutet also als weitere Konsequenz, wir müssen also so früh los, dass es hell ist und der Zwerg noch nicht so müde und überdreht ist, dass die Heimfahrt keine Nervensache wird... 

- Überlebensstrategie 5: Bequemlichkeit! Manche Dinge nimmt man dem Kind ab, weil es einfach schneller geht, obwohl man weiß, so kann es diese Dinge auch nicht lernen. Grundsätzlich halte ich mich auch daran, das Herzkind darf vieles selbst probieren und ich wische hinterher und mache gerne danach wieder sauber. Es gibt wenige Dinge, die ich bisher schleifen ließ. Zum Beispiel aus dem Glas trinken, dass können unsere Kinder eigentlich schon recht früh selbst, wenn man sie lässt. Nur Dreck wegmachen ist das Eine... ein nasses Kind bei den ersten Übungsversuchen immer wieder umziehen, das Andere... ich habe die Versuche also recht schnell wieder eingestellt und jetzt erst wieder damit begonnen und es klappt nun sogar schon recht gut!

- Überlebensstragie 5: Kind abgeben! Nachdem es in der Babyzeit aufgrund des Stillens kaum möglich war, hat es sich nach und nach eingebürgert. Mittwochs ist nun Oma- und Opa-Tag und ab 11 Uhr ist der Zwerg mit seinen Großeltern (meinen Eltern) unterwegs. Meist kommen sie dann alle erst ab 18 Uhr wieder.... Zeit für mich! Yeah! Oder auch nicht! Meist wird Liegengebliebenes abgearbeitet. An manchen Tagen, wenn ich dann mal so garkeine Lust habe, mache ich aber auch rein garnichts und genieße das! Wann hat man das schon, dass man völlig abschalten kann?

- Überlebensstrategie 6: Wenn das Herzkind und ich unser Nachmittagstief erreicht haben, er nur noch am Nörgeln ist und ich mir nicht mehr zu helfen weiß, weil alle Spiele und Ideen doof sind, dann schnapp ich ihn mir und wir machen es uns auf der Couch gemütlich. Stillen ist die Strategie Nummer 1, wenn garnichts mehr geht. Dabei kommen wir immer runter! Wenn es allerdings blöd kommt, schlafen wir beide dabei ein und ich habe Abends ein waches Kind, welches erst wieder zu Unzeiten ins Bett möchte.... grummel...

- Überlebensstrategie 7: Meine Kochkünste sind... hm... naja... also richtig schlecht sind sie nicht, aber auch nicht wirklich gut. Meine Künste beschränken sich auf wenige Gerichte und es gibt z.B. Mittags schonmal garnichts Warmes... was soll ich mir da einen Streß machen, wieso muss ein Kind zweimal täglich warmes Essen bekommen? Daher bekommt das Herzkind Mittags leckeres frisches Müsli mit Obst und er freut sich, dass er mit dem Löffel üben kann und ihm schmeckts. Abends haben wir den Papa, der dann frisch und warm für uns kocht! Blöd ist, wenn der Papa mal wieder auf Geschäftsreise muss, was alle paar Wochen vorkommt und dann? Ja, dann muss auch ich Abends mal ran und *pssst* Tiefkühltruhe ist dann gut gefüllt. Diverses Kühlgemüse und Fischstäbchen stehen bereit, aber auch Nudeln- und verschiedene Soßen und Aufläufe bekomme ich noch gezaubert. Bloß nix Kompliziertes. Alles muss schnell gehen, damit ich meinen Streßlevel niedrig halte und meine vorhandenen Kochkünste nicht überstrapaziere... *hust*

- Überlebensstrategie 8: Bügeln als Auszeit! Wär hätte gedacht, dass ich das Bügeln mal für mich entdecken werde? Ich jedenfalls nicht! Aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer, lässt mich das Herzkind beim Bügeln vollkommend in Ruhe und beschäftigt sich plötzlich ganz alleine, was kurz vorher angeblich nicht möglich war... ich kann zwei Körbe Wäsche sortieren, zusammenlegen, bügeln und wegräumen und er spielt direkt neben mir. Herrlich!

- Überlebensstrategie 9: Mitschlafen! Klappt nicht immer, weil man will ja dann noch schnell das und das und das erledigen, wenn das Herzkind Mittagsschlaf hält. Nach manchen schlechten Nächten fall ich aber direkt selbst ins Bett, wenn auch der Zwerg endlich schläft. Solange das geht, sollte man es auch nutzen! Lese oft genug, dass man sich ab dem zweiten Kind nach diesen Auszeiten sehr sehnt...

- Überlebensstrategie 10: Die wirklich "bösen" Süßigkeiten sind weg... also halt weg fürs Kind... nicht da... nicht gekauft... höhö... denkste... sie lagern nun im Keller und werden meist vom Papa Abends beim Fernsehen (falls das Kind dann im Bett ist) hervor geholt und vernichtet... hier kommen wir dann wieder zu ÜS 1... ich muss morgens schauen, dass die Reste dann auch weg sind... denn der Herzmann lässt Abends grundsätzlich alles Stehen und Liegen. Männer...

- Erziehungssünde 1: So jetzt kommen wir ans Eingemachte! Ich gebe das wirklich nur sehr ungern zu, denn ich fühle mich als mache ich etwas falsch und würde nicht auf das Kind eingehen. Denn sonst würde ich doch wissen, warum das nicht klappt, oder?! Ich meine das Wickeln! Seit Dezember ist Wickeln unser höchstpersönlicher Horror. Das Herzkind hasst es, ruhig liegen bleiben müssen oder auch mal kurz stehen bleiben, um an sich rumfummeln lassen zu müsssen... ein No Go! Wir haben schon wirklich alles probiert. Interessante neue Dinge anbieten, dass war am Anfang noch möglich und hielt einige Wickelgänge, dann irgendwann nur noch einen Wickelgang und irgendwann gingen mir auch die Ideen aus... im Stehen wickeln, Wickelstation auf dem Boden, alles genau mit ihm besprechen, ankündigen. Nicht aus Spielen und Beschäftigen herausreißen, sondern alles langsam mit Ruhe usw.... Nichts, aber auch wirklich nichts half. Alle Ideen und Erfahrungen anderer Mütter, die ich befragt habe... beim Herzkind war nichts zu machen. Wickeln ist doof! Es war nur noch Streß und Tränen für uns alle! Also habe ich im Mai zähneknirschend mit etwas begonnen, dass ich nie wollte! Ich nahm mein Handy, öffnete Youtube und suchte Kindersendungen... seit dem ist Ruhe. Wir können den Zwerg problemlos wickeln, er arbeitet sogar mit, was ich nicht dachte und mittlerweile klappt es sogar immer öfters ohne das doofe Handy. Am liebsten schaut er übrigens Bagger-Dokumentationen beim Wickeln...

- Erziehungssünde 2: Bleiben wir doch beim Filme schauen! Wie oben schon erwähnt, ist unser Zwerg ein Langschläfer, wenn wir ihn nicht entsprechend wecken und somit dann auch Abends länger wach... Tja und da sind wir nun, eigentlich wollen wir gerne mal unsere Ruhe und nun? Mittlerweile schauen wir also trotzdem unsere Serien oder einen Film während des Herzkind noch wach und bei uns ist. Todsünde, ich weiß! Zum Glück schaut er fast nie mit (noch... irgendwann müssen wir uns da was einfallen lassen, irgendwann....), sondern beschäftigt sich dann mit seinen Spielsachen (Abends kann er sich grundsätzlich alleine beschäftigen und das sehr intensiv.... Nachtmensch!) und kommt irgendwann zu mir auf das Sofa gekrabbelt und verlangt seine Milch und dann ab ins Bett!

So, sie sind raus meine Sünden... meine gut gehüteten Geheimnisse... die niemand wissen sollte... weil, wir uns selbst das Leben schwer machen und immer alles richtig und perfekt machen wollen.

Danke Janina für diese Blogparade. Es ist Zeit für etwas mehr Entspannung und Gelassenheit. Niemand ist perfekt!


Freitag, 13. Juni 2014

Gastbeitrag: Als wir die Worte fanden

Heute darf ich euch meinen ersten Gastbeitrag vorstellen und freue mich sehr darüber. Mein ganz persönliches Geburtstagsgeschenk heute und damit auch für euch. Denn Nicole (32) spricht ein ganz wichtiges und tolles Thema an. Es geht hier um die Kommunikation mit Babys und zwar mit Zeichensprache.
Ich selbst bin natürlich, wie sicherlich viele, während der Schwangerschaft und auch nun während der Elternzeit immer wieder über diesen Begriff gestolpert. So richtig wusste ich damit nichts anzufangen. Macht es wirklich Sinn, seinem Kind Zeichensprache beizubringen, hilft es wirklich im Alltag? Im Sinne von Maria Montessori durchaus! Und damit möchte ich Nicole auch nicht zuviel vorneweg greifen, lest selbst:

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Stell dir vor, du möchtest unbedingt dieses orange Ding da haben, das letztes Mal so lecker geschmeckt hat. Wie wild fuchtelst du mit deinen Händchen. „Da, da!“ Du zeigst in Richtung Obstschale. „Ja, wir gehen gleich raus“, sagt deine Mama. Aber eigentlich hast du Hunger.

„Hilf mir, zu sagen was ich möchte“ spiegelt den Montessori-Gedanken im Bereich der Kommunikation wider. Sprache schenkt unseren Kindern einen Zugang zur Welt. Sie ermöglicht Ihnen, Ihre Bedürfnisse, Wünsche und Gedanken mitzuteilen. Auf sich Aufmerksam zu machen, sich Hilfe zu holen. Meiner Tochter wollte ich mit Babyzeichensprache eine Möglichkeit geben, mitsprechen zu können. Mit Handzeichen zu kommunizieren, das habe ich anfänglich als Frühförder-Gag abgetan. Doch es hat sich für uns alle als Bereicherung erwiesen. Diese Erfahrungen darf ich heute in einem Gastbeitrag mit Euch teilen.

Als meine Tochter, heute 2,5 Jahre alt, noch ein Baby war, dachte ich oft „Ach, wenn du mir sagen könntest, was dir fehlt. Tut dir was weh? Hast du Hunger? “ Zufällig sah ich ein Video im Internet, in dem ein Baby gestikulierend nach seiner Milch verlangte. Babyzeichensprache, das faszinierte mich. Eine prima Grundlage für das Selbststudium fand ich in Viviane Königs umfangreichem Buch „Das große Buch der Babyzeichensprache“. Es bietet einen großen Zeichenschatz, geordnet nach Themen, sowie viele Hintergrundinformationen, didaktische Hinweise und Spielideen. Kurse gibt es bei uns nicht, zum anderen sind sie auch absolut überflüssig, denn im Alltag findet man ausreichend Möglichkeiten, Zeichen einfließen zu lassen. Davon mal abgesehen: Man kann sie auch gar nicht „falsch“ machen. Man muss sie nur auf immer die gleiche Art und Weise benutzen. Ein bisschen so wie mit einer erfundenen Geheimsprache.

Die ersten Zeichen ließ ich ab dem 7. Monat in unsere Gespräche einfließen. So sagte ich meiner Tochter betont und mit Blickkontakt, dass sie nun ihre Milch bekäme und öffnete dabei meine Faust, als ob ich melken würde. Oder ich fragte sie, ob sie mehr wolle, unterlegt mit dem entsprechenden Zeichen. Hand aufs Herz: Ich kam mir so dämlich vor. Mein Mann fand es albern und im Supermarkt schaute man uns neugierig bis betroffen an. Sicherlich dachten sie, meine Tochter sei taub oder schwerhörig. Nicht zu Unrecht, denn die Babyzeichensprache basiert auf der Gebärdensprache.

Eine lange Zeit tat sich nichts. Bis sie mit 10 Monaten bei Oma und Opa übernachtete. Morgens forderte sie sich zum ersten Mal per Handzeichen ihre Milch ein, als ob sie ihren Großeltern Instruktionen geben müsste, was als nächstes zu tun sei. Der Knoten war geplatzt.

Die Einführung neuer Zeichen war geprägt von Versuch und Irrtum. Welches Zeichen ein Kind verwendet, hängt sehr stark davon ab, ob das Thema das Kind bewegt. Bei uns waren es Zeichen rund ums Essen. „Mehr“ war besonders wichtig. Auch an verschiedenen Obstsorten war sie interessiert. So fragte sie mich mit 12 Monaten zur Herbstzeit, ob das eine große Mandarine sei. Sie meinte den Kürbis im Gemüseregal. Wenn wir Bilderbuch lasen, sagte und zeigte ich ihr die Tiernamen. Ich begleitete das Abendritual mit Zeichen: Zähneputzen, Waschen, Schlafen gehen. Nachdem sich die ersten Erfolge einstellten, stiegen auch mein Mann und die Großeltern mit ein. Das war nicht immer leicht: „Was meint sie damit? Wie geht denn noch mal Maus? Mensch, denk doch an das Zeichen!“

Die Krippe war anfänglich etwas skeptischer. Das normale Sprechen käme automatisch, da müsse man nichts fördern. Babyzeichensprache ist auch keine Sprachförderung. Sie bietet dem Kind lediglich eine Möglichkeit zur Kommunikation, um die Zeit bis zum Spracherwerb überbrücken zu können. Kinder lernen dadurch auch nicht später sprechen. Ich wage sogar zu behaupten, dass es den Spracherwerb fördert. Zum einen spricht man viel aufmerksamer und artikulierter mit dem Kind. Das Kind lernt bzw. erfährt einen Begriff durch die Kombination von Hören, Sehen und Bewegung, was ihn schneller verankert. So, jetzt bin ich doch in der Frühförder-Kiste gelandet.

Aber auch die Krippe war bald mit im Boot, als sie merkten, wie sehr die Zeichensprache den Alltag erleichterte: Meine Tochter forderte das Frischmachen selbst ein, indem sie sich zwischen die Beine klopfte und zeigte, dass die Windel voll sei. Sie legte die Hand ans Ohr wenn sie müde war und verlangte am Tisch einen Nachschlag. Mit auf die Brust klopfen holte sie Hilfe, wenn etwas beim Spielen nicht so funktionierte. Quengeln, weil sie nicht verstanden wurde, gab es kaum.

Irgendwann beherrschte meine Tochter 30 Zeichen. Manchmal lernte sie mehrere am Tag. Mit 18 Monaten war die Zeichensprache aus unserer Kommunikation verschwunden. Anfänglich benutzte sie Worte und Gesten parallel. Dann kombinierte sie sie zu Zwei- und Mehrwortsätzen. Kurze Zeit später sprach sie ihre ersten ganzen Sätze.

Ich blicke noch gerne auf diese Zeit zurück: Wie schön, dass ich mein Kind zu Wort kommen lassen konnte. 
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Nicole, ich bedanke mich wirklich sehr für diesen tollen Erfahrungsbericht und die Verknüpfung mit den Gedanken von Maria Montessori! Ich denke sogar, dass jede Familie gewisse Zeichen ohne dies zu beabsichtigen in ihren Alltag einbaut bzw. dies sogar vom Kind aus kommt, um die Kommunikation zu erleichtern. Das Herzkind reibt sich bei Hunger den Bauch und macht "Mmmmmmmhhhhhh" dabei, eindeutiger gehts kaum, oder? Was ist also dabei, noch einige weitere Zeichen einzubauen, um sich noch schneller mit dem eigenen Kind "unterhalten" zu können und um auf seine Bedürfnisse einzugehen? Wie oft steht man denn nicht vor seinem Kind, welches eindeutig etwas möchte, aber sich nicht ausdrücken kann und wir spielen Rätselraten? 
Mich hat der Sinn von Babyzeichensprache jedenfalls überzeugt und da unser Herzkind bei der Sprache noch seine Zeit brauchen wird, denn diese stellt er defintiv hinten an, kaufe ich mir vielleicht sogar noch oben genanntes Buch und berichte selbst irgendwann noch von meinen eigenen Erfahrungen!

Und ihr, habt ihr Erfahrung mit Babyzeichensprache, liebe Leser/innen?

Keine Babyzeichensprache! Aber unsere Kinder kommunizieren schon früh mit Gesten mit uns. Die Babyzeichensprache kann dies unterstützen und helfen. Das Herzkind entdeckt derzeit alle Körperteile und lernt gerade fleissig und deutet bei der Aufzählung des jeweiligen Körperteils darauf. Vielleicht hilft es mir auch mal, bei der Frage was ihm wehtut.


Kennt ihr, stimmts? Auf alles wird gezeigt und "Da" gerufen. Alles muss von uns Erwachsenen benannt werden, die Wörter werden aufgesogen wie ein Schwamm.

Donnerstag, 12. Juni 2014

100 mal neu gewickelt!

Da ich selbst sehr neugierig bin, führe ich über mein Experiment Stoffwindeln eine kleine Statistik. Ich notiere mir, wieviele Stoffwindeln ich schon benutzt habe und somit wieviele Wegwerfwindeln ich damit schon sparen konnte. Ich habe bisher alle getätigten Einkäufe notiert und somit wieviel Geld ich bisher für Stoffwindeln ausgegeben habe. Auch wieviele Maschinen zusätzliche Wäsche ich durch das Waschen der Stoffwindeln hatte, habe ich bisher notiert. Somit könnte ich berechnen was pro benutzte Stoffwindeln nun mehr an Strom und Wasser fließt. Ebenso notiere ich die Anzahl der speziell für die Stoffwindeln gekauften Waschmittel und Entkalker.

Daher weiß ich nun, dass ich schon über 100 mal mit Stoff gewickelt habe! Genau genommen mit gestern 108. Mal! Ich bin sehr froh, dieses Experiment gestartet zu haben.

Ich durfte für mich erkennen:

- Der Anfang ist schwierig! Ein Dschungel an neuen Wörtern, Windelsystemen, Waschgewohnheiten usw. schreckt sicherlich viele erst mal ab! Alleine wäre ich nicht hindurch gestiegen. Ich kann daher jedem empfehlen sich in der Facebook-Gruppe Stoffwindel-Chat anzumelden und wenn möglich, sogar einen Stoffwindel-Workshop zu besuchen. Da man dort auch alle Systeme einfach mal in die Hände nehmen kann.

-  Einfach probieren! Man kann verschiedene Windelsysteme am Kind austesten, teilweise muss man es auch. Jeder Kinderkörper ist anders geformt. Jedem Kind passen andere Windeln gut oder man selbst kommt mit dem ein oder anderen System besser zurecht. Ich gestehe, ich bin bisher bei dem System geblieben, welches ich mir selbst zu Anfang ausgesucht habe. Überhose mit Einlagen sind für mich ein tolles System, einfach anzulegen, kostengünstig. Nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei den Waschintervallen. Es entsteht deutlich weniger Wäsche als bei anderen Windelsystemen und die Trocknungsdauer ist ebenfalls wesentlich geringer als bei All-in-One-Systemen. 

- Unsere Müllberge haben sich deutlich reduziert. Man erkennt erst, wieviel Müll man mit Wegwerfwindeln produziert, wenn diese nicht mehr da sind! Es ist erschreckend! Normalerweise mussten wir unsere Restmülltonne zu jeder Leerung nach draußen stellen und leeren lassen. Sie war voll, bis oben hin! Nun konnten wir unglaubliche zwei Leerungen ausfallen lassen und benutzen unsere Restmülltonne 6 Wochen lang!!! Ist das nicht toll? Toll und erschreckend! Bisher benutzen wir auch Nachts noch Wegwerfwindeln, wenn wir auch diese Umstellung auf Stoff noch schaffen, schaffen wir sicherlich noch zwei weitere Wochen mit unserer Restmülltonne.

- Jede Stoffi-Mama entwickelt ihre eigenen Vorgehensweisen. Ich habe für mich z.B. erkannt das ich benutzte Stoffwindeln nicht in einem Wet Bag lagern möchte. Zum einen soll man diese nicht länger als 3-4 Tage darin lagern. Ich bekomme durch das sparsame Überhosen-System allerdings nur alle 5 Tage eine Waschladung zusammen. Zum anderen stört mich der beißende Ammoniak-Geruch der darin entsteht! Andere benutzen Oskar-Tonnen, dort entsteht geschlossen ebenfalls Ammoniak. Wieder andere lagern offen in großen Körben z.B. in der Badewanne.... ist auch nicht so meins... ich hänge alle benutzen Einlagen zum Trocknen auf und kann sie somit so lange lagern wie ich will! Dies ist sowieso empfehlenswert, wenn man z.B. über mehrere Tage verreist, was macht man mit den benutzten Windeln, die bis dahin zusammen gekommen sind? Pipifeucht lagern? Zulange ist auch nicht gut für die Windeln und es können sich auch mal Schimmel oder Stockflecken bilden (gelesen im Stoffwindel-Chat), meherer Tage feucht in der Waschmaschine, die man noch schnell eingeschaltet hat? Jeder weiß, wie vergessene feuchte Wäsche in der Waschmaschine riecht... Ich finde daher meine Vorgehensweise persönlich sehr gut, ich muss mich nicht mit Ammoniakgestank quälen und meine Windeln werden davon auch nicht angegriffen. Man darf nicht vergessen Ammoniak ist ätzend und greift somit vorhandene Gummis in Stoffwindeln an und lässt sie sicherlich früher spröde werden. Dafür gibt es allerdings meines Wissens keine Belege und sind nur eine rein hypothetische Schlußfolgerung von mir.

- Stoffwindeln können süchtig machen... bedeutet: Man könnte mit Stoffwindeln eine Menge Geld sparen...könnte... wenn man nicht unbedingt noch dieses Muster haben möchte, diese Windel noch ausprobieren will und die nächste Saugeinlage testen möchte... zum Glück ist der Wiederverkaufswert bei Systemen die einem nicht so zusagen sehr gut. Verluste macht man somit kaum. Und selbst wenn man sich die teuersten Windelsystem für sich ausgesucht hat, der wichtige weitere Aspekt ist der Umweltschutz. Der Müll wird auch weiterhin vermieden, ob mit einem günstigen Stoffwindelsystem oder einem Teureren... andere haben eben die Modelbahn als Hobby...

- Sparen kann man aber trotzdem dann, wenn man schon beim ersten Kind auf die Stoffwindeln gekommen ist. Für das zweite Kind sind dann die Stoffwindeln schon da und können natürlich auch benutzt werden. Aber auch hier schlägt die Stoffisucht bei so manche Frau unbarmherzig zu...

- Ich habe einen Vielpinkler! Bei Wegwerfwindeln fällt das nicht so sehr auf, wie bei Stoffwindeln. Eine Wegwerfwindel kann verdammt viel Urin durch die enthaltenen Superabsorber aufnehmen. Stoffwindeln eben nicht, die Sauggrenzen sind viel früher erreicht. Somit muss man etwas testen und probieren bis man gute Saugeinlagen für sich bzw. das Kind gefunden hat und man muss die Uhr leider etwas genauer im Blick behalten. Mit schon länger getragenen Wegwerfwindel legt man das Kind noch schnell in den Mittagsschlaf, mit einer länger getragenen Stoffwindel riskiert man das lieber nicht. Wobei ich feststellen durfte, beim Mittagsschlaf schläft das Herzkind tief und fest und pinkelt zum Glück nicht! Wie schon geschrieben, man muss sich mit Stoffwindeln mehr mit den Gepflogenheiten seines Kindes beschäftigen (was eigentlich auch gut ist!) und darauf reagieren. Die Wegwerfwindeln verzeihen vergessene Windelwechselintervalle gerne, eine Stoffwindel tut das nicht...

- Ich finde es nicht schlimm eine volle Stuhlwindel zu reinigen. Natürlich denkt man im ersten Moment, es gibt Schöneres. Mit Wegwerfwindel ist das natürlich leichter. Jedenfalls in Deutschland! Schaut man über die Ländergrenzen muss man feststellen, dass eigentlich auch bei Wegwerfwindeln, der Stuhl in die Toilette gegeben werden muss! Wir in Deutschland haben allerdings den Vorteil, dass der Restmüll in Verbrennungsanlagen kommt. Zu beachten ist aber: Bis der Müll in die Anlage kommt, kann es auch hier passieren das dieser vom Regen usw. ausgewaschen wird und ins Grundwasser gelangt...

- Jeder kann stoffwickeln! Auch Papas, Omas, Opas usw. Ausreden gibt es nicht, es verlangt eben Übung und man sollte sie einfach herantasten lassen. Der Herzpapa wickelt hier mittlerweile genauso souverän Stoffwindeln, wie vorher mit Wegwerfwindeln und meine Mama hat gestern zum ersten Mal selbst eine Stoffwindel an ihren Enkel angelegt! 

Ich kann also zu meinem Experiment Stoffwindeln auch weiterhin sagen, dass ich mich ärgere erst jetzt damit begonnen zu haben. Ich hätte viel mehr Müll sparen und viel mehr für die Umwelt tun können. Das Thema Stoffwindel sollte meiner Meinung in jeden Geburtsvorbereitungskurs aufgenommen und als Wickelmöglichkeit aufgezeigt und an Beispielen erklärt werden. Denn die Windel zu zeigen und zu erklären, dass ist sehr wichtig! Einfach nur drüber reden, da denken viele einfach immer noch an veraltete Mull- und Bindewindeln, die nur Arbeit und Mühe machen! Schade, denn so ist es eben nicht mehr! Stoffwindeln sind simple in der Handhabung und superschön anzuschauen!

Hier ist mein kleines Stoffwindel-Lager. Zu sehen ist nur ein kleiner Teil meiner Überhosen, einige sind schon wieder in der Wäsche oder eben auch am Kind. Und natürlich meine Prefolds und Einlagen als Saugkern für die Überhosen.

Stoffwindeln: Wunderschön bunt und toll anzuschauen! Da kann keine Wegwerfwindel mithalten!

Die Prefolds falte ich nach dem Waschen und Trocken direkt und lege eine weitere Saugeinlage hinein. Somit muss ich zum Windelwechseln nur noch die Überhose mit einer Prefold bestücken und ran ans Kind. Ihr seht das ich deutlich mehr Prefolds als Überhosen habe. Das ist der Vorteil dieses Systems: Überhosen kann man mehrfach benutzen, nur die Saugeinlage muss nach dem Windelwechseln direkt gewaschen werden. Das spart Wäsche!

Hier meine Trockenstation. Nachdem die Windel benutzt wurde. Hänge ich das benutzte Vlies, die Prefolds und die Überhosen auf die Leine. Die wieder trockenen Überhosen benutze ich dann wieder und die trockenen Vlies und Einlagen kommen dann auf den Wäschstapel bis genug zusammen gekommen ist für eine Waschladung.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Nach Bälle fischen

Gestern pustete ich das kleine Schwimmbecken auf... dort passte das Herzkind im letzten Jahr als Baby noch im Liegen hinein....
Füllte das Becken mit Wasser auf, legte Plastikbälle hinein und gab dem Herzkind ein kleines Fischernetz, welches ich im 1-Euro-Laden entdeckt habe.
Ganz schnell vorbereitet und es bietet ganz viel Spaß und Beschäftigung für die Kleinen. Es ist garnicht so einfach so einen langen Stock zu koordinieren und zu verstehen, dass man mit kürzerem Greifen auch die Bälle aus dem Netz holen kann oder das Netz ablegen muss, um an die Bälle zu kommen. 

Weitere Wasserspaß-Ideen habe ich schon hier beschrieben:







Dienstag, 10. Juni 2014

Heiße Tage in der Schweiz

Hallo ihr Lieben, wir sind wieder zurück! Wir haben uns natürlich mit Abstand das heißeste Wochenende des bisherigen Jahres ausgesucht, um unsere Freunde in der Schweiz zu besuchen. Aber was lange geplant wurde, wird auch eingehalten und trotz dieser übermächtigen Hitze hatten wir wieder wunderschöne Tage.
Es ist immer ein kleiner toller Kurzurlaub für uns, raus aus dem Alltag, hinein in die wunderschöne Schweiz. Zu dem satten Grün, der tollen Luft, den hohen Berge und zu wundervollen Freunden. 

Wir sind Freitagsmittags losgefahren, pünktlich zum Mittagsschlaf des Herzkindes. Die Vorbereitung war auch deutlich stressfreier als beim letzten Mal. Wir haben dazu gelernt und schon am Vortag vieles gepackt und gerichtet. Obwohl es eigentlich nur 4 Tage sind, muss man mit Kleindkind doch anders planen und der Kofferraum wird doch immer voll. Immer! Obwohl wir uns diesmal gegen den Kinderwagen und das Reisebett entschieden haben.... dafür kam das Floor Bed des Zwergs mit und der TrippTrapp... man möchten dem Herzkind auch bei einem Kurzurlaub seine Unabhängigkeit so viel wie möglich erhalten. Auch gegen die Stoffwindel habe ich mich kurz vor der Abfahrt entschieden. Ich hatte am Vortag noch alles gerichtet und eine große Tüte gepackt... aber da ich dann doch nicht genau um die Möglichkeiten vor Ort wusste, entschied ich mich gegen das Experiment "Stoffwindeln im Urlaub". Ich wollte alles so stressfrei wie möglich halten und es war auch gut so.

In der Schweiz angekommen, ließen wir den Freitag dann ruhig ausklingen. Wir spazierten noch etwas am Rhein entlang, spielten mit dem Herzkind auf dem Spielplatz... tippelten über einen Barfuß-Pfad, entdeckten Schweine und Ziegen und grillten zum Abschluß noch zusammen. Die Nacht allerdings war grausam! Die Umgebungsumstellung war tagsüber für das Herzkind absolut kein Problem und er kompensierte dies gut, die Nacht allerdings.... reden wir nicht drüber! Die Nächte darauf waren auch so lala, meistens wollte er erst sehr spät ins Bett. Was für mich dann nicht sehr toll ist, denn ich kann die Abende nicht mit schönen Gesprächen und Diskussionen mit den Freunden ausklingen lassen.

Am Samstag sind wir dann der Hitze entflohen und hoch in die Berge gefahren. Dort waren wir viele Stunden wandern und kraxeln. Ahh, apropo kraxeln. Ganz kurzfristig haben wir uns doch noch eine Kraxe geleistet. Am Freitagmorgen beim Frühstück diskutierten wir, ob der Bondolino bei dem Wetter wirklich so sinnvoll als Tragehilfe sein wird.... schon im letzten Sommer hat der Herzmann dabei schwer geschwitzt und das Herzkind war danach patschnaß! Kurzentschlossen wie wir sind, recherchierten wir im Internet nach guten Kraxen, fanden eine, telefonierten die umliegenden Geschäfte ab und ließen uns eine zurücklegen, welche wir dann auf der Hinfahrt in die Schweiz noch mit einem Zwischenstop abholten und kauften! Eine lohnenswerte Investition! Wir haben es nicht bereut! Natürlich war dem Herzkind diese ungewohnte Tragehilfe zunächst höchstsuspekt und sträubte sich dort hinein zusteigen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit zeigt er bei Pausen sogar selbst wieder auf die Kraxe und wollte hinein. Er scheint sie also als bequem zu empfinden und genoß den tollen Ausblick von dort oben. Ich werde bei Gelegenheit mal einen gesonderten Post dazu verfassen.
Nach dem Wandern und der wundervollen Aussicht von der Blueme sind wir wieder Richtung Tal gefahren und machen Halt am Thunersee und genoßen eine kühle Erfrischung. 

Am Sonntag wollten wir uns die Rheinfälle und Schaffhausen anschauen. Bis zu den Rheinfällen schafften wir es. Es war irre heiß und unheimlich viele Touristen waren unterwegs. Wir gingen den Rundweg um die Rheinfälle und die Schlösser herum, durch Wäldchen und wieder zurück. Es war wunderschön diese Naturgewalt Wasser zu beobachten. Wie Wasser doch immer wieder seinen Weg findet und sich die Umgebung diesen Massen beugen muss. Wasser gestaltet die Landschaft dies konnte man genau erkennen und bestaunen. Aufgrund der Hitze ließen wir Schaffhausen dann lieber ausfallen... wir waren schon über 3 Stunden in der Hitze unterwegs, das reichte uns! Zuhause gab es leckeres frischgemachtes Basilikum-Pesto mit Nudeln und mit vollen Bäuchen war auch dieser Tag wieder ruckzuck zu Ende.

An unserem letzten Aufenthaltstag schliefen wir lange aus, frühstückten gemütlich und packten schonmal grob zusammen. Danach nahmen wir unsere Badesachen und gingen an den Rhein. Direkt am Wasser gibt es auch direkt daneben gelegen, viele kleine Kinderbecken, die von der Stadt sauber gehalten und kostenfrei genutzt werden können. Ich muss zugeben, in vielen Dingen bin ich neidisch auf das Leben unserer Freunde in der Schweiz und ihrer Wahlheimatstadt Basel. Wir verbrachten zwei gemütliche Stunden und das Herzkind hatte seinen Spaß am Wasser, zum Schluß traute er sich sogar hinein. 
So schnell gingen 4 Tage wieder rum, wir verabschiedeten uns herzlich von unseren Freunden und das Herzkind verschlief die komplette Heimfahrt.

Zuhause angekommen, hatte mich der Alltag sofort wieder, denn das komplette Gepäck musste wieder an seine Plätze im Haus verteilt werden und die verschwitze Wäsche in die Waschmaschine. Abschließend bestellten wir uns noch Pizza, denn kochen wollte niemand von uns bei der Hitze und bespaßten das Herzkind noch etwas, bis er endlich hundemüde neben uns auf der Couch einschlief. Da war es dann allerdings auch schon wieder 22.30 Uhr.... dafür schlief er komplett durch bis 8.30 Uhr... als wäre es das einfachste auf der Welt...

Und damit ist mein Bericht über unser wundervolles Pfingstwochenende auch zu Ende! Bis zum nächsten Mal liebe Freunde und du wunderschöne Schweiz! Wir kommen wieder!









Mittwoch, 4. Juni 2014

Grovia Shell

Heute möchte ich euch die Grovia Shell Überhose vorstellen, welche bei uns ebenfalls zum Stoffwindel-Einsatz kommt.
Sie gehört zu den schlankeren Stoffwindeln, ist schmaler geschnitten und passt somit auch unter normalweite Hosen, bei denen man sonst mit dem dicken Stoffwindelpopo schon seine Probleme bekommen kann.

Ich berichte heute über die Grovia Shell als Klettversion. Der Klett begeistert mich wirklich sehr und die Überhose ist damit supereinfach anzulegen (gerade für die Männer *hihi*). Als Gegenklett fungiert der komplette obere Stoffbereich (also wie bei einer Wegwerfwindel auch), so dass eine breite Fläche gegeben ist um gegenzukletten. Ebenso können die Kletts auch übereinander gelegt werden, so dass auch bei schmalen Kindern ein guter Abschluß zustande ist. Ebenso ist die Hose auf drei möglichen Einstellung vergrößer bzw. verkleinerbar und kann somit über eine lange Windelzeit getragen werden.

Die Kletts können zum Waschen unter Schlaufen gelegt werden, was ich ehrlicherweise nicht mache. Ich klette sie einfach gegen den vorhandenen Stoff und dies hält ebenso beim Waschen. Somit spare ich mir dieses Gefummel.

Der Stoff der als Gegenklett fungiert soll nach einer Zeit zum Pilling neigen. Dies kann man aus anderen Berichten herauslesen. Bisher kann ich das noch nicht bestätigen. Allerdings ist die Grovia bei uns auch noch nicht solange im Einsatz.

In der Überhose selbst ist ein Netzstoff eingenäht, welcher vermeiden soll, das die Babyhaut mit dem PUL in Berührung kommt. Bzw. es gibt wohl Einwegeinlagen, welche wie Damenbinden auf diesen Netzstoff geklebt werden, auf dem PUL würden sie nicht halten. Der Netzstoff hat leider den Nachteil, dass er bei einer gut vollgesaugten Prefold auch feucht bzw. naß wird und die Grovia somit nicht so häufig wieder verwendet werden kann als andere Überhosen. Sie muss öfters gewaschen werden.

Eine weitere Besonderheit sind die einknöpfbaren Einlagen von Grovia selbst, diese sind ebenfalls sehr schmal geschnitten und begünstigen natürlich das schmale Windelpaket. Mehr kann ich dazu nicht schreiben, da ich diese Einlagen nicht habe und die Grovia mit meinem vorhandenen Prefolds bestücke. Dies ist problemlos möglich, ich kann sie sogar im vorderen Bereich etwas einschlagen und auch damit bleibt das Windelpaket schmaler als z.B. mit der Capri Überhose. Diese haben im Schrittbereich schon einen deutlich breiteren Schnitt und tragen somit mehr auf. (Siehe Vergleichsfoto)

Da unser Herzkind viel trinkt, reicht eine einzelne Prefold manchmal nur 2,5 h bei großem Durst. Daher legen wir meist noch eine weitere Einlage hinein. Dies ist bei der Grovia nicht möglich. Die einfachen Beinbündchen würden sonst abstehen und nicht dicht halten. Bedeutet also, man muss abwägen. Möchte man einen schmalen Windelpopo muss man dann auch öfters die Windel wechseln um Auslaufen zu vermeiden. 

Generell hält die Grovia trotz einfacher Beinbündchen dicht. Natürlich nur bis die Prefold klatschnaß ist, dann sucht sich auch bei der Grovia die Feuchtigkeit den Weg nach außen. Auch Stuhl bleibt in der Überhose. Die Erfahrung habe ich nun schon mehrfach machen müssen. Meine schönen Stoffwindeln!

Zum Abschluß möchte ich natürlich noch die tollen Designs der Grovia erwähnen. Das wunderschöne Blättermotiv, dass wir schon besitzen macht einfach Spaß und Freude und ich liebäugel auch schon mit der nächsten Grovia Shell *hüstel* Wie war das mit der Stoffisucht...





Dienstag, 3. Juni 2014

Lebensmittelfarbe

Heute nur ganz kurz. Das Herzkind hat sich wohl am Wochenende irgendwo etwas eingefangen. Seit gestern hat er eine dicke Schmoddernase, neben seinem doofen Zahn der nicht raus will. Die Nacht war natürlich nicht so schön. Armes Herzkind und auch arme Mama. Muss man ja mal ehrlicherweise sagen!

Eine kleine Idee für euch:
Neben dem normalen Wasserspaß, kann auch etwas Farbe ins Spiel gebracht werden. Lebensmittelfarbe! Diese kann ihn verschiedenen Gefäßen angeboten werden. Das Herzkind tauchte die Gefäße erst mal ruckzuck unter, bevor ich ihm überhaupt zeigen konnte, was er damit machen kann. Danach wurde Rot direkt verschüttet. Blau konnte dann noch zum Einsatz kommen. Ehrlicherweise schien er auch ziemlich von den Schliff-Gefäßen fasziniert zu sein und es machte ihm Spaß sie zu füllen und zu verschließen.

Sind die Kinder etwas älter, können auch Pipetten angeboten werden, womit die Farben dann langsam zugegeben oder vermischt werden können. So baut sich langsam ein Verständnis für die Farblehre und die Mischbarkeit auf.





Sonntag, 1. Juni 2014

Gehorchen und Durchgreifen?

Gestern war ich seit einer gefühlten Ewigkeit wieder beim Friseur... die Ewigkeit war so lang, das meine Karteikarte schon nicht mehr auffindbar war... also ihr versteht was ich meine! Meine Haare schon so lang, dass wir locker 20 cm wegnehmen konnten... und dann kam mal wieder etwas Farbe drauf, leuchtendes goldblond mit einem leichten rötlichen Schimmer... ihr merkt, ich passe mich meinem Kind an *hihi*

Wie toll das war, sich bedienen zu lassen, den Kopf gewaschen und massiert zu bekommen und über 2 Stunden einfach nichts zu tun. Achso, wir haben uns natürlich unterhalten und getratscht, wie man das beim Friseur nun mal so macht und ich habe an meinem derzeitigen Buch weiter gelesen. Das werde ich euch sicherlich bald vorstellen. Es sollten sich ALLE Eltern kaufen, noch bevor ihre Kinder auf der Welt sind, es würde soviele Missverständnisse aus der Welt schaffen!

Während meines Termins kam eine Mutter mit zwei Kindern herein, um einen Gutschein zu kaufen. Die Kinder und die Mutter warteten dann draußen, bis der Gutschein geschrieben war. Irgendwann wurde es laut und man hörte Kinderkreischen... die älteren Damen neben mir wurden schon unruhig. Ich konnte nach draußen blicken und so neben den zwei Kindern, noch ein Weiteres. Ein körperlich und geistig behindertes Kind im Rollstuhl, welches sich nur durch "Kreischen" verständigen konnte. Es hatte seinen Spaß, weil seine Geschwister um ihn herum tobten.
Die älteren Damen waren jedenfalls not amused (sieh sahen das dritte Kind auch nicht) und begannen sich über die Kindererziehung zu beschweren und gaben ihre Weisheiten zum Besten.
Eine erzählt von einer Fest, auf dem ein Elternpaar versuchten ihr 1,5jähriges Kind zum Weitergehen zu bewegen. Sie hätten es mehrfach auffordern müssen, es wollte nicht. Ja, wo kämen, wir denn da hin, laut der alten Dame! In einigen Jahren würde das Kind dann garnicht mehr gehorchen, wenn die Eltern jetzt nicht durchgreifen würden... da ich das Gespräch leider nur teilweise mitbekam und aufgrund der vielen Föns und Trockenhauben ruhige Gespräche wenig möglich gewesen wären, habe ich dazu nichts weiter gesagt...
Geändert hätte es in diesem Moment wohl auch nichts, denn diese alten Damen haben ihre Kinder nun mal schon so erzogen und sind sich ihrer Erziehungsmethoden sicher, sonst würden sie diese nicht so weitergeben... man kann nur hoffen, dass sich deren Kinder aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen gegen diese Erziehung entschieden haben. Das sie ihre Kinder gleichwürdig erziehen und nicht auf die tollen Ratschläge und Weisheiten ihrer durch die schwarze Pädagogik erzogenen Elterngeneration hören... sonst wird dieser Kreislauf nie unterbrochen!
Wir brauchen schon lange keine kleinen gefolgsamen und untergeordneten Untertanen mehr. Die einfach nur gehorchen! Wir benötigen Kinder und Erwachsene die sich gleichwürdig behandeln, die selbstständig denken, einen eigenen Willen besitzen und nicht nur nachreden, was ihnen teilweise schlimmes eingeimpft wurde. 

GLEICHWÜRDIGKEIT
Eltern stellen oft die Frage, wie sie das Selbstwertgefühl der Kinder fördern können. Entscheidend ist, dass man Kindern gleichwürdig begegnet. Gleichwürdig heißt, dass die Wünsche, Bedürfnisse, Grenzen und Gedanken eines jeden Familienmitgliedes gleich wahr und ernst genommen werden. Niemand wird für das, was er fühlt und denkt gekränkt, kritisiert, gedemütigt oder lächerlich gemacht. Diese wahr und ernst nehmen, erfüllt das fundamentale menschliche Bedürfnis gesehen und gehört zu werden. Das lässt Kinder ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln, denn sie fühlen sich „richtig“, so wie sie sind. Mit jeder Kritik, jedem Sarkasmus und jeder Respektlosigkeit fühlen sich Kinder falsch und schuldig. Gleichwürdigkeit ist eine innere Haltung, die vor allem dadurch ausgedrückt wird, wie wir miteinander sprechen. Nur weil ich jemanden in seinem Wunsch ernst nehme, heißt das nicht, dass ich ihn erfüllen muss. Aber es macht einen Unterschied ob ich seinen Wunsch anerkenne und dann nein dazu sage oder ob ich ihn dafür kritisiere, dass er einen Wunsch äußert. „Ich will dir diese Puppe jetzt nicht kaufen“, ist eine klare Aussage, die niemanden kränkt. „Hör auf zu quengeln mit deiner Puppe“, ist eine Antwort, die das Kind erniedrigt. Es kommt nicht auf den Inhalt an, ob ich ja oder nein zu etwas sage, sondern wie ich etwas sage, ob ich die Würde des Kindes respektiere.

ELTERN SUCHEN HEUTE NACH WEGEN
Redaktion & Zusammenstellung Astrid Egger familylab-Seminarleiterin Bozen


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